24. Juli 2019 / 10:27 Uhr

Wegen Mikroplastik: Steht der Kunstrasen vor dem Aus?

Wegen Mikroplastik: Steht der Kunstrasen vor dem Aus?

Knut Hagedorn
Märkische Allgemeine Zeitung
v.l.: René Wetzel, Ralf Leiskau, Christian Grimm und Roland Kerst äußern sich zur Mikroplastik-Thematik.
v.l.: René Wetzel, Ralf Leiskau, Christian Grimm und Roland Kerst äußern sich zur Mikroplastik-Thematik. © SPORTBUZZER-Grafik
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Oberhavel-Umfrage: Die Europäische Union prüft ein Verbot von Gummi-Granulat auf Kunststoffplätzen bis 2022 – in Oberhavel kommt dieser Plan gar nicht gut an.

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René Wetzel, Fußball-Abteilungsleiter SV Mühlenbeck: „Wir haben nur diesen einen Kunstrasenplatz, dort trainieren zehn Mannschaften. Aktuell ist montags und mittwochs auch noch Grün-Weiß Bergfelde auf dem Platz. Sollte diese Regelung wirklich in Kraft treten, würden wir an die Gemeinde herantreten, denn wir sind ja nur Gast auf dieser Schulsportanlage. Ich frage mich, ob es nicht auch eine Lösung mit Quarzsand gibt. In letzter Konsequenz würde das aber bedeuten, dass wir hier nicht mehr spielen können.“

Ralf Leiskau, Technischer Leiter Oranienburger FC Eintracht: „Das wäre ein massiver Einschnitt, der unseren gesamten Spiel- und Trainingsbetrieb gefährden würde. Wenn die dunkle Jahreszeit kommt, geht fast alles über den Kunstrasen, weil es der einzige Platz mit Beleuchtung ist. Dieses Verbot würde den Verein im Extremfall in seiner Existenz bedrohen. Aber wir lassen uns auch noch nicht verrückt machen, sondern warten erstmal ab. Es wären ja auch viele andere Vereine von dem Problem betroffen.“

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Christian Grimm, 1. Vorsitzender Grün-Weiß Bergfelde: „Diese Nachricht ist eine Katastrophe, die jetzt alle aufgeschreckt hat und den gesamten Breitensport bedroht. Wir kämpfen seit knapp 20 Jahren um eine neue Sportanlage, auf der auch ein Kunstrasenplatz geplant ist. Nicht, dass dieses Argument jetzt genutzt wird, um das Projekt wieder hinten anzustellen. Eigentlich soll im Herbst der Spatenstich sein. Wir werden das Thema auf jeden Fall mit in das nächste Gespräch mit dem Bürgermeister nehmen.“

Roland Kerst, Fußball-Abteilungsleiter Fortuna Glienicke: „Wenn es wirklich zu diesem Vorhaben kommt, wäre das problematisch. Für uns ist ein Kunstrasenplatz alternativlos. Die Anlage in der Bieseheide wird mit uns, dem SV Glienicke und der SG Schönfließ von drei Vereinen genutzt. Das wäre mit einem Naturrasenplatz gar nicht möglich. Man muss dazu sagen, dass unser Platz schon mehr mit Sand als mit Granulat befüllt ist, da wir ja im letzten Jahr Probleme hatten, als das Granulat verklumpte.“