12. Oktober 2019 / 09:47 Uhr

Torwart René Adler beim Sportbuzzer-Talk mit Guido Schäfer in Plauderlaune

Torwart René Adler beim Sportbuzzer-Talk mit Guido Schäfer in Plauderlaune

Uwe Köster
Leipziger Volkszeitung
René Adler im LVZ-Kuppel-Talk mit Guido Schäfer.
René Adler im LVZ-Kuppel-Talk mit Guido Schäfer. © Alexander Prautzsch
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Am Freitag fand ein lockerer und informativer Talk mit der Leipziger Torwart-Legende René Adler in der LVZ-Kuppel statt.

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Leipzig. Launiger Talk mit René Adler, 34, in der LVZ-Kuppel: Fans/Freunde/Interessierte, darunter seine Eltern Kerstin und Jens, hatten gestern Abend am verbalen Pingpong zwischen dem gut aufgelegten LVZ-Chefreporter Guido Schäfer und der Torwart-Ikone ihre helle Freude. Charmantes Statement von Adler zu Beginn: „Es fühlt sich extrem gut an, hier zu sein.“

Zunächst eine Grußbotschaft von Torwarttrainer Stefan Kuhnert aus Mainz, nach Leverkusen und dem HSV Adlers letzte Profi-Station: „René, du warst ein Mann. Du warst ein geiler Torwart und ein geiler Typ. So viele von deiner Sorte gibt’s nicht mehr.“ Dafür gab’s Beifall. Danach René Adler selbst, über...

Seine Arbeit als TV-Experte

„Mir macht es Spaß. Mir war wichtig, nach der Karriere den Fußball aus einer anderen Perspektive zu begleiten.“

Die Premier League

„Bin ein Fan. ManU-Torhüter Peter Schmeichel war mein Vorbild. Ja, es gab Anfragen, erster Torwart, zweiter und zuletzt noch als dritter. Es hat leider nie geklappt.“

Sein Bundesliga-Debüt

„Das war mit Leverkusen auf Schalke, ich war 22. Ich hatte vorher meine erste Verletzung, einen Rippenbruch, der acht Monate nicht diagnostiziert wurde. Ich war eine Woche wieder im Training, da kriegt Jörg Butt die Rote Karte. Der hatte 300 Spiele am Stück gemacht. Michael Skibbe sagte zu mir, nächste Woche spielst du. Ich habe gesagt, Trainer, das kannst du nicht bringen. Er: Doch, ich kann das. Klar war ich nervös. Aber die Bundesliga war mein Traum. Und ich hatte eine Woche Zeit, in der aus Nervosität Freude wurde. Schalke spielte in dem Match fast nur auf ein Tor. Wir hatten eine Chance, die hat Kießling genutzt, wir haben 1:0 gewonnen. Unvergesslich.“

DURCHKLICKEN: Der SV Liebertwolkwitz und René Adler weihen einen Kunstrasenplatz ein

Viel Prominenz beim SV Liebertwolkwitz am 12. Oktober 2019 bei der Einweihung des neuen Kunstrasenplatzes vor Ort. Zur Galerie
Viel Prominenz beim SV Liebertwolkwitz am 12. Oktober 2019 bei der Einweihung des neuen Kunstrasenplatzes vor Ort. ©
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Jetzt kommt Thomas Matheja, Entdecker René Adlers, zu Wort: „Ich habe ihn in Meusdorf in der Schule beim Sportunterricht gesehen, er ist mir aufgefallen. Ich habe ihn zum Probetraining beim VfB eingeladen. René sollte ins Tor, er hat gesagt: Ich will nicht ins Tor. Mama Adler hat gesagt: Der Trainer sagt, du sollst ins Tor, also gehst du ins Tor.“ Adler lacht: „Ich habe eine andere Wahrnehmung. Ich bin gar nicht aufgefallen. Aber ich habe selbst gefragt, ob ich vorbeikommen kann. Aber wirklich, ich hatte damals gar keinen Bock aufs Tor.“

Weiter geht’s im Talk. Adler über...

Torwart-Handschuhe

„Ich habe mir als Kind zu jedem Anlass Torwarthandschuhe gewünscht: Weihnachten, Geburtstag, Ostern. Als Profi hatte ich Verträge mit mehreren Herstellern. Dann entdeckte ich ein kleines Startup in Freiburg, bestellte Handschuhe inkognito und war begeistert. Nun bin ich Teilhaber, wir haben mittlerweile zehn Angestellte, machen siebenstelligen Umsatz. Bei den großen Herstellern kostet ein Paar um die 200 Euro, bei uns um die 60. Aber nach wie vor gilt der Grundsatz: Ein Handschuh hält keine Bälle.“

Geld

„Mit 18 hatte ich keinen Bock, mich mit Geld zu beschäftigen. Da kamen Berater, die wollen alle nur dein bestes. Nämlich dein Geld. Ich habe am Anfang meiner Karriere auch Geld verloren, weil ich falschen Leuten vertraut habe. Ich habe gelernt, mich selbst damit zu beschäftigen.“

Weitere Sportbuzzer-Kuppel-Talks

Die Verletzung, die ihn die WM-Teilnahme 2010 kostete

„Als großer Spieler ist man sehr anfällig. Es war eine Verletzung der krassesten Tragweite. Zu dem Druck, der als deutsche Nummer 1 ohnehin da ist, habe ich mir selbst den größten gemacht. Es war zu viel, ich hatte mir zu viel Druck aufgebaut. Ich glaube, dass die Rippenverletzung das Ventil des Körpers war.“

Die WM-Tage 2010

„Während der WM war ich Tauchen auf den Malediven. Ich wollte weit weg vom Fußball sein – und habe dort Dieter Hecking getroffen...

Die Zeit in Mainz

„Ich habe 2017 selbst entschieden, Hamburg zu verlassen. Es war eine schöne Zeit – aber brutal anstrengend. Ich wollte noch mal Spaß haben, den Fußball genießen. Italien hätte ich gerne gemacht. In der Türkei hätte ich zu jedem Verein gehen könne. Aber meine Frau ist Halbtürkin und Erdogan-kritisch, das wäre nicht gut gegangen. Die Mainzer haben sich sehr um mich bemüht. Das hat sich gut angefühlt. Auch dann im Umgang mit meiner Knieverletzung – ich hätte mir keinen besseren Verein wünschen können.“

Letzte News: René Adler will die Trainerlizenz machen – und kein Buch schreiben. Uwe Köster, Frank Schober

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