24. Januar 2020 / 16:09 Uhr

TuS-Akteur Miguel Eikelmann: "Habe es mit dieser Aktion sicherlich noch schlimmer gemacht"

TuS-Akteur Miguel Eikelmann: "Habe es mit dieser Aktion sicherlich noch schlimmer gemacht"

Matthias Schütt
Märkische Allgemeine Zeitung
Miguel Eikelmann (r.) räumt ein Fehlverhalten rund um die Geschehnisse beim Turnier um den Pokal der Stadt Oranienburg ein.
Miguel Eikelmann (r.) räumt ein Fehlverhalten rund um die Geschehnisse beim Turnier um den Pokal der Stadt Oranienburg ein. © Miguel Eikelmann
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Hallenfußball: Beim Pokal der Stadt Oranienburg kam es zu Auseinandersetzungen nach dem Finale.

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Diese Szenen bewegen Miguel Eikelmann noch immer. Am Rande der Stadtmeisterschaft am vergangenen Freitagabend kam es in der MBS-Arena unmittelbar nach Spielabpfiff zwischen Akteuren und Verantwortlichen des TuS Sachsenhausen II und Oranienburger FC II zur Rudelbildung. Auslöser war offenbar die Aktion von OFC-Akteur Omar Ali Dieb in Richtung eines TuS-Spielers. „Als älterer Spieler hätte ich bei dieser Rudelbildung entschärfen müssen und nicht schubsen dürfen. Ich habe es mit dieser Aktion sicherlich noch schlimmer gemacht“, sagte Eikelmann, der dieser Tage noch das Gespräch mit Omar Ali Dieb suchte, „um mich persönlich, aber auch im Namen der Mannschaft, zu entschuldigen“, wie Eikelmann sagte. „Die ganze Sache hat Überhand genommen. Doch der Kontakt kam leider noch nicht zu Stande.“

Nach Turniersieg der TuS-Reserve - Tumulte auf dem Hallenparkett

Denn die tumultartige Reaktion rund um das zehnte und damit letzte Turnierspiel „bewegt mich persönlich noch sehr“, so der TuS-Spieler. „Im Grunde sind aber die Vereine der Auslöser, die permanent sticheln und vieles hochpushen. Da hat sich viel angestaut und teilweise wird vieles zu ernst genommen.“ So auch beim Pokal der Stadt Oranienburg in der Vorwoche, als vor allem das Stadtduell zwischen den Brandenburgliga-Reserveteams hitzig von beiden Seiten geführt wurde – es ging um den Sieg beim Turnier, an dem fünf Mannschaften teilnahmen. „Da geht es dann auch um das Prestige. Keiner will verlieren“, erklärte der TuS-Angreifer. Als der Unparteiische beim Stand von 2:1 für Sachsenhausen abpfiff, war der Jubel nur von kurzer Dauer. Denn Sekunden nach der Schlusssirene lag keine Siegesfreude mehr in der Luft – die Rudelbildung war voll im Gange. „Wir spielen immer noch nur Fußball im Amateurbereich. Da geht es um keinen Kampf oder Krieg. Vor allem die Menschlichkeit und der Respekt sollten im Vordergrund stehen“, so Eikelmann.

In Bildern: TuS Sachsenhausen II gewinnt Pokal der Stadt Oranienburg 2020.

Hallenfußball: Am Freitagabend spielten fünf Mannschaften in der Oranienburger MBS-Arena um den Sieg. Zur Galerie
Hallenfußball: Am Freitagabend spielten fünf Mannschaften in der Oranienburger MBS-Arena um den Sieg. © Matthias Schütt

Dieser hofft, dass sich die Situation zwischen beiden Vereinen entspannt und hat gleich ein Beispiel parat: „Mit Andor Müller und Jerome Malanowski, beides Kapitäne der jeweiligen Brandenburgligateams und Aushängeschilder, engagieren sich zwei Spieler gemeinsam privat für eine Sache. Da müssen wir hinkommen. Das sollten aber auch die Vereinsverantwortlichen verstehen.“ Dabei ist der Sachsenhausener „stolz“, das Trikot vom TuS zu tragen, „so identifiziert sich aber jeder Spieler mit seinem Verein“.

Daher findet Eikelmann, dass es nun an der Zeit ist, „ein Zeichen zu setzen und aufeinander zuzugehen. Ich war nicht der Auslöser der Aktion, fasse mir aber an die Nase, dass ich nicht deeskalierend eingewirkt habe“. Während die Hallensaison fast vorbei ist und sich die Teams in der Vorbereitung auf die Rückrunde befinden, steht bald schon in der Brandenburgliga das Derby zwischen TuS und dem OFC an – dann im Optimalfall ohne Nebengeräusche.