21. Oktober 2019 / 08:30 Uhr

Weghorst verhindert den Weltuntergang

Weghorst verhindert den Weltuntergang

Andreas Pahlmann, Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Er war mal wieder zur Stelle: VfL-Stürmer Wout Weghorst (r.) erzielte das 1:1 für die Wolfsburger, die weiterhin Zweiter sind.
Er war mal wieder zur Stelle: VfL-Stürmer Wout Weghorst (r.) erzielte das 1:1 für die Wolfsburger, die weiterhin Zweiter sind. © imago images/Picture Point LE
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Ein 1:1 bei RB Leipzig – der VfL Wolfsburg behauptet sich auch bei einem der Großen der Liga, ist jetzt 20 Spiele ungeschlagen und gibt seinem Manager damit im Nachhinein Recht.

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Es sei seine Befürchtung, so Jörg Schmadtke in der vergangenen Woche, „dass wir eine Weltuntergangsstimmung in Wolfsburg haben“ werden, wenn „wir in Leipzig verlieren“. Ob der Manager des Fußball-Bundesligisten damit Recht hatte, werden wir nie erfahren. Denn der Weltuntergang fiel aus, der VfL hat auch bei RB nicht verloren. Was viel wichtiger ist: Er hat beim 1:1 (0:0) gezeigt, dass er mit den Großen mithalten kann. Vor 39.200 Zuschauern trafen Timo Werner für RB und Wout Weghorst für die Wolfsburger.

Der VfL ist in einer engen Tabelle oben dabei, das war er vor dem Spiel auch schon. Trotzdem, so fand Schmadtke, sei die Stimmung rund um den Verein zu kritisch gewesen. Das Spiel am Samstag gibt ihm nun quasi Recht – und Wolfsburgs Serie wird immer spektakulärer: Der VfL ist unter dem neuen Trainer Oliver Glasner nun seit 20 Spielen ungeschlagen (elf Pflichtspiele, neun Testspiele). „Ich glaube nicht, dass ich das in meiner Karriere schon mal hatte. Das ist sehr gut, darauf können wir stolz sein“, sagte Torjäger Weghorst. „20 Spiele ohne Niederlage – das hatte ich noch nie. Das haben auch die wenigsten von uns schon mal erleben dürfen“, meinte Torhüter Pavao Pervan. „Es ist ganz wichtig zu sehen, dass es mit dem neuen Trainer so gut funktioniert. Denn der Unterschied zum letzten Jahr ist, was die Spielanlage betrifft, schon sehr groß bei uns.“

Wie lange die VL-Trainer auf ihre erste Niederlage warteten

VfL Wolfsburg: Wann die Trainer ihre erste Niederlage kassierten Zur Galerie
VfL Wolfsburg: Wann die Trainer ihre erste Niederlage kassierten ©
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Umschalt-Fußball statt Ballbesitz – was der VfL da spielt, wirkt manchmal immer noch gewöhnungsbedürftig, aber dass Glasner und seine Trainerkollegen dem Team in kürzester Zeit diese neue Spielidee eingeimpft haben, beeindruckt. „Die Spieler verstehen immer mehr von dem, was wir wollen. Ich schöpfe meine Zufriedenheit daraus, was die Jungs aus dem machen, was wir ihnen zeigen“, so Glasner.

Und so war die VfL-Vorstellung bei RB sehr reif, Leipzigs Speed-Fußballer Yussuf Poulsen, Marcel Sabitzer und Timo Werner kamen nur ganz selten zur Entfaltung – weil ihre Gegenspieler sehr oft sehr genau wussten, was zu tun ist. Diese Sicherheit macht Glasner stolz, schon zehn Minuten vorm Ende„habe ich meinem Co-Trainer gesagt: Egal, wie es ausgeht: Ich bin megazufrieden. Was ich da gesehen habe, war für mich ein Wow“, verriet der Trainer schmunzelnd. Und zu diesem Zeitpunkt hatte Weghorst den von Schmadtke angekündigten Weltuntergang noch nicht einmal verhindert.

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RB Leipzig - VfL Wolfsburg (1:1) ©

Dass der VfL ja erst einmal auch gegen die Großen bestehen müsse, war für Schmadtkes Geschmack vor dem Leipzig-Spiel ein zu großes Thema gewesen. Am Samstag zeigte der VfL vor allem in den letzten 25 Minuten, dass er bestehen kann – unabhängig vom Ergebnis. „Wir haben da keinen einzigen Konter zugelassen, haben selbst einige Möglichkeiten erspielt“, so Glasner. „Das befriedigt mich. In der zweiten Hälfte habe ich schon gewusst, dass ich nachts gut schlafen werde – die Leistung war gut.“ Am Ende so gut, dass es fast noch ein Sieg geworden wäre. „Wir waren ebenbürtig. Und wir haben uns diesen Punkt verdient. Es bedeutet zudem etwas, wenn der eine oder andere sagt, dass auch ein Sieg für uns drin war. Ich bin zu einhundert Prozent zufrieden“, so der Wolfsburger Trainer.

Der VfL hat nun nach acht Spieltagen 16 Zähler auf dem Konto, hat die wenigsten Gegentore der Liga, hat immer mindestens einmal getroffen und bleibt damit weiterhin in der Tabelle oben dabei. Wolfsburg bleibt Zweiter. „Da gibt es nichts zu meckern“, meinte Torschütze Weghorst, „mit dem Erreichten können wir ganz zufrieden sein.“ Und er fügte einen Satz hinzu, der nach Niederlagen oft nach billigem Trost klingt, nun aber eher wie eine Drohung an den Rest der Liga wirkt: „Wir können noch besser spielen.“

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