01. Juli 2020 / 13:22 Uhr

Union-Profi Bülter über Rödinghausens Aufstiegs-Verzicht: "Kann kleinen Verein kaputt machen“

Union-Profi Bülter über Rödinghausens Aufstiegs-Verzicht: "Kann kleinen Verein kaputt machen“

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wenn man als Spieler so nah dran ist, sich den Traum von der 3. Liga zu erfüllen, ist es extrem bitter: Marius Bülter über den Aufstiegs-Verzicht von Ex-Klub SV Rödinghausen. 
"Wenn man als Spieler so nah dran ist, sich den Traum von der 3. Liga zu erfüllen, ist es extrem bitter": Marius Bülter über den Aufstiegs-Verzicht von Ex-Klub SV Rödinghausen.  © imago images/Noah Wedel
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Der SV Rödinghausen hat sich als Meister der abgebrochenen Regionalliga West bewusst gegen einen Aufstieg in die 3. Liga entschieden. Marius Bülter, ehemaliger Spieler der Ostwestfalen und mittlerweile Profi bei Union Berlin, kann sowohl Spieler- als auch Vereinsseite verstehen.

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Am Dienstag hätte der SV Rödinghausen eigentlich in der Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga gespielt. Der Klub aus dem 10.000-Einwohner-Örtchen vor den Toren Bielefelds beendete die abgebrochene Saison in der Regionalliga West als Meister. Trotzdem entschieden sich die Ostwestfalen aus strukturellen Gründen, keine Lizenz zu beantragen. So rückte der SC Verl nach und schaffte den Sprung in Liga 3.

Dieser Artikel ist Teil der Amateurfußball-Initiative #GABFAF. Mehr Infos dazu auf gabfaf.de.

Marius Bülter spielte von 2014 bis 2018 in Rödinghausen, ehe er über den 1. FC Magdeburg in der abgelaufenen Saison den Durchbruch als Bundesliga-Profi bei Union Berlin schaffte. Im #GABFAF-Interview spricht er über die Entscheidung seines Ex-Klubs.

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Herr Bülter, ist der Aufstiegsverzicht für Sie nachvollziehbar?

Wenn man als Spieler so nah dran ist, sich den Traum von der 3. Liga – den ich ja auch mal hatte – zu erfüllen und einem diese Chance dann genommen wird, ohne etwas dafür zu können, ist das ex­trem bitter. Andererseits kann man verstehen, dass Rödinghausen die Auflagen für die 3. Liga nicht erfüllen kann. Das kann so einen kleinen Verein auch kaputt machen, wenn man für was weiß ich wie viel Geld die Infrastruktur verbessern muss und nach einem Jahr wieder absteigt. Dann steht da ein Riesenstadion, das man nicht mehr braucht.

Bülter: "Profi- und Amateurfußball sind zwei unterschiedliche Welten"

Hätten Sie eine Lösung?

Für die Amateurvereine ist es schade. Man muss aber auch sagen, dass die 3. Liga nun mal eine Profiliga ist, für die man gewisse Anforderungen braucht. Das muss jeder für sich entscheiden. Wenn man da keine Rasenheizung hat, wird das zu Problemen führen. Grundsätzlich ist es einfach so, dass man im Fußball einen klaren Schnitt hat zwischen Profi- und Amateurfußball. Das sind zwei unterschiedliche Welten, die man nicht mehr miteinander vergleichen kann.

Das sind die prominenten #GABFAF-Unterstützer:

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Wie kann man dieser Entwicklung entgegenwirken?

Gar nicht, weil sie sich nicht mehr rückgängig machen lässt. Aber manche Vereine sind ja auch stolz darauf, für den Amateurfußball zu stehen. Die wollen gar nicht in den Profibereich. Und das ist auch gut so.