28. Mai 2022 / 18:41 Uhr

Torfestival gegen Potsdam im Pokalfinale: Wolfsburg-Frauen schreiben Geschichte

Torfestival gegen Potsdam im Pokalfinale: Wolfsburg-Frauen schreiben Geschichte

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Frauen des VfL Wolfsburg haben zum achten Mal in Folge den DFB-Pokal gewonnen.
Die Frauen des VfL Wolfsburg haben zum achten Mal in Folge den DFB-Pokal gewonnen. © IMAGO/Eibner
Anzeige

Die Frauen des VfL Wolfsburg haben dank eines klaren Siegs gegen Turbine Potsdam zum neunten Mal den DFB-Pokal gewonnen und damit die Bestmarke von Rekordtitelträger 1. FFC Frankfurt eingestellt. Im Finale in Köln ließen die "Wölfinnen" den Gästen aus Potsdam keine Chance.

Die Wolfsburger Fußballerinnen tanzten auf dem Rasen glücklich im Kreis, wenig später gab es den silbernen Pott. Schon wieder! Dank des deutlichen 4:0 (3:0) im Pokal-Finale gegen Turbine Potsdam machte das VfL-Team von Trainer Tommy Stroot das Double perfekt und egalisierte den bisherigen Rekord des 1. FFC Frankfurt mit insgesamt neun Titeln in diesem Wettbewerb. Es war zugleich ein emotionaler Abschied für die langjährige VfL-Torhüterin Almuth Schult, die zur kommenden Saison in die USA wechselt. "Man muss irgendwann auch heiser sein und erst im Hellen nach Hause gehen. Das ziehen wir auch heute so durch“, sagte Schult bei Sky.

Anzeige

Vor 17.531 Zuschauern in Köln sorgten Ewa Pajor (11./33.), Jill Roord (42.) und Dominique Janssen (69.) am Samstag für den achten Pokaltriumph der Norddeutschen in Serie. "Das ist ein wunderschönes Gefühl", sagte Pajor in der ARD. "Wir schreiben die Geschichte weiter." Dagegen muss Turbine Potsdam weiter auf den ersten großen Erfolg seit der Deutschen Meisterschaft im Jahr 2012 warten. "Wir sind alle sehr enttäuscht. Ich muss sagen, dass ich so ein hohes Ergebnis nicht erwartet habe. Wir sind sehr traurig", sagte Potsdams Sara Agrež bei Sky. Ihr Trainer Sofian Chahed äußerte in der ARD: "Am Ende hat die Erfahrung gesiegt."

Anders als in diversen Endspielen der vergangenen Jahre an gleicher Stätte mit Verlängerungen und Elfmeterschießen blieb den Wolfsburgerinnen diesmal der Nervenkitzel erspart. Wie schon in den beiden Bundesliga-Spielen gegen Postdam mit zwei 3:0-Siegen entpuppte sich der Titelverteidiger erneut als die bessere Mannschaft und sicherte sich mit dem 40. Sieg in einem Pokalspiel nacheinander das sechste Double nach 2013, 2017, 2018, 2019, 2020.

Anzeige

Wie erwartet, übernahm der VfL von Beginn an die Regie. Doch die erste gute Chance hatte der Underdog aus Potsdam bei einem sehenswerten Konter. Nach einem Pass von Maria Plattner tauchte Karen Holmgaard (8.) frei vor dem Wolfsburger Tor auf, wurde aber im letzten Moment geblockt. Im Gegensatz zum Gegner nutzte der Seriensieger der vergangenen Jahre gleich die erste Möglichkeit zur Führung. Eine Ecke von Felicitas Rauch beförderte Pajor per Kopf ins lange Eck und ließ Turbine-Torfrau Anna Wellmann dabei keine Chance.

Potsdam setzte weiter auf schnelles Umschaltspiel, ließ es aber zumeist beim letzten Pass an Präzision vermissen. Diese Harmlosigkeit sollte sich schon wenig später rächen. Beflügelt durch die Führung erspielte sich Wolfsburg weitere Feldvorteile und näherte sich dem Turbine-Tor mehr und mehr an. So vergab die starke Svenja Huth bei ihrem unplatzierten Schuss aus zwölf Metern das mögliche 2:0 (25.).

Und doch sorgte der VfL noch vor der Pause für klare Verhältnisse. Erneut war Pajor nach einer Flanke von Lynn Wilms per Kopf zur Stelle und beförderte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Als dann auch noch Roord mit einem Schuss aus elf Metern traf, war die Partie früh entschieden. "Der VfL Wolfsburg ist sicherlich als Favorit ins Rennen gegangen und ist vor allen Dingen gegen Ende der 1. Halbzeit dieser Favoritenrolle gerecht geworden. Mit diesem 0:3 wird es schwer für Potsdam", kommentierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Halbzeit bei Sky als Tribünengast das einseitige Finale.

Erst nach Wiederanpfiff wurde Schult erstmals geprüft, als sie einen Kopfball von Holmgaard (51.) gekonnt parierte. Obwohl der Underdog aus Potsdam nun mutiger auftrat, geriet der Wolfsburger Sieg nie in Gefahr. Mit einem abgefälschten Freistoß aus 18 Metern beseitigte Janssen die letzten Zweifel.