16. Mai 2020 / 09:45 Uhr

Vor fast genau einem Jahr sorgt ein Eigentor für den VfL-Rekord

Vor fast genau einem Jahr sorgt ein Eigentor für den VfL-Rekord

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Das Tor, das den VfL-Sieg zum Rekordsieg machte: Augsburgs Kevin Danso lenkt den Ball durch die Beine von Torwart Gregor Kobel.
Das Tor, das den VfL-Sieg zum Rekordsieg machte: Augsburgs Kevin Danso lenkt den Ball durch die Beine von Torwart Gregor Kobel.
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75 Jahre wird der VfL Wolfsburg   alt: Grund genug, um an besondere Fußball-Momente zu erinnern – und an wichtige, kuriose und spezielle Tore. In unserer Serie „Jeden Tag ein Tor“ stellen wir jeweils einen dieser Treffer vor und erzählen die Geschichte dahinter. Heute geht’s passendend zum VfL-Spiel in Augsburg um den Rekordsieg, für den fast auf den Tag genau vor einem Jahr ein Eigentor sorgte.

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Dass er am Ende auch noch für eine Wolfsburger Rekordmarke gesorgt hatte, war Kevin Danso herzlich egal. Der Tag war ohnehin gelaufen für den Abwehrspieler und seine Kollegen des FC Augsburg. Tor um Tor hatte ihnen der VfL Wolfsburg an diesem 18. Mai 2019 eingeschenkt, Dansos Eigentor zum 8:1-Endstand, bei dem Torwart Gregor Kobel der Ball durch die Beine ging, war da aus Sicht der Gäste kaum mehr als der passende Abschluss. Für den VfL aber wurde der Sieg so zum höchsten Sieg der Bundesliga-Geschichte – mehr als 20 Jahre nach einem 7:1 gegen Borussia Mönchengladbach. Damals musste der Trainer der Geschlagenen gehen (Friedel Rausch), diesmal ging der Trainer des Siegers – nachdem er zuvor auf Schultern getragen wurde.

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Mit dem Rekordsieg am letzten Spieltag machte der VfL den Einzug in die Europa League perfekt. Die Torejagd war sinnvoll gewesen, immerhin hätte am Ende vielleicht auch noch die Tordifferenz über die Abschlussplatzierung entscheiden können. Und so trafen sie fast nach Belieben, Wout Weghorst gleich dreimal, dazu noch Robin Knoche, Daniel Ginczek, Elvis Rexhbecaj und Josip Brekalo. Auf der Tribüne wurde Lenny Nero am Mikrofon des Wölferadios Arena live immer heiserer. An das achte VfL-Tor kann er sich noch gut erinnern. „Das hat es in Wolfsburg noch nie gegeben! Wir haben Geschichte geschrieben!“, rief er ins Mikro, als das Rekord-Tor fiel. „Und“, so erzählt er, „ich kann mich noch gut an mein fast hysterisches Lachen erinnern...“

5:1, 6:0, 7:1 - Die höchsten Bundesliga-Siege des VfL Wolfsburg

5:1!  Heimspiel gegen den 1. FC Köln am 9.3.2002; VfL-Tore: Klimowicz (2), Rau, Petrov, Karhan. Zur Galerie
5:1!  Heimspiel gegen den 1. FC Köln am 9.3.2002; VfL-Tore: Klimowicz (2), Rau, Petrov, Karhan. ©

Nach dem Ablauf feierten die VfLer Trainer Bruno Labbadia, dessen Abschied aus Wolfsburg schon seit Wochen festgestanden hatte. „Das war seine Entscheidung, das muss man respektieren“, so Lenny Nero, der mit bürgerlichem Namen Lars M. Vollmering heißt. Mittlerweile ist Labbadia Hertha-Trainer, feiert beim Spiel in Hoffenheim seine Premiere auf der Berliner Bank. „Als Typ passt er ganz gut nach Berlin“, glaubt Vollmering, „er ist ähnlich ambitioniert wie der Verein...“

Jeden Tag ein Tor: Hier gibt es alle Teile der Serie!

Kevin Danso, in Österreich geboren und im Alter von sechs Jahren mit seinen Eltern nach England umgezogen, spielt mittlerweile wieder in dem Land, in dem er aufgewachsen ist; vor dieser Saison lieh der FCA den Unglücksraben vom Wolfsburger Rekordsieg zum FC Southampton aus, wo er auf sechs Premier-League-Einsätze kam. Auch der Trainer von damals, Ex-VfL-Coach Martin Schmidt, ist nicht mehr in Augsburg im Amt. Und die Vorzeichen vor dem Wiedersehen am ersten Geisterspieltag der Liga, sind sowieso ganz andere.

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Vor dem 8:1-Spiel war Wolfsburg klarer Favorit, diesmal wird viel davon abhängen, welches Teams sich besser auf die ungewohnten Umstände der Partie einstellen kann. Gutes Omen aus Wolfsburg: Wie beim Rekordsieg vor einem Jahr sitzen auch diesmal wieder Lenny Nero und André Voigt am Wölferadio-Mikrofon. Das steht aber nicht im Augsburger Stadion, sondern im Fanhaus neben der VW-Arena, wo die beiden alleine vor einer Leinwand sitzen werden. „Das wird ungewohnt“, sagt Vollmering, „aber wir geben wie immer alles.“