30. Mai 2021 / 14:00 Uhr

Wolfsburgs Siersleben: "Natürlich mache ich mir Gedanken über meine Zukunft"

Wolfsburgs Siersleben: "Natürlich mache ich mir Gedanken über meine Zukunft"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Feierte sein Bundesliga-Debüt gegen Mainz: Aber die Zukunft von Wolfsburgs Tim Siersleben ist ungewiss.
Feierte sein Bundesliga-Debüt gegen Mainz: Aber die Zukunft von Wolfsburgs Tim Siersleben ist ungewiss. © imago images/HMB-Media
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Tim Siersleben hat gegen Mainz am vergangenen Wochenende sein Bundesliga-Debüt gefeiert. Es lief zwar nicht alles rund, aber glücklich ist der Innenverteidiger dennoch.

Es war am Samstag beim gemeinsamen Mittagessen vor dem Saisonfinale des VfL gegen Mainz 05 (2:3). "Da hat der Trainer mir gesagt, dass ich mein Debüt geben werde", erzählt Tim Siersleben von der Absprache mit Ex-Wolfsburg-Coach Oliver Glasner (wechselt nach Frankfurt). Und genauso kam es, der Innenverteidiger lief am späten Nachmittag zum ersten Mal in der Fußball-Bundesliga auf. Doch wie es für ihn weitergeht, ist offen.

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Das Talent von Siersleben hatte Glasner schon früh nach seiner Ankunft in Wolfsburg 2019 erkannt und ihn regelmäßig bei den Profis trainieren lassen. Jetzt gab's unter dem Österreicher sogar noch das Bundesliga-Debüt. "Ich bin Oliver Glasner sehr dankbar", sagt Siersleben. "Er ist ein Trainer, den ich in Erinnerung behalten werde, denn ich konnte in eineinhalb Jahren unter ihm sehr viel lernen." Doch wie seine Zukunft aussieht, ist ungewiss. Große Chancen auf Einsatzzeit hat er beim VfL nicht - und jetzt nicht mal mehr in der Zweiten, denn die wurde vom Spielbetrieb abgemeldet. Denkbar ist eine Leihe zum neuen Kooperationspartner der Wolfsburger, SKN St. Pölten. Zwar würde er gern in Deutschland bleiben, aber, so Siersleben: "Natürlich mache ich mir Gedanken über meine Zukunft. Wenn etwas kommt, wo die Einsatzchancen größer sind, höre ich schon genau hin."

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Jetzt jedenfalls hat Siersleben sein erstes Bundesliga-Spiel auf dem Konto - und das war emotional. Bis zum Anpfiff gegen Mainz war Siersleben noch ziemlich entspannt, seine Nervosität hielt sich in Grenzen, "weil ich auch nicht wusste, wie lange ich spielen werde". Anders war es dann in der Halbzeitpause, als Glasner auf den Abwehrmann zugekommen war und ihm mitteilte, dass er in zehn Minuten ins Spiel komme. "Da", so Siersleben ehrlich, "ging mir schon die Pumpe." Letztlich waren es zwar zwölf Minuten, aber seine Anspannung stieg, doch damit auch die Vorfreude. "Als ich zur Bank gelaufen bin, mich umgezogen habe und dann auf den Platz gegangen bin, musste ich einfach nur lachen, weil ich mich so gefreut habe. Das war ein richtig schöner Moment, ein Traum ist in Erfüllung gegangen."

Siersleben fand gut rein ins Spiel, seine Nebenleute Maxence Lacroix, Paulo Otavio, aber auch die beiden Sechser Maximilian Arnold und Xaver Schlager haben es ihm "sehr leicht gemacht" - zur Freude des Abwehrmanns. Aber es lief nicht alles nach Plan. Denn in der 77. Minute merkte der 21-Jährige spätestens den Unterschied zwischen Regionalliga (dort hatte er vor Corona noch für die U23 gespielt) und der Bundesliga: Bei einer Ecke sprang der Mainzer Stefan Bell höher als Siersleben - und köpfte zum 3:2-Endstand ein. Das sei der "einzige fade Beigeschmack" gewesen, so der Youngster. "Ich würde nicht sagen, dass ich nicht konsequent hoch gegangen bin, aber er hat mir schon noch mal einen halben Meter abgenommen. Wenn du nicht hellwach bist, wird das sofort bestraft. Wobei ich mir da bei dem Gegentor gar nicht groß einen Vorwurf mache."

Den einen oder anderen "dummen Spruch" à la "Du hättest ja mal richtig hoch springen können..." musste sich Siersleben, der 2016 aus der Jugend des FC Magdeburg nach Wolfsburg gewechselt war, anschließend von seinen Teamkollegen dennoch gefallen lassen. Da die Champions League aber schon vor dem Spiel sicher war und die Niederlage keine Auswirkungen hatte, war der Fehler halb so wild. Es gab auch aufmunternde Worte. Siersleben: "Alle haben gesagt, dass der Einsatz verdient war."