02. August 2019 / 18:31 Uhr

Vor Saisonstart: Verletzungsschock bei Blau-Weiss Hohen Neuendorf

Vor Saisonstart: Verletzungsschock bei Blau-Weiss Hohen Neuendorf

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Dustin John, hier noch im Trikot des SV Mühlenbeck.
Dustin John, hier noch im Trikot des SV Mühlenbeck. © Steffen Brabetz
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Blau-Weiss Hohen Neuendorfs Neuzugang Dustin John erleidet im ersten Einsatz für den neuen Verein einen Kreuzbandriss.

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Schlimmer hätte der Neuanfang für Dustin John beim SV Blau-Weiss Hohen Neuendorf nicht laufen können. „Ich hätte mir einen besseren Start gewünscht“, sagt der 28-jährige Fußballer, der gerade erst vom Kreisligisten SV Mühlenbeck zu dem Berliner Landesliga-Absteiger aus der Niederheide gewechselt war und nun schon wieder außer Gefecht gesetzt ist. Im Test gegen Teutonia Spandau riss John sich das Kreuzband.

Dustin John hat noch genaue Erinnerungen an die Szene: „Ich habe schnell abgebremst. Dann ist das passiert, was mir vor neun Jahren schon einmal passiert ist: Es hat kurz geknackt“, beschreibt der Mittelfeldspieler und fügt hinzu: „Ich wollte es erst nicht wahrhaben. Dann war mir aber schnell klar, dass es wieder ein Kreuzbandriss ist.“

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Die Geschichte hat sich für den Fußballer aus Hohen Neuendorf wiederholt. Rückblick: Vor neun Jahren war er von den Blau-Weißen nach Mühlenbeck gewechselt. „Da habe ich mich auch verletzt, damals habe ich aber wenigstens noch ein Saisonspiel geschafft. Und jetzt komme ich zurück und es passiert wieder“, so John, für den die erneute Verletzung zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt kommt. „Ich sollte mit meinem 13 Monate alten Kind die Eingewöhnung in der Kita machen“, sagt er. Auch seinen Pflegerjob kann er bis auf weiteres nicht ausüben. Da steht Fußball hinten an: „Ich weiß im Moment nicht, ob ich noch einmal spielen werde. Da sind andere Dinge wichtiger.“

Trotzdem blickt der Ex-Mühlenbecker schon wieder nach vorn. Die Operation hat er bereits überstanden. Heute kann er die Schiene entfernen. „Und nächste Woche beginnt dann die Physiotherapie und dann folgt die Reha und der Muskelaufbau“, so John, der nach seinem Wechsel zurück nach Hohen Neuendorf eigentlich noch einmal höherklassig angreifen wollte.

„Das ist bitter, es tut mir wirklich leid für den Jungen“, sagt Blau-Weiss-Trainer Torsten „Schnecke“ Thiel. „Er hat in der ersten Woche, in der er bei uns war, richtig gut trainiert.“ Nach der Verletzung half der Coach, schnell einen Termin bei einem Fachmann in Berlin zu bekommen. Es ist nicht das erste Mal, dass Thiel in der Vorbereitung solch schwere Verletzung beklagen muss. „Da hinterfragt man sich als Trainer natürlich auch, ob das vielleicht an der Trainingsmethodik liegt“, gesteht der 48-Jährige.

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Thiel muss seine Mannschaft nach dem Abstieg aus der Berliner Landesliga völlig neu aufstellen. „Es ist ein Riesenumbruch, der da stattgefunden hat“, sagt er. Auch wenn der Abstieg schwer wiegt, sei der Zeitpunkt doch der richtige gewesen. „Die Jungs machen das sehr gut, sie sind motiviert und engagiert“, lobt der Blau-Weiss-Trainer.

Am Wochenende steht mit dem eigenen Fleischerei-Grönke-Cup ein echter Gradmesser auf dem Programm. Den gab es auch am Donnerstagabend schon, als Landesligist SV Zehdenick zum Test in der Niederheide zu Gast war. Teilweise war Thiel da mit der Leistung seiner Elf trotz der 1:3 (0:1)-Niederlage zufrieden, vor allem in der Defensive. Die Zehdenicker gingen aber gerade im ersten Durchgang zielstrebiger zu Werke und durch Adrian Wittur (10.) auch früh in Führung. Nach dem Seitenwechsel agierten die Hohen Neuendorfer besser und Dennis Behrendt köpfte zum 1:1-Ausgleich ein (66.). Zwei Konter führten aber zum 2:1 durch Luca Krüsemann (72.) und 3:1 durch Stefan Kerl (87.). „Unser Passspiel war katastrophal. Anstatt des einfachen Passes, haben wir zu oft den komplizierten versucht“, bemängelte Thiel.