16. Juli 2020 / 01:42 Uhr

Wolfsburg-Profi trifft Klitschko-Bezwinger - und denkt an Abschied vom VfL!

Wolfsburg-Profi trifft Klitschko-Bezwinger - und denkt an Abschied vom VfL!

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Marcel Tisserand traf im Urlaub Weltklasse-Boxer Anthony Joshu
Marcel Tisserand traf im Urlaub Weltklasse-Boxer Anthony Joshu
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Keiner will weg beim VfL Wolfsburg - das haben Manager Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer zuletzt immer mal wieder betont. Doch das könnte sich jetzt ändern: Gegenüber dem SPORTBUZZER hat der erste VfL-Profi Abschiedsgedanken geäußert.

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In der Hinrunde noch Stammkraft, in der Rückrunde fast komplett raus... Einzig beim 1:3 in Köln und beim 1:2 gegen Hertha (jeweils 90 Minuten) sowie eine Minute im Spiel in Bremen hatte Marcel Tisserand in diesem Jahr für den VfL auf dem Platz gestanden. Das sorgt beim Kapitän der Nationalmannschaft der DR Kongo für Frust. Der Innenverteidiger des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten will spielen - und schließt einen Abschied nicht komplett aus.

So präsentiert der VfL Wolfsburg den neuen Look

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Maximilian Arnold ©

Bereits im vergangenen Sommer hatte es Spekulationen über einen vorzeitigen Abschied des Abwehrspielers gegeben. "Aber für mich war damals immer klar, dass ich in Wolfsburg bleibe", betont der 27-Jährige gegenüber dem SPORTBUZZER. "Aber dieses Mal ist es ein wenig anders, meine Situation ist nicht gut." Dabei war es in der Hinrunde für ihn noch gut gelaufen. Nachdem er beim Auftakt in Köln wegen Trainingsrückstandes (Tisserand war beim Afrika-Cup im Einsatz) noch gefehlt hatte, war er gegen Hertha und Paderborn im Kader, beim 1:1 in Düsseldorf gehörte er erstmals zur Startelf. Und in der blieb er. Tisserand, der noch zwei Jahre Vertrag in Wolfsburg hat: "Ich habe viel gespielt, war bis Januar in der Mannschaft." Allerdings: Nach dem 1:2 gegen Berlin Ende Januar war er raus. Kann er erklären, warum das aus seiner Sicht so war? "Der Verein hat einen neuen Innenverteidiger gekauft, ich habe im Spiel in Köln einen Fehler gemacht. Und dann hat der Trainer gewechselt", so Tisserands Erklärung.

Marcel Tisserand: Die Karriere des VfL-Abwehrspielers in Bildern

Nördlich von Paris geboren, absolvierte Marcel Tisserand seine Fußball-Ausbildung im berühmten Leistungszentrum Clairefontaine. 2009 wechselte er in die Jugendabteilung der AS Monaco, mit der er 2011 den französischen A-Jugend-Pokal gewann. Zur Galerie
Nördlich von Paris geboren, absolvierte Marcel Tisserand seine Fußball-Ausbildung im berühmten Leistungszentrum Clairefontaine. 2009 wechselte er in die Jugendabteilung der AS Monaco, mit der er 2011 den französischen A-Jugend-Pokal gewann. ©

"Ich kann das schwer nachvollziehen"

Mit Marin Pongracic (kam von RB Salzburg) war im Januar ein neuer zentraler Abwehrmann gekommen - und der durfte nach kurzer Eingewöhnungszeit auch gleich ran. Für Tisserand blieb nur die Bank. Und daran änderte sich im Verlauf der Rückrunde nichts mehr. "Ich habe fünf Monate nicht mehr gespielt, ich kann das nur schwer nachvollziehen", sagt der Wolfsburger gefrustet. Dabei habe der VfL mit der Liga und der Europa League viele Spiele gehabt. Trainer Oliver Glasner betonte jedoch mal, dass er kein großer Freund davon sei, auf wichtigen Positionen wie in der Innenverteidigung viel zu wechseln. Das war Tisserands Pech. Der VfLer: "Die Zeit war hart."

Wie geht es jetzt weiter? Will er weg? "Vielleicht." Er selbst habe noch nicht mit den VfL-Verantwortlichen um Manager Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer gesprochen. Das übernehme sein Berater. Tisserand ist es wichtig, dass er spielt - auch im Hinblick auf die Nationalmannschaft der DR Kongo. "Ich muss im Verein spielen, um auch dort zum Einsatz zu kommen. Ich will spielen. Ich werde genau abwägen, was die beste Option für mich ist." Das könne der VfL sein, es könne aber auch ein anderes Team sein.

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Zurzeit schaltet Tisserand im Urlaub ab, der Nationalspieler ist gerade in Malaga - und hat am Pool in dieser Woche Weltklasse-Boxer Anthony Joshua getroffen. Der Schwergewichts-Weltmeister hatte 2017 in einem Mega-Fight in Wembley Wladimir Klitschko besiegt. Tisserand postete ein Bild bei Instagram. "Ich kannte ihn nicht persönlich, aber natürlich bin ich ein Fan von ihm", so der VfL-Profi, der in der nächsten Woche nach Wolfsburg zurückkehrt, um mit dem VfL in die Vorbereitung zu starten.

Mit Robin Knoche hat den VfL ein Innenverteidiger gerade verlassen, der auslaufende Vertrag des Eigengewächses war nicht verlängert worden. Mit Tisserand, Pongracic, John Anthony Brooks und Rückkehrer Jeffrey Bruma (war an Mainz ausgeliehen, dürfte den VfL aber verlassen) haben die Wolfsburger für die neue Runde vier Innenverteidiger im Aufgebot. Ein neuer könnte jedoch noch kommen. Möglicherweise werden es am Ende auch zwei sein, wenn es beim unzufriedenen Tisserand zu einem Wechsel kommt. Doch so weit ist es noch nicht.