20. Oktober 2020 / 17:21 Uhr

„So groß kann man ’glücklich’ nicht in die Zeitung schreiben“

„So groß kann man ’glücklich’ nicht in die Zeitung schreiben“

Lukas Everling
Peiner Allgemeine Zeitung
Franziska Grabinski (grün, links) traf doppelt für Armnia Vechelde. Zum Sieg reichte es aber nicht.
Franziska Grabinski (grün, links) traf doppelt für Armnia Vechelde. Zum Sieg reichte es aber nicht. © Ralf Büchler
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Für den VfB Peine lief im Derby der Frauenfußball-Bezirksliga bei Arminia Vechelde eigentlich nichts zusammen. Viele Fehlpässe, kaum Laufbereitschaft und ein verschossener Elfer. In der Schlussphase der Partie erzielte der VfB dennoch zwei Treffer und freute sich über einen Punkt. Den hätte auch Teutonia Groß Lafferde geholt, verlor aber mit 0:3 gegen den Tabellenführer. 

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Den Vechelder Fußballerinnen muss es schon wie ein kleiner Fluch vorkommen. Im vierten Bezirksliga-Spiel gab es das dritte Remis für die Arminia. „So viele hatten wir in den vergangenen sechs Jahren nach keiner einzigen Saison – jetzt aber schon nach vier Spieltagen“, berichtet der Vechelder Coach Torsten Bode nach dem vermeidbaren Punktverlust im Derby gegen den VfB Peine. „Das war glücklich“, sagte auch VfB-Coach Frank Hagedorn. Das dritte Team aus dem Landkreis, Teutonia Groß Lafferde, unterlag dem Spitzenreiter FT Braunschweig mit 0:3 deutlich.

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Arminia Vechelde – VfB Peine 2:2 (1:0). Wieder eine Führung, wieder nicht ins Ziel gebracht und wieder wegen individueller Fehler. „Das zieht sich jetzt schon durch die Saison“, hadert Bode, der aber nicht von einem misslungenen Saisonstart reden möchte. Schließlich sei die Leistung der noch sieglosen Arminia ansonsten ordentlich gewesen. „Wir haben über 90 Minuten das Spiel dominiert.“ Es war ein kampfbetontes Derby, berichtete Bode: „Aber es war immer fair.“

Schon nach den ersten 45 Minuten hätten die Vechelderinnen mit 3:0 führen können, auch nach der Pause gab es weiterhin Chancen. Durch die zwei Treffer von Franziska Grabinski führte Vechelde nach gut einer Stunde mit 2:0. Die Peinerinnen konnten derweil nicht das erfüllen, was sie sich vorgenommen hatten. „Wir haben Fehlpässe wie am Fließband produziert und die Laufbereitschaft fehlte komplett“, haderte Trainer Hagedorn.

So ziemlich alles lief gegen seine Mannschaft, die auch einen Elfmeter verschoss. „An die Unterkante der Latte. Von dort aus sprang er wieder raus. Das passte irgendwie“, sagte der VfB-Coach. Sein Team unternahm ansonsten kaum Vorstöße in den gegnerischen Sechzehner, versuchte es höchstens mit Abschlüssen aus der Distanz – und kam damit kurz vor dem Ende gleich zweimal zum Erfolg. „Die haben mit dreieinhalb Chancen zwei Tore gemacht“, ärgerte sich Bode, während sein Gegenüber sagt: „So groß kann man ’glücklich’ gar nicht in die Zeitung schreiben.“

Tore: 1:0, 2:0 Franziska Grabinski (19., 54.), 2:1 Sabrina Wolff (83.), 2:2 Linda Klingenberg (90.).

Teutonia Groß Lafferde – FT Braunschweig 0:3 (0:0). „Hast du keine Chancen, schießt du keine Tore“, hat Groß Lafferdes Steffen Nebe schnell den Grund für die Niederlage gegen den Tabellenführer gefunden. Lediglich einen Hochkaräter hatte der Gastgeber, doch Lisa Voß vergab einen schnellen Angriff, weil sie das Tempo herausnahm. Dafür machten die Lafferderinnen ihre Sache in der Defensive so gut, dass die Braunschweigerinnen keine Mittel fanden und beide Teams torlos in die Pause gingen.

Ein Distanzschuss war dann der Dosenöffner für die Gäste. Paulina Wilkens traf zum 1:0 (50.) und nur sieben Minuten später nutzte Ziska Völker einen Absprachefehler der Teutoninnen zum zweiten Treffer. „Das dritte Ding war dann Formsache“, erklärt Nebe, der dennoch mit dem Saisonstart zufrieden ist.

Tore: 0:1 Paulina Wilkens (50.), 0:2, 0:3 Ziska Völker (57., 63.).

Von Lukas Everling