02. März 2021 / 11:18 Uhr

Nach dem Hamburg-Derby: Die Ausgangslage für Bochum, Kiel, Fürth und den HSV im Aufstiegsrennen

Nach dem Hamburg-Derby: Die Ausgangslage für Bochum, Kiel, Fürth und den HSV im Aufstiegsrennen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der HSV um Kapitän Tim Leibold hat durch die Derbyniederlage gegen St. Pauli die Tabellenführung verloren. Der SPORTBUZZER blickt auf die Ausgangslagen im Kampf um den Aufstieg.
Der HSV um Kapitän Tim Leibold hat durch die Derbyniederlage gegen St. Pauli die Tabellenführung verloren. Der SPORTBUZZER blickt auf die Ausgangslagen im Kampf um den Aufstieg. © IMAGO / Baering / Montage
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Der Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga ist nach dem Derbysieg des FC St. Pauli gegen den Hamburger SV noch spannender geworden. Bochum, Kiel, Fürth, HSV: Der SPORTBUZZER analysiert die Chancen und das Restprogramm der vier aktuellen Top-Teams der zweiten Liga.

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Sie hatten sich laut HSV-Trainer Daniel Thioune "viel vorgenommen, wollten arbeiten und leidenschaftlich sein". Auch wenn man dem einstigen Bundesliga-Dino das Engagement am Montagabend nicht absprechen konnte, stand am Ende eine bittere 0:1-Derbypleite beim FC St. Pauli - und damit ein weiterer Rückschritt im Kampf um die Rückkehr ins Oberhaus. Neben der Schmach der verlorenen, inoffiziellen Stadtmeisterschaft mussten die Rothosen (42 Punkte) den Absturz in der Zweitliga-Tabelle von Platz eins auf vier verkraften, die vom VfL Bochum (45) aufgrund des besseren Torverhältnisses vor den punktgleichen Kielern (45) und dem Dritten Greuther Fürth (43) angeführt wird.

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Thiounes Reaktion im Anschluss an die Niederlage fasste die Gemengelage treffend zusammen: "Erstmal fühlt sich der Abend beschissen an." Nach dem vierten Ligaspiel in Folge ohne Dreier (3:3 in Aue, 0:0 gegen Fürth, 2:3 in Würzburg und 0:1 auf St. Pauli) muss der HSV die Sieglos-Serie dringend stoppen. Doch: Die Aufgaben in den kommenden Wochen haben es in sich! An den nächsten beiden Spieltagen warten auf die Hamburger mit Holstein Kiel (08.03.) und Bochum (12.03.) zwei direkte Aufstiegskonkurrenten. Danach müssen die Hanseaten gegen den Vorjahresdritten Heidenheim (20.03.) und beim "kleinen HSV" aus Hannover weitere Stolpersteine aus dem Weg räumen.

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HSV gegen Kiel: Nord-Duell mit Signalwirkung

Eine Woche nach der Enttäuschung im Derby hat der HSV erneut am Montagabend die Gelegenheit, sich im Aufstiegsrennen zu behaupten. Vieles wird davon abhängen, wie sich der Tabellenzweite Kiel unter der Woche im DFB-Pokal-Viertelfinale (Mittwoch, 18.30 Uhr gegen Rot.Weiß Essen) schlägt. Die Bayern-Bezwinger wollen mit ihrem ersten Halbfinal-Einzug Historisches erreichen. Die Chance für den angeschlagenen HSV: Gelingt den "Störchen" ein weiterer Erfolg, könnte der anhaltende Traum vom Pokalsieg die Prioritäten - zumindest im Hinterkopf - verschieben. Scheitert Kiel wiederum an dem Viertligisten, könnte die euphorische Stimmung im hohen Norden kippen.

Auch wenn das Team von Ole Werner eine starke Rückrunde spielt, mussten die Kieler zuletzt am 22. Spieltag bei Mitkonkurrent Fürth eine 1:2-Niederlage hinnehmen. Das Restprogramm ähnelt dem der Hamburger, denn für Kiel geht es im Anschluss gegen Heidenheim (12.03.) und Hannover (19.03.), ehe Ostern gegen Bochum (03.04.) das nächste Aufstiegsspiel ansteht.

Bochum erstmals seit 2015 Tabellenführer am Ende eines kompletten Spieltags

Der einzige Aufstiegskandidat aus dem Ruhrpott hat es geschafft, sich ohne große Siegesserien (oder auch Krisen) in der Spitzengruppe zu etablieren. Die Belohnung: nach dem souveränen 3:0 gegen die Würzburger Kickers darf der VfL erstmals seit Oktober 2015 am Ende eines kompletten Spieltags wieder von der Sonne grüßen. Bochums Danny Blum brachte nach dem Heimsieg auf den Punkt, warum der Revierklub aktuell ganz oben steht: "Ich glaube, man hat gemerkt, dass wir alle heute richtig Bock hatten, guten Fußball zu spielen." Hält diese Einstellung an, dürfte der siebte Wiederaufstieg winken. Zuletzt schnupperten die Bochum-Fans in der Saison 2009/10 Bundesliga-Luft.

Auch Fürth kennt die Beletage aus früheren Zeiten - allerdings bei weitem nicht so gut wie Aufstiegskonkurrent Bochum. Die Franken spielten 2012/13 im Oberhaus und gehören in dieser Saison etwas überraschend zu den Anwärtern. Die Mannschaft von Stefan Leitl blickt inzwischen auf acht Spiele in Folge ohne Niederlage zurück. Hält dieser Lauf auch gegen Bochum (06.03.) an und wird zu Hause mit drei Punkten belohnt, würde Fürth den Kontrahenten in der Tabelle überholen.

Beim 2:2 zuletzt in Hannover war Fürth die spielerisch bessere Mannschaft, konnte die große Chance jedoch nicht nutzen. „Auch Bochum werden wir versuchen zu schlagen“, kündigte Sportchef Rachid Azzouzi an, der anders als sein Coach offen vom Aufstieg spricht. „So wie wir spielen, sind wir zu Recht da oben. Wir wehren uns gegen nichts."

Außenseiter KSC: Wenn sich vier streiten, freut sich der Fünfte?

Klar ist: Am kommenden 24. Spieltag kommt es zum direkten Showdown der Top 4 der Liga, wenn Fürth Samstag auf Bochum (13 Uhr) und der HSV Montag (20.30 Uhr) auf Kiel trifft. Und wenn sich vier streiten, könnte sich der Fünfte freuen. Die Rede ist von Traditionsklub Karlsruher SC, der mit 39 Punkten nur vier Zähler von Relegationsrang drei entfernt ist und am kommenden Wochenende den Derbysieger St. Pauli (06.03.) empfängt. „Das neue Ziel sind 50 Punkte. Das haben wir uns im gemeinsamen Dialog mit der Mannschaft gesteckt“, verriet Christian Eichner nach dem 1:0-Sieg in Darmstadt. Der Coach vermied es weiter bewusst, nun die Jagd auf die Aufstiegsplätze auszurufen.