20. Oktober 2019 / 18:38 Uhr

"Unglaubliches Gefühl": TSV Havelse schlägt Spitzenreiter VfB Lübeck!

"Unglaubliches Gefühl": TSV Havelse schlägt Spitzenreiter VfB Lübeck!

Mark Bode
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Lübecks Torwart Lukas Raeder (2.v.l.) musste in Havelse drei Mal hinter sich greifen.
Lübecks Torwart Lukas Raeder (2.v.l.) musste in Havelse drei Mal hinter sich greifen. © CHRISTIAN HANKE
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Als Tabellenführer reiste der VfB Lübeck nach Havelse, als Tabellenführer reiste er auch wieder ab - jedoch ohne einen Punktgewinn im Gepäck. Vor rund 700 Zuschauern schlagen die Underdogs nach einem Rückstand den Favoriten. 

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In der 80. Minute ist es endlich so weit gewesen: Leon Damer wurde beim TSV Havelse für den etwas erschöpften Julius Langfeld eingewechselt. Gerade einmal eine Minute später schoss der Sommerneuzugang sein erstes Regionalligator – es war der Treffer zur 2:1-Führung der Garbsener gegen den Spitzenreiter VfB Lübeck. Am Ende siegte der TSV sogar mit 3:1 (0:1).

"Lief so schnell ab, wie im Film"

Damer bekam den Ball von der linken Seite von Torben Engelking, nahm die Kugel technisch stark an und mit dem zweiten Ballkontakt drosch er den Ball aus acht Metern ins Netz. „Das lief alles so schnell ab, wie im Film. Ich wusste gar nicht, was ich machen sollte“, sagte der Offensivmann nach dem Schlusspfiff. „Deshalb bin ich einfach nur rumgesprungen.“ Die Teamkollegen jubelten mit Damer. Das Talent, das von Hannover 96 gekommen ist, beschrieb den Glücksmoment als „unglaubliches Gefühl“. Beim Zurücklaufen zur Mittellinie ballte Havelses Co-Trainer Jens Jansen die Faust und deutete auf Damer. „Er wollte damit sagen, dass es mit dem Treffer auch langsam Zeit wurde“, erklärte der Spieler lachend.

Die Bilder der Partie TSV Havelse - VfB Lübeck:

Lübecks Torwart Lukas Raeder (2.v.l.) wehrt den Ball von Havelses Jonas Sonnenberg (rechts ab), welcher sich wiederum auf Lübecks Tommy Grupe (2.v.r.) stützt. Zur Galerie
Lübecks Torwart Lukas Raeder (2.v.l.) wehrt den Ball von Havelses Jonas Sonnenberg (rechts ab), welcher sich wiederum auf Lübecks Tommy Grupe (2.v.r.) stützt. ©
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Holpriger Start des TSV

Für einen weiteren Havelser war der Erfolg über den Tabellenführer ein besonderes Ereignis: Stürmer Yannik Jaeschke feierte seinen 26. Geburtstag. „Es wurde Zeit, mal wieder ein Spiel zu gewinnen“, sagte er. Zuvor gelang das in vier Begegnungen nicht. Und auch in dem Spiel sah es zunächst nicht so aus, als würde der TSV sich für eine erneut starke Leistung belohnen. Jaeschke hing in der ersten Hälfte oft in der Luft, war bei der anfangs aufmerksamen Lübecker Dreierkette abgemeldet. „Natürlich will ich so viele Ballkontakte wie möglich haben. Wenn es dann nicht läuft, ist es schon frustrierend. Aber ich mache immer weiter“, sagte Jaeschke.

Lübeck geht in Führung

Er hätte die Havelser mit einer der wenigen Möglichkeiten der ersten Halbzeit - einem Schuss aus der Drehung aus 16 Metern - in Führung bringen können, scheiterte aber an den Fäusten des VfB-Torwarts Lukas Raeder. Im Gegenzug stand plötzlich Patrick Hobsch frei und schoss zur Führung ein (24. Minute). Doch auch davon ließen sich die Gastgeber nicht entmutigen. Im Gegenteil. Jaeschke war so heiß, dass er mit einer eingesprungenen Grätsche Tommy Gruppe regelwidrig am Spielaufbau hinderte. Dafür gab es Gelb – seine fünfte. Somit fehlt er am Freitag im Heimspiel gegen Wolfsburgs Reserve.

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"Brauchen etwas mehr Gier und Mentalität"

Doch daran verschwendete zunächst niemand einen Gedanken. Die Havelser wollten sich endlich belohnen. „Dafür braucht man etwas mehr Gier und Mentalität, um den einen Schritt schneller zu sein“, sagte Trainer Jan Zimmermann seiner Mannschaft in der Pause. Und der TSV zeigte diese Gier mit Wiederbeginn. Die Lübecker wurden nur noch in der eigenen Hälfte eingeschnürt, Havelse war vor 700 Zuschauern – davon etwa die Hälfte aus Lübeck – dran, den Ausgleich zu erzielen.

Engelking nickt zum Ausgleich ein, Tasky zum Endstand

Jaeschke legte zunächst auf Deniz Cicek ab, doch dessen Schuss wurde vom Torwart zur Ecke gelenkt. Diese trat Cicek von links. „Ich laufe dabei meist auf den ersten Pfosten, Torben direkt hinter mir“, erklärte Jaeschke. Engelking war es, der den Ball vor seinen Kopf bekam. Er drückte zum Ausgleich ein (59.). Hierbei musste Damer noch aus etwa 100 Metern Entfernung zuschauen. Er lief sich noch warm. Beim Führungstor stand er plötzlich im Mittelpunkt. Das entscheidende 3:1 war wieder eine einstudierte Eckenvariante. Die halbhohe Hereingabe von Damer verlängerte Jaeschke mit dem Kopf in die Mitte, dort stand Niklas Tasky richtig (84.).

„Es ist schön, wenn diese Dinge, die man im Training übt, dann auch klappen“, sagte Jaeschke, der den Abend noch im Kreise seiner Familie ausklingen ließ. In der Trainingswoche wird er seinen Mitspielern aber „noch einen ausgeben“.

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