19. November 2021 / 19:04 Uhr

Titel-Kampf, Ronaldo-Hype und die Deutschen – Die Zwischenbilanz der Premier League

Titel-Kampf, Ronaldo-Hype und die Deutschen – Die Zwischenbilanz der Premier League

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Premier League ist in vollem Gange. Zeit für ein Zwsichenfazit
Die Premier League ist in vollem Gange. Zeit für ein Zwsichenfazit © IMAGO/Shutterstock/Focus Images/PA images/Sportimage (Montage)
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Viel Spannung und alte Bekannte. Die Premier League scheint in der Saison 2021/22 ausgeglichener als in den Jahren zuvor. Und die deutschen Legionäre und Trainer sind mitten drin. Der SPORTBUZZER zieht eine erste Bilanz.

In der Premier League formieren sich viele Bekannte zum Titelkampf. Thomas Tuchels FC Chelsea verbringt die Länderspielpause als Tabellenführer, gefolgt von Manchester City auf Platz zwei und dem FC Liverpool mit Jürgen Klopp auf dem vierten Rang. Dazwischen steht nach elf Spieltagen das Überraschungsteam West Ham United. Der SPORTBUZZER klärt die wichtigsten Fragen zum Stand der Dinge in England.

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Kann Tuchel Meister werden?

Erst die Champions League gewinnen, dann die Premier League – was Jürgen Klopp 2019 und 2020 in Liverpool gelang, könnte Tuchel nachmachen. Sein FC Chelsea führt die Tabelle an und profitiert dabei von der Breite des Kaders. Die Abwesenheit der verletzten Angreifer Romelu Lukaku und Timo Werner ist kein Drama, weil die Londoner über ausreichend Ersatz verfügen, auch in Person von Kai Havertz. Die bisher einzige Niederlage (ein 0:1 gegen Manchester City) und das 1:1 zuletzt gegen den FC Burnley deuten allerdings an, dass Chelsea keine Übermannschaft ist.

Oder schafft es Klopp?

 Die vergangene Saison war zum Vergessen für den FC Liverpool, nun ist man fast wieder so stark wie zu Meister- und Champions-League-Sieger-Zeiten. Die Rückkehr der Fans und von Abwehrchef Virgil Van Dijk sind entscheidende Gründe dafür. Außerdem ist Mohamed Salah in der Form seines Lebens. In elf Spielen traf er schon zehnmal.


Wird Gündogan wieder Top-Torjäger bei ManCity?

Die Verpflichtung von Harry Kane im Sommer misslang, Cristiano Ronaldo kehrte zum Stadtrivalen United zurück. Titelverteidiger Manchester City operiert in dieser Saison erneut ohne echten Stürmer – aber mit Erfolg. Pep Guardiolas Mannschaft ist als Tabellenzweiter in Schlagdistanz zu Chelsea. Die Tore verteilen sich über die ganze Mannschaft. Bernardo Silva und Phil Foden sind mit je drei Treffern die besten Schützen. Dahinter ist Gündogan einer von gleich fünf Spielern mit zwei Toren. Nach überstandener Verletzung überzeugte er zuletzt beim 2:0 im Derby gegen United “in der Abwehr und im Angriff”, wie die “Times” notierte. Und das sogar als Kapitän. Im DFB-Team erzielte er drei Tore.

Ist der Hype um Ronaldo schon wieder vorbei?

Manchester United bietet großes Theater im Moment. Zwei Demütigungen innerhalb von zwei Wochen – 0:5 gegen Liverpool, 0:2 gegen City, jeweils im heimischen Old Trafford – haben wieder einmal gezeigt, wie weit der Rekordmeister hinter den Branchenführern zurückgefallen ist, trotz Ronaldo. Der Portugiese ist es allerdings auch, der Spiele mit seiner Klasse immer wieder dreht, vor allem in der Champions League. Ohne den Rückkehrer wäre Trainer Ole Gunnar Solskjaer sein Amt wohl längst los. Zinedine Zidane wird bereits als Nachfolger gehandelt.

Bekommt Werner bei Chelsea noch die Kurve?

Der Deutsche ist bei den Fans der Londoner beliebt, weil er sich nie aufgibt, trotz teilweise absurder Chancen-Verschwendung, ständiger Abseits-Pfiffe und seines Abstiegs in der Sturm-Hierarchie nach Lukakus Ankunft im Sommer. Wenn beide wieder fit sind, dürfte Werner wieder nur Nummer zwei im Chelsea-Angriff sein. Dass man auch als Ergänzungsspieler zum Helden werden kann, hat Havertz letzte Saison mit seinem Siegtreffer im Champions-League-Finale bewiesen. Ein vorzeitiger Abgang von Werner ist entgegen vieler Gerüchte aktuell kein Thema.

Steigt Newcastle United mit den Saudi-Millionen ab?

Nach der Übernahme durch den Staatsfonds Saudi-Arabiens sind die “Elstern” der potenziell reichste Klub der Welt und träumen von internationalem Glanz. Die Gegenwart ist trist. Als Tabellenvorletzter hat der Verein schon fünf Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Der neue Trainer Eddie Howe genießt in England großes Ansehen, weil er den AFC Bournemouth aus der dritten Liga in die Premier League führte. Am Ende allerdings stieg er mit dem Klub ab. In Newcastle droht ihm das gleiche Schicksal.