07. Juli 2020 / 07:35 Uhr

Auslaufende Verträge, Kaufpflicht von Toprak, Bittencourt und Selke: So geht es mit dem Werder-Kader weiter

Auslaufende Verträge, Kaufpflicht von Toprak, Bittencourt und Selke: So geht es mit dem Werder-Kader weiter

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Für die bislang an Werder Bremen ausgeliehenen Leonardo Bittencourt (links) und Ömer Toprak (hinten) greift durch die Bundesliga-Rettung eine Kaufpflicht. 
Für die bislang an Werder Bremen ausgeliehenen Leonardo Bittencourt (links) und Ömer Toprak (hinten) greift durch die Bundesliga-Rettung eine Kaufpflicht.  © imago images/Nordphoto
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Werder Bremen hat den Bundesliga-Abstieg doch noch abwenden können. Nun beginnen Aufbauarbeiten und Neustrukturierung, damit es nicht zu einer erneuten Zittersaison kommt. Eine Menge Geld fließt jedoch bereits in Spieler, die bereits da sind – die in dieser Spielzeit jedoch nicht überzeugen konnten. 

Die schonungslose Analyse fiel erst einmal aus. Noch lange nach dem glücklichen Ende einer "Katastrophen-Saison" (Trainer Florian Kohfeldt) stand Marco Bode mit einem Bier in der Hand auf der Tribüne der Heidenheimer Arena. Nicht nur dem Aufsichtsratschef von Werder Bremen war eine Mischung aus Erleichterung und Erschöpfung aus dem Gesicht abzulesen.

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Wenige Stunden der Freude über den Last-Minute-Verbleib in der Bundesliga wollen die Bremer sich noch gönnen. "Dann kommt der analytische Teil", kündigte der sichtlich platte Kohfeldt nach dem 2:2 im Relegations-Rückspiel beim 1. FC Heidenheim an. "Der wird kommen – und der ist unglaublich wichtig für die Zukunft von Werder Bremen." Etliche Fragen drängen sich schon jetzt auf.

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Nach Klassenerhalt: Kaufverpflichtungen greifen

Dabei im Fokus: Die Kaderplanung. Wie konnte es überhaupt zu dieser desolaten Spielzeit kommen? Warum gab es zu Beginn so viele Verletzte? Wieso wirkte die Mannschaft alles andere als fit? Und weshalb hinkten fast alle Neuzugänge den Ansprüchen hinterher? Es wird mit Blick auf die kommende Saison nicht nur wegen der Corona-Krise kaum Geld vorhanden sein, um die Fehler bei der Zusammenstellung der Mannschaft umfassend zu korrigieren. Durch den Klassenverbleib greifen die millionenschweren Kaufverpflichtungen für Ömer Toprak oder Leonardo Bittencourt. Elf Millionen Euro sollen sie zusammen kosten. Und: Hält Werder in der kommenden Saison wieder die Klasse, werden weitere zehn Millionen für den bisherigen Transferflop Davie Selke fällig.

Die Verträge der Spieler Fin Bartels, Sebastian Langkamp, Philipp Bargfrede laufen aus. Letzterer könnte seine Karriere womöglich sogar beenden und einen Anschlussvertrag bei Werder unterschreiben. Sicher Schluss in Bremen macht "Oldie" Claudio Pizarro. Was mit Leihspieler Kevin Vogt passiert, der bei der TSG 1899 Hoffenheim unter Vertrag steht, ist noch offen.

Trainer Kohfeldt lässt Zukunft offen

Eine weitere wichtige Frage: Wie geht es mit Kohfeldt weiter? Der 37-Jährige selbst ließ seine Zukunft zunächst offen. "Wir werden nichts am Zeitplan ändern. Wir werden uns die nächsten Tage zusammensetzen und besprechen, was das Beste für Werder ist." Bis zum Ende dieser Woche wollen Geschäftsführung und Aufsichtsrat mit Kohfeldt darüber beraten, ob man die Zusammenarbeit fortsetzt oder beendet. Deutlich länger dürfte die Ursachenforschung dauern.

Der Absturz von Werder Bremen in Bildern

Unterschiedlicher könnte die Stimmung kaum sein: 2004 holte Werder Bremen noch unter Trainer Thomas Schaaf (Bild links) die Deutsche Meisterschaft. 17 Jahre später folgte der ganz große Absturz. Werder ist aus der Bundesliga abgestiegen – ebenfalls unter Schaaf. Ein Überblick. Zur Galerie
Unterschiedlicher könnte die Stimmung kaum sein: 2004 holte Werder Bremen noch unter Trainer Thomas Schaaf (Bild links) die Deutsche Meisterschaft. 17 Jahre später folgte der ganz große Absturz. Werder ist aus der Bundesliga abgestiegen – ebenfalls unter Schaaf. Ein Überblick. ©

Erst mal wollen die Werder-Verantwortlichen durchatmen. Dass 31 Punkte über den Umweg Relegation überhaupt zum Klassenerhalt gereicht haben, sorgte bei Mittelfeldspieler Davy Klaassen und seinen Mannschaftskollegen für "eine große Erleichterung“. Ähnlich ging es auch Kohfeldt, der nach der späten Erlösung vorausblickte. "Es kann kein 'Weiter so' geben und es wird kein 'Weiter so' geben, das ist vollkommen klar“, sagte der Coach. "Aber heute darf gefeiert werden"