27. Juni 2021 / 16:00 Uhr

Van Bommels Ziele mit dem VfL: "Wir müssen realistisch sein!"

Van Bommels Ziele mit dem VfL: "Wir müssen realistisch sein!"

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ersten sechs Spieltage sind terminiert: Mark van Bommel und der VfL Wolfsburg starten am 14. August in die neue Saison.
Ersten sechs Spieltage sind terminiert: Mark van Bommel und der VfL Wolfsburg starten am 14. August in die neue Saison. © Roland Hermstein / Wölfe TV
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Mark van Bommel, neuer Trainer des VfL Wolfsburg, hat erstmals über seinen Job bei den Niedersachsen gesprochen. "Meine Mannschaft muss spielen, um zu gewinnen", sagt er. "Aber nicht so weit über die Grenzen, wie ich es gemacht habe...“

Zum dritten Mal nach 2009 und 2015 hat sich der VfL Wolfsburg für die Champions League qualifiziert. Den ersten beiden Teilnahmen an der Königsklasse folgte jeweils Platz acht in der Bundesliga für die Niedersachsen. Und diesmal? "Letztes Jahr vierter Platz, das war super", so Mark van Bommel im Wölfe-TV-Interview. "Das zu verbessern wäre unser Ziel!"

Hoppla, ruft da jemand überraschend Platz drei als neuen VfL-Anspruch aus? Nein. Van Bommel weiß vielmehr, dass maximale Zielsetzungen im Leistungssport dazu gehören - was nicht unbedingt heißt, dass deren Erfüllung immer ein realistisches Ziel ist. Und darum fügt er seiner Ziel-Formulierung zwei entscheidende Sätze hinzu: "Wir müssen auch realistisch sein", so der Niederländer. Natürlich gehe man auf dem Platz, "um jedes Spiel zu gewinnen - Bundesliga, Pokal oder Champions League." Aber: "Das wird schwierig genug. Wir werden überall nicht unterschätzt."

Das mit den Saisonzielen ist generell so eine Sache - in der Regel sorgen sie lediglich für eine gewisse Fallhöhe, wenn Anspruch und Ergebnisse mal nicht zusammenpassen. Auch in der vergangenen Saison fuhr der VfL sehr gut damit, sich nicht frühzeitig auf ein konkretes Saisonziel festzulegen. Das weiß van Bommel, das weiß sein neuer Klub. "Wir haben letztes Jahr eine außergewöhnliche Saison gehabt, in der alles gepasst hat", so Sportdirektor Marcel Schäfer. "So etwas zu bestätigen, ist alles andere als leicht. Unsere Zielsetzung bleibt die Teilnahme am internationalen Geschäft."

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Dazu passt, dass van Bommel seinen Anspruch nicht unbedingt an Tabellenplätzen misst. "Gut Fußball zu spielen - und erfolgreich", darauf komme es an. Denn: "Wenn man gut Fußball spielt, hat man keine Garantie, aber größere Chancen, dass man auch die Spiele gewinnt. So muss es sein."

Im Klub-TV-Video, seinem ersten öffentlichen Auftritt als VfL-Trainer, sprach van Bommel auch über seine Spielphilosophie: "Ich bin Holländer, das ist ein kleines Land", sagte er. "Darum mussten wir gut nachdenken, wie wir Fußball spielen wollen. Wir spielen meistens auf Angriff, das will ich auch, das will fast jeder Trainer. Ich habe eine klare Idee, wie ich gern spielen will und habe mir Übungen dafür selbst ausgedacht, wie ich die Mannschaft besser spielen lassen kann. Hoffentlich findet das Publikum das auch schön, wenn es das anschaut - denn deswegen spielt man Fußball." Unterm Strich müssen "die Jungs Spaß haben auf dem Platz" und brauchen dafür "eine gute Idee".

Der neue VfL-Trainer: Die Karriere von Mark van Bommel in Bildern

Sittard, Bayern, Trainerkarriere: Mark van Bommel. Zur Galerie
Sittard, Bayern, Trainerkarriere: Mark van Bommel. ©

Der neue Chefcoach verriet außerdem, dass er immer noch manchmal an das 1:5 denkt, das er als Spieler des FC Bayern 2009 beim VfL kassierte. "Als Wolfsburg angerufen hat, war das mein erster Gedanke..." Seine aktive Karriere prägt noch immer sein Image. „Wenn man mich sieht, denkt man immer an die Jahre in München, an einen harten Hund. Das stimmt natürlich auch, weil ich immer gewinnen wollte“, so der 44-Jährige. „Auch meine Mannschaft muss spielen, um zu gewinnen. Aber nicht so weit über die Grenzen, wie ich es gemacht habe...“


Viele weitere Gedanken folgten - bis zur Erkenntnis, dass Wolfsburg für ihn als Trainer der nächste richtige Schritt ist. "Es ist das erste Mal im Ausland als Trainer", sagt er. Chefcoach war er zuvor bei der PSV Eindhoven, für die er von 1999 bis 2005 und 2012/13 auch gespielt hatte. "Meine Erfahrungen aus Holland nehme ich mit nach Wolfsburg, das ist ein Vorteil." Bei der PSV "waren wir im ersten Jahr sehr erfolgreich, im zweiten Jahr wurde ich entlassen. Aus der "Erfahrung, wie es dann läuft - in der guten Saison und dann im zweiten Jahr - lernt man sehr viel. Wie die Leute sich verhalten, wie es läuft in der Presse und im Umfeld. Das ist sehr hilfreich für mich. Man weiß vorher einiges von dem, was los ist." Los gehen wird's in dieser Woche - am Mittwoch mit der offiziellen Vorstellung, am Donnerstag mit der ersten Trainingseinheit der neuen Saison.