02. August 2021 / 09:29 Uhr

Stolz und Enttäuschung nah beieinander: Blau-Weiß Blasewitz verliert gegen Stuttgart

Stolz und Enttäuschung nah beieinander: Blau-Weiß Blasewitz verliert gegen Stuttgart

Rolf Becker
Reka-Luca Jani
Die Ungarin Reka-Luca Jani holte an ihrem 30. Geburtstag einen von zwei Blasewitzer Einzelsiegen – in der Endabrechnung war das zu wenig. © Steffen Manig
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Die Damen des TC Blau-Weiß Blasewitz haben am letzten Bundesliga-Spieltag mit 4:5 gegen Stuttgart verloren und verpassten somit den Vizemeistertitel. Doch auch Platz drei ist ein Erfolg.

Dresden. Die Hoffnung, dass es Sonnabend vielleicht doch noch was mit dem sehnlich erhofften Sieg der Damen von Blau-Weiß Blasewitz im Abschlussspiel der Tennis-Bundesligasaison gegen TEC Waldau Stuttgart werden könnte, lebte bis zuletzt. Vergebens, denn die „Sünden“ in den Einzeln, die zu einen 2:4-Rückstand führten, waren in den Doppeln trotz einer Steigerung nicht mehr gutzumachen.

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Am Ende verloren die Dresdnerinnen knapp mit 4:5. Damit wurde es auch nichts mit dem ziemlich sicher geglaubten deutschen Vizemeistertitel. Neben dem schon vorher feststehenden Meister TC Bredeney Essen, der zum Abschluss Grün-Weiß Luitpoldpark München nur knapp mit 5:4 bezwang, was den Abstieg der Münchnerinnen besiegelte, zog noch Blau-Weiß Aachen an den Blasewitzerinnen vorbei. Aachen setzte sich wie erwartet klar mit 8:1 gegen den schon vorher feststehenden Absteiger Marienburger SC Köln durch und verfügt gegenüber der punktgleichen Vertretung von Blau-Weiß Blasewitz (je 8:4) über die besseren kleinen Punkte (Aachen 34:20, Blasewitz 29:25). Sicher stellt auch der dritte Platz einen sehr bemerkenswerten Erfolg für den einzigen ostdeutschen Vertreter in der deutschen Eliteliga dar, doch wenn der zweite so nahe ist...

Warum wurde nun gerade dieses wichtige Heimspiel nach ingesamt fast durchgängig guten Leistungen in dieser Saison verloren? Der Blasewitzer Teammanager Sven Grosse meinte zwar, dass Stuttgart noch zu keiner Begegnung in dieser Saison so stark besetzt angetreten sei wie zu dieser. Damit hat er sicher Recht, aber dennoch waren die Blasewitzer Spielerinnen in nahezu allen Einzeln favorisiert, weil sie in der Weltrangliste jeweils besser platziert sind als ihre Gegnerinnen, zum Teil sogar deutlich.

Kein guter Tag für Pliskova

Nur der jungen Lara Schmidt konnte man keinen „Vorwurf“ für die 3:6, 1:6-Niederlage gegen Brenda Fruhvirtova machen. Die erst 14-jährige Tschechin zählt zu den größten Talenten ihres Landes und trainiert schon vier Jahre in der berühmten Tennis-Akademie in Sophia Antipolis an der französischen Cote d’Azur, die von Patrick Montaglou, dem Trainer von Serena Williams, geleitet wird. Danach verlor auch die leicht angeschlagene Russin Varvara Flink mit 4:6, 6:7 (3:7) gegen Linda Fruhvirtova, die zwei Jahre ältere Schwester von Brenda und die ebenfalls eine große Tennis-Hoffnung in Tschechien ist. Damit stand es 0:2. Doch die Ungarin Reka-Luca Jani, die am Spieltag ihren 30. Geburtstag feierte, brachte Blasewitz mit dem 6:3, 7:6 (7:4)-Sieg gegen die Belgierin Kimberley Zimmermann auf 1:2 heran.

Bedeutete das die Wende in diesem Spiel, zumal danach eigentlich nur noch sichere Punktebringerinnem folgten? Zuerst im Spitzenspiel Kristyna Pliskova. Die 29-jährige Tschechin sah gegen die Slowenin Dalila Jakupovic bei einer 6:0, 2:0-Führung und zwei Spielbällen zum 3:0 wie die sichere Siegerin aus – und verlor 6:0, 4:6, 7:10. Pliskova war zweifellos die größte Blasewitzer Enttäuschung an diesem Tag, doch danach unterlag auch noch ihre Landsfrau Miram Kolodziejeva mit 5:7, 6:7 (4:7) gegen die junge Lettin Kamilla Bartone. Damit stand es 1:4, und nur die Slovakin Kristina Kucova hielt mit ihrem 6:1, 6:3-Erfolg gegen die Polin Katarzyna Piter die Hoffnung auf einen Blasewitzer Sieg noch am Leben.

Doch dann hätten bei einem 2:4-Rückstand alle drei Doppel gewonnen werden müssen. Immerhin sah es zunächst auch danach aus, als ob dies tatsächlich gelingen könnte. Denn alle drei Duos gewannen den ersten Satz jeweils mit 6:3, doch nur zwei, Pliskova/Jani und Kolodziejeva/Anastasia Detiuc, waren am Ende erfolgreich, und damit war die bittere 4:5-Niederlage besiegelt. Sven Grosse fiel es unmittelbar nach der Niederlage von Flink/Kucova sichtlich schwer eine erste ganz kurze Saisoneinschätzung abzugeben: „Wenn man so dicht vor der Vizemeisterschaft steht, ist die Enttäuschung schon sehr groß. Doch real betrachtet stellt auch der dritte Platz in dieser enorm stark besetzten 1. Bundesliga einen Riesenerfolg dar.“