07. April 2020 / 21:43 Uhr

Trotz Corona-Sperren: VfB Lübeck will wieder ins Teamtraining einsteigen

Trotz Corona-Sperren: VfB Lübeck will wieder ins Teamtraining einsteigen

Jürgen Rönnau
Lübecker Nachrichten
Der VfB Lübeck möchte schon bald wieder die Tore zum Sportgelände öffnen, um wieder trainieren zu können.
Der VfB Lübeck möchte schon bald wieder die Tore zum Sportgelände öffnen, um wieder trainieren zu können. © Agentur 54°
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Profis dürfen das, Holstein Kiel hat's vorgemacht: VfB stellt neuen Antrag

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Mit Volker Giering

Am 16. März verabschiedete VfB-Trainer Rolf Landerl seine Spieler an der Lohmühle einzeln mit individuellen Aufgaben in eine mindestens fünfwöchige Pause ohne Fußball. Covid 19 hatte den Sport endgültig erwischt, alle Plätze sind seitdem gesperrt – jedes Teamtraining ist verboten. Der umgehend gestellte Antrag des Drittliga-Kandidaten per Ausnahmegenehmigung trainieren zu dürfen, wurde abgelehnt. Jetzt gibt es eine neue Landesverordnung, die es Berufssportlern erlaubt unter Einhaltung strenger Regeln ihrer Arbeit nachgehen zu dürfen. An diesem Mittwoch stellt der VfB erneut einen Antrag, eine entsprechende Sondergenehmigung zu erhalten.

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Training für Profis unter Auflagen möglich

Die Grün-Weißen berufen sich dabei auf die „Ersatzverkündung (§ 60 Abs. 3 Satz 1 LVwG) vom 2. April zur Landesverordnung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus". Paragraf 6, Absatz 4 besagt: „Für die Nutzung von Sportanlagen durch Berufssportlerinnen und Berufssportler . . . kann die zuständige Behörde Ausnahmen unter der Bedingung zulassen, dass ein individuelles Hygienekonzept umgesetzt und der Ausschluss des Zugangs für weitere Personen sichergestellt wird“.

Kontaktarm spielen, zum Duschen nach Hause

Landerl und Sportdirektor Rocco Leeser haben ein entsprechendes Konzept erarbeitet – orientieren sich dabei auch zum Beispiel an Holstein Kiel. Der Zweitligist darf seit Dienstag in Kleingruppen wieder „kontaktarm“ trainieren. Der VfB, dessen Kicker wie die Kieler Vollprofis sind, möchte so schnell wie möglich in Vierer- bis maximal Siebenergruppen arbeiten, dabei das ganze Lohmühlen-Areal nutzen, auch dadurch enge Kontakte ausschließen – zum Duschen sollen die Spieler wieder nach Hause fahren.

Mai 2015: Serkan Rinal und seine Mannschaft beim Kreispokalspiel der zweiten Mannschaften gegen den FC Dornbreite II. Zur Galerie
Mai 2015: Serkan Rinal und seine Mannschaft beim Kreispokalspiel der zweiten Mannschaften gegen den FC Dornbreite II. ©

Trainer Landerl: "Ein Fußballer braucht den Ball am Fuß"

„Irgendwann geht die Saison wieder los“, sagt Landerl. „Dann wollen wir vorbereitet sein. Die Jungs haben alle toll individuell gearbeitet, aber ein Fußballer braucht den Ball am Fuß.“ Das sehen aber offenbar nicht alle Konkurrenten aus Schleswig-Heolstein so, die ebenfalls die neue Landesverordnung für sich nutzen könnten. Weder Weiche Flensburg, noch Eintracht Norderstedt oder der Heider SV stellen einen Antrag. Landerl ist das völlig egal. „Wir haben halt andere Ambitionen“, sagt er.

Weiche Flensburg: 14 Tage Vorlauf reichen - plus Übungen aus dem Internet

Buzzer-Reporter Volker Giering fragte bei den Klubs nach. Hier das Ergebnis: "Nein, wir beschäftigen uns nicht mit solch einem Antrag. Wir warten ab, bis zuverlässige Informationen kommen. Das macht aus meiner Sicht ohnehin keinen Sinn, weil wir ja eine Vorlaufzeit von mindestens 14 Tage haben. Das wird reichen. Solange halten sich unsere Spieler selber fit, sind ja alles Sportler. Und Übungen gibt es im Notfall im Intenet genug", sagt Daniel Hoffmann, Assistent der Geschäftsführung beim SC Weiche Flensburg 08.

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Heider SV: Training wie Bundesligisten via Skype

"Wenn mehr zugelassen werden sollte, würden wir das Training gerne wieder aufnehmen. Doch bis dahin halten wir uns an die Vorgaben vom DFB. Meine Jungs haben mir signalisiert, dass sie alle fit sind. Natürlich vermissen sie das gemeinsame Training und die Gemeinschaft. Heute wollen wir mal mit ein paar Jungs ausprobieren, über Skype etwas zusammen wie in der Bundesliga zu machen. Wir warten mit Gelassenheit ab, was auf uns zukommt", sagt Trainer Sönke Beiroth vom Heider SV.

Eintracht Norderstedt: Warten bis zum 19. April und Übungen per Video

"Wir haben schon einen fertigen Antrag in der Schublade. Sollte die Schule ab dem 19.4. wieder losgehen, müssten auch die Sportstätten wieder geöffnet werden. Bis dahin halte ich es für vernünftig, die Sondergenehmigung nicht für alle freizugeben. Ausnahme ist der Profisport. Wenn beim VfB Lübeck zum Beispiel alle Spieler einen Profivertrag haben, spricht nichts dagegen. Bei uns ist die Sachlage anders. Deshalb wird von unserer Seite vor dem 19. April nichts passieren. Solange bieten wir unseren Spielern ein Individualtraining an. Zweimal pro Woche machen wir ein Athletiktraining per Video", sagt Jens Martens, Trainer von Eintracht Norderstedt.