15. Mai 2021 / 09:40 Uhr

Vlachodimos will mit Dynamo Dresden jetzt „den Deckel draufmachen“

Vlachodimos will mit Dynamo Dresden jetzt „den Deckel draufmachen“

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
08.05.2021, Sachsen, Dresden: Fußball: 3. Liga, SG Dynamo Dresden - Viktoria Köln, 36. Spieltag, im Rudolf-Harbig-Stadion. Dynamos Philipp Hosiner (l.) jubelt nach seinem Elfmetertor zum 2:0 mit Panagiotis Vlachodimos (M.), dahinter Heinz Mörschel.
Panagiotis Vlachodimos fühlt sich inmitten der Kollegen Philipp Hosiner (l.) und Heinz Mörschel (r.) derzeit sauwohl. © DPA/r. MICHAEL
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Der SGD-Mittelfeldspieler Panagiotis Vlachodimos ist heiß auf die nächste Aufstiegsfete. Bereits 2018 gelang dem Deutsch-Griechen mit Olympique Nimes der Aufstieg in die Ligue 1. Nun soll auch der Sprung in die 2. Bundesliga mit Dynamo Dresden gelingen und das am liebsten ohne Relegation.

Dresden. Kurz vor dem Ende seiner ersten Spielzeit bei Dynamo Dresden musste sich Panagiotis Vlachodimos am Freitagmittag noch einmal den Fragen der Journalisten stellen. Auf seiner ersten Online-Pressekonferenz seit seinem Wechsel an die Elbe im vergangenen Sommer gewährte der in Stuttgart geborene Deutsch-Grieche bereitwillig Einblick in sein Seelenleben, das in dieser Saison für den 29-Jährigen nicht immer fröhlich-entspannt, sondern nicht selten von Fragen und Zweifeln geprägt war. Schließlich war der Vater einer Tochter nach gutem Beginn lange weg vom Fenster gewesen, hatte unter Trainer Markus Kauczinski keine Rolle mehr gespielt.

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Doch unter dessen Nachfolger Alexander Schmidt ist alles ganz anders, da konnte Vlachodimos zeigen, warum ihn Sport-Geschäftsführer Ralf Becker voriges Jahr geholt hat. Seit Schmidt Kauczinskis Nachfolge antrat, war „Pana“ in allen vier Spielen dabei, sorgte mit zwei Vorlagen und einem Tor maßgeblich mit dafür, dass Dynamo im Saisonendspurt wieder die Nase vorn hat.

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„Das waren Wochen der Freude, die für mich persönlich und die Mannschaft erfolgreich waren“, gestand der ältere Bruder von Benfica-Torwart Odysseas Vlachodimos. Der neue Trainer habe sich viel mit ihm beschäftigt, ihm auf dem Platz genau erklärt, was er von ihm verlangt. Dafür sei er Schmidt sehr dankbar, versicherte der ehemalige U21-Nationalspieler Griechenlands. Ein Dankeschön richtete der Außenbahnspieler, der im vergangenen Sommer die Rückennummer 7 vom zeitweise ausgemusterten Niklas Kreuzer übernommen hatte, aber auch an die Mitspieler, die ihm über die schwere Zeit hinweggeholfen hätten: „Die Jungs haben mir nie das Gefühl gegeben, nicht dazuzugehören.“


Aufstieg herbei sehnen

Doch wenn man monatelang nicht spielt, auf der Tribüne hockt, dann fällt es mitunter schwer, optimistisch zu bleiben. An einen Wechsel zur Winterpause habe er dennoch nie gedacht. In Dresden fühle sich seine Familie sehr wohl: „Ich möchte lange hier bleiben. Ich mag alles hier.“ Den Frust, sportlich einige Monate auf dem Abstellgleis geparkt worden zu sein, möchte er rasch vergessen: „Ich versuche, gar nicht mehr in der Vergangenheit rumzugrübeln.“

Stattdessen sehnt Vlachodimos den Aufstieg herbei, der schon am Sonntag feststehen könnte. „Jeder weiß, worum es in diesem Spiel geht. Wir wollen den Deckel draufmachen!“, bekannte er am Freitag. Das Kribbeln könne er schon spüren: „Ich freue mich riesig auf das Spiel am Sonntag, da ist schon eine gewisse Anspannung da.“ Spezielle Rituale habe er vor so wichtigen Partien keine, will sich diesmal auch möglichst wenig verrückt machen: „Ich versuche, konzentriert zu bleiben, das Spiel so zu nehmen wie die anderen auch.“

Aufstiegserfahrung mit Nimes

Aufstiegserfahrung hat der aus Großaspach nach Dresden gewechselte Profi schon, denn in Frankreich schaffte er 2018 mit Olympique Nimes den Sprung von der zweiten in die erste Liga Frankreichs. Nach 25 Jahren Abwesenheit in der Ligue 1 war dieser Aufstieg für die „Krokodile“ ein besonderer: „Das war ein super Erlebnis und es gab auch eine schöne Party“, weiß Vlachodimos noch, der zwei Jahre in Südfrankreich spielte, ehe er 2019 nach Deutschland in die Nähe seiner Heimatstadt Stuttgart zurückkehrte und bei der SG Sonnenhof neu anfing. Jetzt – trotz Einschränkungen durch die Corona-Pandemie – wieder einen großen Erfolg zu feiern, darauf hat der Rechtsfuß Bock.

Obwohl er gerade gut drauf ist und endlich viel spielen darf, würde er es nicht bedauern, wenn die Saison nach dem 38. Spieltag und nicht erst in der Relegation endet: „Natürlich möchte jeder Spieler viel spielen. Ich hoffe aber einfach, dass wir den Aufstieg perfekt machen und dass ich in der nächsten Saison mehr Einsatzzeiten bekomme und mehr spiele. Dann kann von mir aus diese Saison nächste Woche auch vorbei sein.“