06. April 2020 / 19:05 Uhr

So lief die Trainingsaufnahme der Klubs in der Bundesliga - Kritik an unterschiedlichen Regelungen

So lief die Trainingsaufnahme der Klubs in der Bundesliga - Kritik an unterschiedlichen Regelungen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Schalke-Profis Nassim Boujellab (l.) und Schalkes Bastian Oczipka trainieren wieder auf dem Platz. 
Die Schalke-Profis Nassim Boujellab (l.) und Schalkes Bastian Oczipka trainieren wieder auf dem Platz.  © dpa
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Die meisten Bundesligisten trainieren seit Montag wieder in Kleingruppen – doch unterschiedliche Vorgaben sorgen für Unmut bei einigen Verantwortlichen. Die Spieler sind froh, sich teilweise "live" wiederzusehen. 

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Die Bundesliga-Klubs sind weitgehend zurück auf dem Trainingsplatz – in Kleinstgruppen unter strengsten behördlichen Auflagen. Einige Vereine beklagen jedoch das unterschiedliche Vorgehen der Ämter in der Corona-Krise. Eine einheitliche Regelung des Bundesinnenministeriums gibt es nicht. Mit Argusaugen beobachten hochklassige Amateurteams das Treiben bei den fast 500 Profis im Oberhaus. Der DFB warnt eindringlich davor, es ihnen nachzumachen.

„Es ist schon besser, als allein daheim zu trainieren. Doch es hat mit Normalität nichts zu tun“, beschrieb Maximilian Arnold vom VfL Wolfsburg den ungewohnten Übungsbetrieb. „Jede Gruppe hat eine separate Kabine. Wir haben separate Duschen und einen festen Physiotherapeuten“, sagte der Mittelfeldspieler. Im Kraftraum habe jeder seine eigene Matte und müsse Handschuhe tragen. „Nach jeder Übung müssen wir alles, was wir angefasst haben, desinfizieren.“

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Üblich sind meist Spielerduos, die zusammen trainieren. Nicht aber in Nordrhein-Westfalen: Der 1. FC Köln schwitzt sogar in Gruppen mit bis zu acht Profis, der FC Schalke mit bis zu sieben, Borussia Mönchengladbach mit bis zu fünf. Alle Vereine betonen, dass die Vorgaben der Behörden eingehalten werden. Dazu zählt weiterhin auch ein gewisser Mindestabstand zueinander.

Auch der FC Bayern München – mit dem zuletzt verletzten Torjäger Robert Lewandowski – und seine Verfolger Borussia Dortmund und RB Leipzig dürfen wieder fußballspezifischer üben, während der Spielbetrieb bis mindestens 30.­ ­April ruht. „Es war schon ein sehr ungewohntes Gefühl. Aber es war auch schön, die Jungs mal wieder live zu sehen“, sagte Kapitän Manuel Neuer. Das Homeoffice unter präzisen Vorgaben haben viele satt. „Ich weiß nicht, wie oft ich vor Anstrengung fast vom Rad gekippt bin“, erzählte Frankfurts Erik Durm.

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Das Coronavirus legt den Fußball in Europa lahm - mit Ausnahme der weißrussischen Liga müssen alle Wettbewerbe pausieren. Die Länge der Zwangspause ist dabei unterschiedlich bemessen. Der SPORTBUZZER fasst den Stand zusammen - wie lange pausieren die Ligen in Europa? ©

Die Akteure von Werder Bremen müssen sich weiter zu Hause fit halten, der Klub fürchtet Nachteile. „Wir werden weiterhin die Vorgaben der Behörden umsetzen, befinden uns aber in dem Spannungsfeld, dass Mitkonkurrenten an anderen Standorten bereits seit Längerem im Gruppentraining arbeiten“, sagte Trainer Florian Kohfeldt. „Wir hoffen, keinen Wettbewerbsnachteil zu erleiden, und würden eine einheitliche Lösung begrüßen.“

Werder hat beim Bremer Senat einen Antrag gestellt, ab Montag wieder in Kleingruppen trainieren zu dürfen. Über diesen Antrag wurde aber noch nicht entschieden. Jonas Boldt, Sportvorstand des Hamburger SV, sieht in den unterschiedlich Startvoraussetzungen „momentan noch keine entscheidende Wettbewerbsverzerrung. Wir wissen ja nicht, wann überhaupt gespielt wird.“ Stadtrivale FC St. Pauli hatte – zum Unwillen der Behörden – schon in der vergangenen Woche Trainingseinheiten absolviert.

Unmut wegen Unterschieden: "Finde es unglaublich"

In Hessen beklagte sich Kickers Offenbach bitterlich, dass Eintracht Frankfurt auf der anderen Seite des Mains bereits seit letztem Freitag wieder trainiert. Dem Regionalligisten ist dies vom Ordnungsamt untersagt. „Ich finde es unglaublich, dass innerhalb eines Bundeslandes unterschiedliche Regelungen möglich sind“, sagte Geschäftsführer Thomas Sobotzik.

Mit seinen Amateurklubs hatte sich der DFB auf eine weitere Aussetzung des Trainings- und Spielbetriebs verständigt. Am Montag mahnte der Verband nun, dieser Anordnung „im Sinne der Bekämpfung des Coronavirus streng Folge zu leisten“. Für die Spielklassen unterhalb der Regionalliga seien die Verfügungen der zuständigen Gesundheitsbehörden entscheidend, „an ihnen wird sich orientiert“.