20. April 2021 / 18:21 Uhr

Bericht: Unbekannter Klub denkt über Super-League-Rückzug nach – ManCity bricht Guardiola-PK ab 

Bericht: Unbekannter Klub denkt über Super-League-Rückzug nach – ManCity bricht Guardiola-PK ab 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
In England gibt es weiter Wirbel um die Super League.
In England gibt es weiter Wirbel um die Super League. © IMAGO/PA Images
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Ein bisher nicht namentlich bekannter Vertreter der umstrittenen Super League aus England soll über einen Rückzug von den Plänen nachdenken. Das berichtet die Londoner "Times". Manchester City beendete eine Pressekonferenz mit Trainer Pep Guardiola unterdessen vorzeitig, nachdem dieser die Pläne kritisiert hatte.

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Die Kritik an den Super-League-Plänen reißt nicht ab - und könnte möglicherweise erste Folgen haben. Einem Bericht der Times zufolge soll "mindestens ein" ungenanntes Gründungsmitglied des umstrittenen neuen Formats bereits über einen Rückzug von dem Projekt nachdenken. Dabei soll es sich um einen Klub der englischen Premier League handeln, die mit insgesamt sechs Klubs das stärkste Kontingent hält.

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UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, der die von der UEFA autonome Liga von insgesamt zwölf Klubs aus England, Spanien und Italien am Montag scharf verurteilt hatte, ließ die Tür für einen solchen Sinneswandel am nächsten Tag im Rahmen des UEFA-Kongresses offen. Ceferin attackierte besonders die sechs englischen Klubs, die sich mit der Super League von der Königsklasse der UEFA lossagen wollen. Für manche seien "Fans nur noch Konsumenten“ und "Dividende wichtiger als Leidenschaft", sagte der 53-Jährige.

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ManCity-Trainer Guardiola: "Habe meine eigene Meinung"

Selbst bei Vertretern der beteiligten Vereine mehren sich die kritischen Stimmen. Nachdem Liverpool-Trainer Jürgen Klopp am Rande des 1:1 der Reds gegen Leeds United eher vorsichtig auf Distanz zu seinem Arbeitgeber ging, wurde Pep Guardiola von Manchester City deutlicher. "Es ist kein Sport, wenn kein Verhältnis zwischen Anstrengungen und Erfolg besteht", so der frühere Bayern-Coach, dessen Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel gegen Aston Villa am Mittwoch (21.15 Uhr/Sky) vom Klub bereits nach weniger als 20 Minuten vorzeitig beendet wurde, obwohl zahlreiche Journalisten weitere Fragen stellen wollten. Weil der 50-Jährige in seiner Kritik zu deutlich wurde?

Klar ist: Guardiola ist kein Fan des Wettbewerbs. Er sagte, als Trainer sei er nicht die richtige Person, um Fragen zur neuen Liga zu beantworten. "Ich unterstütze meinen Verein, ich kenne die Leute und ich bin Teil dieses Klubs. Aber ich habe auch meine eigene Meinung", sagte er. "Ich habe schon viele Male gesagt, dass ich den besten Wettbewerb möchte und es ist nicht fair, wenn Teams an der Spitze stehen, sich aber nicht qualifizieren können." Es müsse klar kommuniziert werden, warum gewisse Entscheidungen getroffen wurden. Guardiola: "Warum ist Ajax nicht involviert bei all ihren Erfolgen? Das muss erklärt werden."

Fulham-Besitzer: Super-League-Konzept "dient weder dem Spiel noch den Fans"

Fundamentale Gegenwehr zu den Plänen der Super-League-Klubs kommt von den übrigen 14 Vereinen der ersten englischen Liga. "Die Premier League erwägt alle verfügbaren Maßnahmen, um den Fortschritt des Wettbewerbs zu verhindern und die beteiligten Anteilseigner gemäß ihren Regeln zur Rechenschaft zu ziehen", teilte die Liga mit. Die Super-League-Teilnehmer waren zu dem Treffen nicht eingeladen. Die restlichen Klubs lehnten das Projekt "einstimmig und energisch" ab, hieß es weiter. "Das Konzept wird weder dem Spiel noch unseren wichtigsten Interessengruppen dienen - den Generationen von Fans hier in England und in ganz Europa, die ihren heimischen Ligen ebenso treu geblieben sind, und den Möglichkeiten, die sie bieten, wie sie ihrer Lieblingsklubs treu bleiben", erklärte etwa Shahid Khan, der Besitzer des FC Fulham.