12. Oktober 2021 / 09:08 Uhr

Eine Überraschung kommt selten allein: Glesien/Zwochaus Alte Herren weiter – Zschortau scheidet aus

Eine Überraschung kommt selten allein: Glesien/Zwochaus Alte Herren weiter – Zschortau scheidet aus

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Patrick Lipper und Christian Pohle (v.l.) kämpfen um den Ball.
Patrick Lipper und Christian Pohle (v.l.) kämpfen um den Ball. © Alexander Prautzsch
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Die Altherren-Riege aus Glesien und Zwochau setzte ihren Siegeszug im Fußball-Kreispokal fort und bewies beim 9:8 nach Elfmeterschießen Stehvermögen. Die von Verletzungen gebeutelte SG Zschortau scheiterte mit 1:2 an der Kreisklasse-Kombi von Süptitz und Schildau. Im einzigen Duell zweier Nordsachsenligisten behielt Concordia Schenkenberg beim 3:1 gegen Krostitz II die Oberhand.

Nordsachsen. Der dritte Streich: Die Alten Herren der Spielgemeinschaft Glesien/Zwochau haben das nächste Team aus dem Wettbewerb gekegelt und stehen damit im Viertelfinale des Fußball-Kreispokals. Kurios: Abermals bewiesen die Oldies Stehvermögen und behielten im Elfmeterschießen mit 9:8 die Oberhand gegen das Kreisklasse-Team Strelln/Schöna/Röcknitz.

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Die Überraschung schwebte irgendwie schon im Vorfeld durch die Herbstluft an der Zwochauer Mühle. Denn satte 185 Zuschauer säumten den Spielfeldrand und sorgten für eine rekordverdächtige Kulisse. Und die sollte nicht enttäuscht werden. Die Hausherren setzten wieder eins drauf. Für das 5:4 in Runde eins gegen Terpitz hatten ihnen 90 Minuten gereicht. In Runde zwei schalteten sie Beilrode II/Arzberg nach Verlängerung aus, nun also fiel die Entscheidung vom Punkt.

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Dabei steckte die gut abgehangene Truppe gleich mehrere späte Rückschläge erstaunlich gut weg. Nach 66 Minuten führte die Spielgemeinschaft 2:0. Doch 180 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit glichen die Gäste aus. Die erneute Führung hielt bis zur letzten Minute der Verlängerung. Doch auch der neuerliche Ausgleich warf die Alten Herren nicht aus der Bahn. Zum Helden im Elfmeterschießen avancierte Torwart Maik Sudau, der den letzten Strafstoß der Gäste entschärfte. Zuvor hatten seine Teamkollegen Christian Bartlitz, Biedermann, Kristian Tillmann, Christopher Münch, Stefan Döring und Marcel Böttcher verwandelt. Der Triumph half ein wenig darüber hinweg, dass die eigene Männermannschaft (in Kombination mit dem ESV Delitzsch II) ihre Partie gegen Schildau bereits im Vorfeld aus Personalmangel absagen musste (wir berichteten).

SpG Süptitz II/Schildau IISG Zschortau 2:1 (0:0)

Von der oben erwähnten Absage wurde diese Partie beeinflusst. Denn die Hausherren konnten so diverse Spieler aus der Schildauer Nordsachsenliga-Truppe einsetzen. Der Zwei-Klassen-Unterschied wurde auf diesem Wege zumindest ein wenig unterwandert. Darüber hinaus kämpften die Zschortauer noch mit ganz eigenen Sorgen, so dass Trainer Christian Mörschke zwar kurz monierte: „Wir haben uns nicht gut angestellt“, allerdings sogleich anfügte: „Angesichts unserer Personallage können wir die Saison eigentlich abhaken. Ich will nicht jammern, aber wir müssen realistisch sein. Die Luft ist einfach raus.“

Im TZ-Bärenpokal Achtelfinale schenkten sich beide Mannschaften Nichts
Im TZ-Bärenpokal Achtelfinale schenkten sich beide Mannschaften Nichts © Laura Krugenberg

Zuletzt hatte es auch noch Leitfigur Nico Schönitz erwischt, der mit einem Kreuzbandriss ein Jahr ausfällt. Dasselbe Schicksal erlitt zuvor bereits Neuzugang Arno Busch. Nick Rollin dürfte wegen eines Außenbandrisses etwa sechs Monate ausfallen. Auch René Praters und Reinhard Wolff sind vorerst verletzt raus. Erik Böhme kann berufsbedingt nur noch selten eingreifen. Da wird selbst der breiteste Kader plötzlich zum Schmalhans. „Wir haben die Seuche gepachtet, schleppen uns von Woche zu Woche“, sagt Christian Mörschke. „Wir müssen unsere Ansprüche runterschrauben, noch ein paar Punkte sammeln und dann in der neuen Saison voll angreifen.“ Kleiner Haken an der Planung: Bis zur neuen Spielzeit sind es noch etwa zehn Monate und ziemlich genau 20 Nordsachsenliga-Partien...

Concordia SchenkenbergFSV Krostitz II 3:1 (2:0)

Im einzigen direkten Duell zweier Nordsachsenligisten setzten sich die favorisierten Hausherren durch, feierten damit den siebten Sieg im siebten Pflichtspiel dieser Saison. Einmal mehr war es Top-Zugang Paul Schinke, der seiner Mannschaft den rechten Weg wies und entsprechend allgemeines Sonderlob des Trainers abgriff. „Paul macht das richtig gut, gibt Anweisungen und hat immer ein offenes Ohr“, sagt Sven Roos über den Denker und Lenker.


Concordias Tobias Müller im Kreispokal-Spiel gegen den FSV Krostitz II.
Concordias Tobias Müller im Kreispokal-Spiel gegen den FSV Krostitz II. © Alexander Prautzsch

Schinke netzte gegen die Krostitzer Reserve Mitte der ersten Hälfte zum wichtigen 1:0. Auch die weiteren Schenkenberger Erfolgsgaranten dieser Serie zeigten sich: Die Jungs aus dem eigenen Nachwuchs machten früh das Weiterkommen klar. Willi Mehner markierte kurz vor der Pause das 2:0. Kuru nach Wiederbeginn erhöhte Tim Müller zur Vorentscheidung. Max Alexander Kaden gelang letztlich nur etwas Ergebniskosmetik für die Gäste aus dem Bierdorf.

Auslosung des Viertelfinals am 18. Oktober, 14 Uhr, im Haus der Presse Torgau