30. Juli 2021 / 10:52 Uhr

Starke Muskelkrämpfe vor Bronze-Fahrt: Slalomkanute Hannes Aigner "musste kämpfen"

Starke Muskelkrämpfe vor Bronze-Fahrt: Slalomkanute Hannes Aigner "musste kämpfen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Glücklicher Bronze-Gewinner: Der deutsche Kajak-Fahrer Hannes Aigner.
Glücklicher Bronze-Gewinner: Der deutsche Kajak-Fahrer Hannes Aigner. © dpa
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Die vierte deutsche Medaille für die Slalomkanuten im vierten Wettbewerb erkämpfte sich Hannes Aigner am Freitag - trotz starker Muskelkrämpfe, die den Augsburger kurz vor seinem Bronze-Lauf in Tokio heimsuchten.

Die deutschen Slalom-Kanuten bleiben bei den Olympischen Spielen in Tokio eine Medaillen-Bank: Die Bronzemedaille für Kajak-Fahrer Hannes Aigner war am Freitagmorgen bereits das vierte Edelmetall für die Equipe des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV). Aigner musste sich mit einem beinahe fehlerfreien Lauf nur dem neuen Olympiasieger Jiri Prskavec aus Tschechien und Jakub Grigar aus der Slowakei geschlagen geben.

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Dabei hatte er vor seinem Lauf urplötzlich mit großen Problemen zu kämpfen. "Ich war vor dem Start ziemlich aufgeregt, weil ich vorher starke Muskelkrämpfe bekommen habe", sagte der 32 Jahre alte Augsburger dem ZDF. Eine Viertelstunde vor dem Start hätten ihn die körperlichen Schwierigkeiten beinahe empfindlich getroffen. "Ich musste kämpfen, dass ich den Fokus behalte. Das hat auch zu einem Fahrfehler geführt. (...) Ich war total durch; auch nicht so zufrieden, weil ich denke, dass ich es etwas besser kann." Letztlich sei er mit seiner zweiten Bronze-Fahrt aber richtig happy. Es sei "cool, dass es wieder geklappt hat", sagte Aigner, der bereits 2012 in London Bronze geholt hatte und vier Jahre später in Rio de Janeiro Vierter wurde.

Slalomkanuten so erfolgreich wie seit 1972 nicht

Für den Deutschen Kanu-Verband (DKV) gehen damit in Japan historische Tage zu Ende. Nach dem Gold von Ricarda Funk sowie den Bronzemedaillen von Sideris Tasiadis und Andrea Herzog war Bronze von Aigner die vierte Medaille im vierten Wettbewerb. So eine olympische Erfolgsbilanz hatten die Slalomkanuten seit München 1972 - als die DDR-Sportler dreimal Gold und einmal Bronze holten - nicht mehr. "Das ist schon unglaublich, was da gerade passiert ist. Ich kann das noch nicht so ganz begreifen", sagte Cheftrainer Klaus Pohlen: "Es ist zu 100 Prozent gut gelaufen. Das war tolle Teamarbeit, was wir hier hingelegt haben. Wir haben uns hohe Ziele gesetzt, aber wir wussten, dass wir gut vorbereitet sind."

Ungewiss ist noch, ob Aigner, der 2016 sein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit dem Master abschloss, bis zu den nächsten Spielen in Paris weiter macht. "Vielleicht bin ich in drei Jahren wieder dabei", sagte er - wollte sich aber noch nicht festlegen.