04. Dezember 2021 / 20:32 Uhr

Umstrittener VAR-Elfmeter: Lewandowski schießt FC Bayern zu Topspiel-Sieg beim BVB

Umstrittener VAR-Elfmeter: Lewandowski schießt FC Bayern zu Topspiel-Sieg beim BVB

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Robert Lewandowski hat den FC Bayern zum Sieg im Topspiel geschossen.
Robert Lewandowski hat den FC Bayern zum Sieg im Topspiel geschossen. © IMAGO/Horstmüller
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Sieg mit Signalwirkung: Der FC Bayern hat sich im Bundesliga-Topspiel bei Borussia Dortmund durchgesetzt und die Tabellenführung ausgebaut. Für die Entscheidung in einer turbulenten Partie sorgte Robert Lewandowski in der Schlussphase mit einem umstrittenen Handelfmeter.

Der FC Bayern München hat das rassige und hochklassige Topspiel gegen Borussia Dortmund mit 3:2 (2:1) für sich entschieden – und damit die Tabellenführung in der Bundesliga weiter ausgebaut. Für den Rekordmeister trafen Robert Lewandowski (9., 77./Handelfmeter) und Kingsley Coman (44.), für den BVB waren Julian Brandt (5.) und Startelf-Comebacker Erling Haaland (47.) erfolgreich. Für Wirbel sorgte ein umstrittener Elfmeterpfiff nach VAR-Eingriff für den FC Bayern nach vermeintlichem Handspiel von Mats Hummels, den Lewandowski schließlich verwandelte. In der Tabelle liegt der FCB nun mit vier Zählern Vorsprung als Tabellenführer vor Borussia Dortmund.

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Der FC Bayern München konnte in seiner Startelf auf Leon Goretzka zurückgreifen. Der 26 Jahre alte Nationalspieler stand nach ausgestandenen Problemen an der Patellasehne in der Startelf des Tabellenführers für das Duell gegen den nur einen Punkt entfernten Revierklub und hielt 65 Minuten durch. Angreifer Serge Gnabry, der am Freitag das Training vorzeitig abgebrochen hatte, war ebenfalls dabei und wurde in der 65. Minute eingewechselt. Auch bei den Dortmundern wurden die beiden angeschlagenen Problemfälle Manuel Akanji und Jude Bellingham rechtzeitig fit und gehörten zur Startelf. Erstmals seit dem 19. Oktober konnte auch Stürmer-Star Haaland von Beginn an stürmen und hielt über 80 Minuten durch.

Dass der Signal Iduna Park wegen der neuen Corona-Auflagen nur mit 15.000 Zuschauern besetzt war, fiel akustisch kaum auf. Die Fans machten im strömenden Regen von Dortmund großen Lärm und sorgten für würdige Spitzenspiel-Atmosphäre – und die Leistung des BVB trug einiges dazu bei. Die Dortmunder waren von Beginn an gefährlich und kamen durch den glänzend aufgelegten Brandt nach fünf Minuten zum Führungstreffer. Eine Flanke von Jude Bellingham verwertete der Nationalspieler perfekt, setzte sich gegen Alphonso Davies durch und netzte in Stürmer-Manier in den Winkel zu seinem dritten Saisontreffer ein.


Nach der Führung der Gastgeber schien der Rekordmeister wieder in die Spur zu kommen. Nachdem sein erfolgversprechender Schuss auf den BVB-Kasten aus zentraler Lage zunächst geblockt wurde (7.) und er nach einem Ellbogen-Treffer kurzzeitig auf den Boden lag (8.), traf der FIFA-Weltfußballer des Jahres wenig später dann doch. Ein Fehlpass von Mats Hummels leitete einen Münchner Konter ein. Nach Kopfball-Vorlage von Thomas Müller schob der Pole dann zum 1:1-Ausgleich ein (9.). Das Topspiel seinem Namen in dieser Phase komplett gerecht: Eine muntere Partie auf beiden Seiten entwickelte sich – mit leichten Vorteilen für die Bayern, die mit zunehmender Spieldauer immer stärker wurden und das Spiel nach und nach an sich rissen. Kingsley Coman verpasste gleich zweimal die Führung – einmal per Schuss über das Tor (23.) und einmal per Abschluss aus zu spitzem Winkel gegen den parierenden BVB-Keeper Gregor Kobel (26.). Auch Haaland, der von den Bayern gut aus dem Spiel genommen wurde, hatte noch eine Riesenchance: Bedrängt von Dayot Upamecano schoss der Norweger im Strafraum aus gut 14 Metern knapp am linken Pfosten vorbei (29.).

Den Treffer machten aber die Bayern – und sicherten sich kurz vor Pausenpfiff noch die Führung. Ein verunglückter Klärungsversuch von Raphael Guerreiro im BVB-Strafraum landete bei Coman, der komplett frei aus 14 Meter abzog und zum 2:1 einnetzte (44.). Mit diesem Ergebnis ging es dann auch im rasanten Topspiel in die Kabinen.

Und das Tempo wurde auf keinen Fall langsamer – eher im Gegenteil. Mit einem herrlichen Schlenzer von der linken Strafraumseite erzielte Haaland nach Ablage von Bellingham den Ausgleich (47.). Bayern-Keeper Manuel Neuer hatte wegen der scharfen Flugbahn des Balls, der vom Pfosten ins Tor prallte, keine Chance. Ein erneut schnelles Aufrappeln der Bayern gab es zunächst nicht, einen Flachschuss von Kingsley Coman parierte Kobel klasse (57.). Weitere große Torchancen gab es erst einmal nicht, dafür eine Schrecksekunde: Brandt und Upamecano prallten mit den Köpfen zusammen (65.), während der Bayern-Verteidiger weiterspielen konnte, musste der stark benommene Brandt vom Platz getragen werden und wurde durch Marius Wolf ersetzt.

Zu Beginn der Schlussviertelstunde überschlugen sich dann die Ereignisse. Nach Videobeweis entschied Schiedsrichter Felix Zwayer auf Elfmeter – Hummels hatte im Strafraum bei einer Klärungsaktion den Ball mit dem Ellenbogen gespielt (76.) – eine strittige Entscheidung. BVB-Trainer Marco Rose regte sich darüber so sehr auf, dass er die Gelb-Rote Karte sah (78.), den fälligen Strafstoß verwandelte Lewandowski zum 3:2-Endstand (78.). Trotz zehnminütiger Nachspielzeit wegen der Elfmeter-Entscheidung und der Brandt-Verletzung konnte der BVB nicht mehr zurückschlagen.