03. September 2021 / 21:13 Uhr

Wolfsburgs Pervan nicht mehr im Österreich-Kasten? "Die Tür ist nicht zu"

Wolfsburgs Pervan nicht mehr im Österreich-Kasten? "Die Tür ist nicht zu"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Glaubt ans Comeback in der österreichischen Nationalmannschaft: Wolfsburgs Torhüter Pavao Pervan.
Glaubt ans Comeback in der österreichischen Nationalmannschaft: Wolfsburgs Torhüter Pavao Pervan. © Roland Hermstein
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Pavao Pervan vom VfL Wolfsburg wurde diesmal nicht für die Länderspiele der österreichischen Nationalmannschaft nominiert. Doch der Torhüter glaubt ans Comeback - und würde seinen im Sommer auslaufenden Vertrag gern verlängern.

Sieben Länderspiele hat VfL-Torhüter Pavao Pervan schon auf dem Konto, doch für die gerade anstehenden Partien Österreichs wurde der 33-Jährige nicht nominiert. "Das war sehr hart für mich", sagt der Keeper des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten im Gespräch mit dem SPORTBUZZER. Aber ist das Kapitel Nationalmannschaft jetzt durch? Nein, so der Schlussmann, "die Tür ist nicht zu".

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Statt beim Nationalteam zu sein, verbringt Pervan die freien Tage mit der Familie in Kopenhagen. Den 2:0-Erfolg der Österreicher in der WM-Quali Mitte der Woche in Moldawien musste er vor dem Fernseher verfolgen. "Das war ein klassischer Pflichtsieg", sagt der Torwart. Allerdings wäre er lieber mit vor Ort gewesen, hätte am liebsten auf dem Platz mitgeholfen. Aber er durfte nicht, Trainer Franco Foda verzichtete diesmal auf den sympathischen Wolfsburger. "Natürlich war ich enttäuscht und traurig über die Nicht-Nominierung", gibt Pervan zu. "Aber ich habe es zu einem gewissen Teil verstanden, weil jetzt ein neuer Zyklus beginnt und der Trainer Spieler hat, die in ihren Vereinen regelmäßig spielen und gute Leistungen bringen."

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Und das ist bei Pervan in Wolfsburg nicht gegeben, Kapitän Koen Casteels ist die unumstrittene Nummer 1, der Österreicher sein Stellvertreter. Schon vor der EM sei eine mögliche Nicht-Nominierung für Österreich ein Thema gewesen, "aber da wollte der Trainer mich unbedingt dabei haben, weil er sehr zufrieden mit meinen Leistungen war", erzählt Pervan. Das ist jetzt nicht anders, allerdings bekommen nun andere Torhüter die Chance, sich zu zeigen.

Der VfL-Profi nimmt es gewohnt sportlich, er ist auch in Wolfsburg niemand, der auf die Barrikaden geht, sondern sich immer in den Dienst des Teams stellt. "Ich weiß, wie wichtig Zusammenhalt in einer Mannschaft ist und dass man auch abseits des Platzes viel für das Team tun kann – und das mache ich gerne", sagt Pervan und gibt die Hoffnung auf ein Nationalteam-Comeback nicht auf: "Der Trainer hat mir auch gesagt, dass sie wissen, was sie an mir haben."

Pervan ist aber nicht der einzige VfLer, der diesmal nicht dabei ist. Auch Xaver Schlager kann aufgrund seiner schweren Knieverletzung nicht mitwirken. "Das ist sehr schmerzhaft", sagt Pervan, "nicht nur für Wolfsburg, auch für die Nationalmannschaft. In erster Linie tut es mir aber für Xaver leid." Schlager sei ein "unermüdlicher Arbeiter, der extrem viele Meter macht, viele Balleroberungen hat, wichtig für die Stabilität in der Mannschaft ist. Er hat das Gefühl dafür, wann er ein Spiel beruhigen muss." Das einzig Gute sei, "dass Xaver mental stark ist. Daher glaube ich, dass er früher zurückkommt als anzunehmen ist."

Gleichwohl fehlt dieser Spielertyp den Österreichern in den nächsten Spielen am Samstag (20.45 Uhr) in Israel sowie am Dienstag (20.45 Uhr) gegen Schottland. Und die Ösis brauchen unbedingt Punkte, sind in Gruppe F nur Dritter, fünf Punkte hinter Spitzenreiter Dänemark. Pervan: "Wenn man sich unsere Gruppe anschaut und sieht, wie ausgeglichen sie ist, stehen wir schon unter Druck."


Wo Pervan hingegen keinen Druck spürt, ist bei der Frage nach seiner Zukunft. Der Vertrag des Torhüters beim VfL läuft zwar im nächsten Jahr aus, aber noch ist Zeit. Einen Wunsch äußert der Keeper aber schon mal: "Ich fühle mich wahnsinnig wohl in Wolfsburg und wertgeschätzt im Verein, ich möchte gern bleiben. Ich würde mich freuen, wenn der Weg weitergeht." Seine Berater und der Klub "haben sich schon ein bisschen ausgetauscht", ohne dabei jedoch konkret zu werden. Pervan sei aber auch niemand, der groß pokert. Ihm sei es viel wichtiger, "dass wir uns zusammensetzen und die Dinge offen und ehrlich ansprechen. Aber ich bin sicher, dass das alles fair abläuft und optimistisch, dass wir eine gute Lösung finden. Beide Seiten wissen, was sie aneinander haben."