19. August 2019 / 10:25 Uhr

Union Berlin zwischen Romantik und Realität: "Das war viel zu wenig"

Union Berlin zwischen Romantik und Realität: "Das war viel zu wenig"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BERLIN, GERMANY - AUGUST 18:  Sebastian Andersson of 1. FC Union Berlin reacts during the Bundesliga match between 1. FC Union Berlin and RB Leipzig at Stadion An der Alten Foersterei on August 18, 2019 in Berlin, Germany. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)
Die Kicker von Union Berlin erlebten eine bittere Bundesliga-Premiere. © 2019 Getty Images
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Bundesliga: Die Fans des 1. FC Union genießen die neue Liga trotz der bitteren Premiere, Trainer und Spieler machen sich an die Auswertung. Champions-League-Club RB Leipzig verdeutlicht den Berlinern gleich im ersten Bundesligaspiel, wo die Unterschiede zur 2. Liga liegen.

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Wohl nie zuvor sind An der Alten Försterei die Fußball-Romantik der Fans und die Realität auf dem Rasen so drastisch aufeinandergestoßen wie an diesem Premierenabend. Die Anhängerschaft feierte nach dem 15-Minuten-Schweigeprotest gegen das von ihnen so bezeichnete „Konstrukt“ RB Leipzig und der besonderen Ehrung für ihre verstorbenen Clubfreunde noch lange nach dem Schlusspfiff, in den Stadion-Katakomben lief die Aufarbeitung des bitteren 0:4-Einstandes in der Bundesliga. Nein, Nervosität sei es eher nicht gewesen, bemerkte Kapitän Christopher Trimmel: „Aber wir haben gesehen, dass in der Bundesliga eine Topmannschaft wie Leipzig Fehler sofort nutzt.“

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1. FC Union Berlin - RB Leipzig (0:4) Zur Galerie
1. FC Union Berlin - RB Leipzig (0:4) ©
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Während die Sachsen sofort wieder dran sind an den Bayern an der Tabellenspitze, bleibt für den 1. FC Union gleich mal der letzte Platz. „Man muss nur anschauen, wie viele Geschenke wir ihnen gemacht haben, dann brauchst du dich nicht wundern, wenn es am Ende 0:4 steht“, erklärte Trainer Urs Fischer, der sofort nach den 90 für seine Berliner deprimierenden Minuten keine hundertprozentigen Erklärungen für den Fehlstart fand.

Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig zeigte sich am Sonntagabend im Stadion An der Alten Försterei als übermächtig. „Das war klar viel zu wenig“, befand Spielerchef Trimmel. Und Mittelfeldmann Grischa Prömel sagte nach der „riesigen Enttäuschung“: „Wir haben gedacht, wir können Leipzig Paroli bieten.“ Das aber gelang den Eisernen praktisch in keiner Phase.

„Wer weiß, wozu es gut ist“, sagte Prömel und versuchte, noch einen positiven Ansatz aus der misslungenen Erstliga-Premiere als 56. Bundesliga-Verein zu ziehen. „Vielleicht war es ein Dämpfer, um zu sehen, dass es in der Bundesliga anders läuft.“

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Die blitzschnellen Leipziger nutzten in ihrem ersten Liga-Match unter Coach Julian Nagelsmann die Defizite der Berliner gnadenlos: Die Tore von Marcel Halstenberg (16. Minute), Marcel Sabitzer (31.), Timo Werner (42.) und Neuzugang Christopher Nkunku (69.) verdeutlichten einen Unterschied, den es in der Bundesliga nicht mehr sehr oft zu erleben gibt. Der Österreicher Trimmel nannte einen Grund für die deprimierende Niederlage: „Wir haben nicht mutig genug nach vorn verteidigt, sind nur zurückgewichen.“

Nagelsmann warnte allerdings vor voreiligen Schlüssen. „Das war der erste Spieltag. Wir müssen das bestätigen, dann haben wir eine Chance, dass wir oben mitspielen“, betonte der Ex-Hoffenheimer. „Union ist noch nicht abgestiegen – und wir sind noch nicht Meister“, ergänzte der 32-Jährige.

In Bildern: 50 ehemalige Spieler von Union Berlin – und was aus ihnen wurde.

Klickt Euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spieler von Union Berlin. Zur Galerie
Klickt Euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spieler von Union Berlin. ©

Sein Kollege Fischer forderte von seinen Profis nun „eine schnelle Akklimatisierung“, damit nicht gleich der Anfangsschwung im Ansatz stecken bleibt: „Es liegt an uns, wie schnell wir uns in dieser neuen Liga zurechtfinden. Heute haben wir eine Kostprobe bekommen, was es heißt, in der Bundesliga zu spielen“, bemerkte der 53 Jahre alte Schweizer.

Gäste-Coach Nagelsmann Nagelsmann glaubt, dass die Fans und damit ein Stück auch die Fußball-Romantik für Union in der Premierensaison noch zu einem wichtigen Faktor werden können. „Wirklich eindrucksvoll, wie laut das Stadion sein kann. Den Druck, der von der Tribüne kommt, ist enorm, dem muss man erst einmal standhalten“. Und Proteste wie gegen seinen Verein wird es in Köpenick nicht jeden Tag geben. „Wenn der Druck über 75 Minuten kommt statt über 90, ist es einfacher“, bemerkte der Neu-Leipziger.

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