05. April 2021 / 11:07 Uhr

Viel Taktik und Kampf: Dynamo Dresden scheut gegen Hansa Rostock das große Risiko

Viel Taktik und Kampf: Dynamo Dresden scheut gegen Hansa Rostock das große Risiko

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
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Ein gewonnener oder verlorener Punkt? Dynamo Dresden erreichte im Spitzenspiel gegen Hansa Rostock ein gerechtes 0:0. © dpa
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Die Schwarz-Gelben wollten gegen Hansa Rostock nicht wieder – wie zuletzt gegen 1860 München – ins offene Messer laufen. So erringen die Einheimischen im Spitzenspiel der 3. Liga zumindest einen Teilerfolg.

Dresden. Wenige Torchancen, dafür viel Kampf und Taktik prägten den Ostklassiker zwischen Dynamo Dresden und Hansa Rostock am Ostersonntag. Und ein Teil der Taktik von SGD-Cheftrainer Markus Kauczinski lautete schlussendlich auch, den Punkt beim 0:0-Unentschieden einfach mitzunehmen, kein zu hohes Risiko einzugehen.

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Aus negativen Erfahrungen gelernt

Der 51-Jährige wusste natürlich, dass die „Kogge“ einige Spiele in dieser Saison erst durch späte Tore auf ihre Seite gebracht hatte. Nun sah er eine zweite Halbzeit, in der die Rostocker phasenweise am Drücker waren. Und seine Schwarz-Gelben, die nicht schon wieder ins offene Messer rennen wollten. „Am Ende hat man gemerkt, dass ein bisschen 1860 München im Kopf ist“, erinnerte Kauczinski ans vorangegangene, mit 0:1 verlorene Spiel in Oberbayern. „Da haben wir ein spätes Tor kassiert, nachdem wir wild geworden sind nach vorne und unbedingt gewinnen wollten.“

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Punkteteilung im Ostduell: Das Spitzenspiel der 3. Liga endet mit einem 0:0 zwischen Dynamo Dredsen und Hansa Rostock. Zur Galerie
Punkteteilung im Ostduell: Das Spitzenspiel der 3. Liga endet mit einem 0:0 zwischen Dynamo Dredsen und Hansa Rostock. ©

Diesmal stellten sich die Dresdner geschickter an und machten hinten dicht. „Ich habe auch überlegt, ob ich Basti Mai noch mal nach vorn stelle, wo man mit langen Bällen kommen kann“, gab Markus Kauczinski zu, „aber du hast dann einfach das Gefühl, du stehst gut, und hast nicht das Gefühl, es kann ein Tor passieren. Mit der Erfahrung von 1860 München war für uns wichtig zu wissen, wir können so ein Spiel über die Bühne bringen.“

Nicht die schlechteste Option. Denn Dynamo hält dadurch die Mecklenburger auf Distanz, bleibt mit einem Punkt Vorsprung vor ihnen der Tabellenführer der 3. Liga. Doch es war das erwartet enge Spiel und harte Stück Arbeit gegen Hansa Rostock. „Man hat gemerkt, dass es für beide Mannschaften um extrem viel geht“, bilanzierte Gäste-Trainer Jens Härtel. Denn auch seine Truppe wollte natürlich nicht den entscheidenden Fehler machen. Und nicht zuletzt wurde offensichtlich, dass die beiden besten Defensivriegen der Liga aufeinandertrafen. Über weite Strecken erfolgreich hielten sie den jeweiligen Gegner vom eigenen Gehäuse fern.

Auch Hansa hatte gute Gelegenheiten

In Durchgang eins war es die Heimelf im Rudolf-Harbig-Stadion, die die besseren Torchancen hatte. Kevin Ehlers hätte im Familienduell gegen seinen Vater Uwe, Hansas Co-Trainer, die Dynamos schon früh in Führung bringen können, doch seinen Kopfball (5.) hielt Torwart Markus Kolke. Allerdings gab es vor allem in der Anfangsphase der Partie auch viele Unterbrechungen nach Fouls, als beide Teams um die Vorherrschaft auf dem Rasen stritten.

Die beste Gelegenheit bot sich nach einer halben Stunde durch eine einstudierte Kombination: Yannick Stark, der nach überstandenen Schulterproblemen erstmals wieder in der Startelf stand und Julius Kade auf die Bank verdrängt hatte, fand mit weitem Ball den ebenfalls rechtzeitig vorm Ostduell wieder fit gewordenen Christoph Daferner. Der legte per Kopf quer auf Philipp Hosiner, der Pascal Sohm auf die Bank verdrängt hatte. „Durch den glitschigen Boden wurde der Ball immer länger“, ärgerte sich Hosiner, der aus spitzem Winkel den Ball schließlich neben das Tor setzte.


In Durchgang zwei dann das umgekehrte Bild: Hansa hatte gute Gelegenheiten. „Wichtig ist, dass wir die Null gehalten und nicht viel zugelassen haben. Ein-, zweimal hatten wir ein bisschen Dusel, weil viel Hektik im Strafraum war, aber das gehört dazu“, meinte Kevin Ehlers. Konkret hielt Kevin Broll mit starker Reaktion einen abgefälschten Schuss von Bentley Bexter Bahn (49.), Sebastian Mai rettete in höchster Not gegen John Verhoek (63.) und Jan Löhmannsröben probierte es einfach mal per Hacke (83.), doch die Kugel rollte knapp am Tor vorbei.

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Kurz darauf nahm Markus Kauczinski dann seinen Toptorschützen Christoph Daferner und den blassen Heinz Mörschel vom Rasen, brachte Julius Kade und Luka Stor (84.). So signalisierte er zugleich, dass er kein übermäßiges Risiko mehr gehen möchte. Das hatten seine Mannen eigentlich schon über weite Strecken des Spiels ohnehin gescheut. „Ich habe mir natürlich gewünscht, dass wir in der zweiten Halbzeit dann noch mehr Aktionen haben. Da waren wir nicht klar und sicher genug, auch nach vorne gut zu kombinieren. Wir haben dann eher noch mal hintenrum gespielt“, schätzte der Trainer ein. Und so blieb es auch beim torlosen Remis.