17. Oktober 2021 / 19:23 Uhr

Seawolves feiern ersten Heimsieg nach Nervenspektakel

Seawolves feiern ersten Heimsieg nach Nervenspektakel

Sebastian Lindner
Ostsee-Zeitung
Jordan Roland war gegen die Panthers Schwenningen bester Rostocker und steuerte 23 Punkte zum knappen Sieg bei.
Jordan Roland war gegen die Panthers Schwenningen bester Rostocker und steuerte 23 Punkte zum knappen Sieg bei. © Gunnar Rosenow
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Ein Ex-Rostocker hatte mit der Schlusssekunde die Chance, das Spiel zu drehen. So aber konnten die Seawolves den ersten Heimsieg der Saison feiern.

​Mit 87:85 (23:16/28:17/15:22/21:30) gegen die wiha Panthers Schwenningen haben die Rostock Seawolves am Sonntagnachmittag ihren ersten Heimsieg der Saison gefeiert. Bis in die letzte Sekunde stand das Spiel auf Messers Schneide. Denn der Ex-Rostocker Chris Frazier setzte einen Drei-Punkte-Wurf mit der Schlusssirene nur an den Ring. 

„Wir sind immer mal wieder sehr gut darin, Dinge umzusetzen, die wir uns vornehmen“, sagte Headcoach Christian Held nach einer Partie mit vielen Höhen und Tiefen. „Allerdings gelingt uns das noch nicht über die vollen 40 Minuten. Das ist aber zum jetzigen Zeitpunkt auch völlig normal.“

Der Start in die Partie verlief einmal mehr nicht nach Plan. Sid-Marlon Theis, Chris Carter und Jordan Roland verwarfen ihre ersten Versuche, sodass Schwenningen schnell auf 0:7 wegziehen konnte. Wieder vergingen mehr als zwei Minuten, ehe Roland dann die ersten Punkte machte. 

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Doch dann kamen die Wölfe in Fahrt, machten die nächsten neun Zähler und gingen damit nach vier Minuten erstmals in Führung. Diese sollten sie im Spielverlauf lange nicht mehr hergeben. In der Folge bauten die Gastgeber ihren Vorsprung aus, nach einem 15:9 (6. Minute) war das erste Viertel mit 23:16 gewonnen.

Die Probleme in der Defensive, die es den Wölfen zuletzt schwer machten, waren gegen die Panthers zwar noch nicht gänzlich ausgemerzt, einfache Würfe für die Gäste waren jedoch die Ausnahme. Ohnehin war es die Offensive, die den Rostockern einen deutlicheren Vorsprung bescherte. Roland, Tyler Nelson und Theis versenkten Mitte des zweiten Viertels drei Dreier am Stück und sorgten für einen vermeintlich beruhigenden Vorsprung von 15 Punkten, den Carter und Gabriel de Oliveira mit einem schönen Spielzug unter dem Korb mit der Sirene auf 18 ausbauten (51:33).

Halbzeitvorsprung schmilzt rapide

Nach der Halbzeit war den Wölfen allerdings der Rhythmus abhanden gekommen, die ersten sechs Punkte gingen wieder an Schwenningen. Auch weil Rostock von der Freiwurflinie schwächelte –  Carter und Oliveira verwarfen jeweils zweimal am Stück, insgesamt lag die Quote von der Linie nur bei 67 Prozent. Nach dem dritten Viertel stand so in Summe nur noch eine Elf-Punkte-Führung (66:55).


Und die war nach zwei Minuten im letzten Abschnitt aufgebraucht. Denn Schwenningen macht 15 Zähler in Serie und ging damit in Führung (66:70). Plötzlich war es still in der Halle, die mit 2479 Zuschauern fast ausverkauft war. Erinnerungen an die Spiele gegen Tübingen (83:97) und Leverkusen (85:95), in denen Rostock klare Halbzeitführungen verspielte, kamen auf. „Die Angst, dass es wieder so kommen könnte, hat man uns angemerkt“, so Held. „Wir dürfen so eine große Führung einfach nicht so schnell herschenken“, stieß Chris Carter in ein ähnliches Horn.  

Theis und Pearson halten Wölfe im Spiel

In der Phase waren es Theis und Nijal Pearson, die ihr Team im Rennen hielten und die nächsten Rostocker Punkte unter sich aufteilten. Beim 73:72 und beim 75:73 waren die Wölfe wieder in Front, doch auch der sich anschließende Dreier durch Carter viereinhalb Minuten vor dem Ende bedeutete noch nicht die Entscheidung. 

Auch nicht das 86:82 durch Roland 20 Sekunden vor dem Ende, denn die Wölfe vertändelten im Spielaufbau einen Ball, sodass es erneut unnötig spannend wurde. Schwenningen behielt die Nerven, kam wieder auf zwei Punkte ran. Und hatte im letzten Wurf die Chance auf den Sieg, verpasste sie aber.

Der dritte Erfolg im fünften Saisonspiel spülte das Team von Headcoach Christian Held ins obere Drittel der Tabelle der 2. Bundesliga ProA auf Platz 6. „Wir haben die Ruhe bewahrt und hatten mit Chris Carter einen Spieler, der Verantwortung übernommen hat und dabei einen sehr guten Job gemacht hat.“ Der Gelobte selbst verwies auf „die richtige Richtung“, denn im Gegensatz zum Spiel in Leverkusen „haben wir dieses Mal das Comeback geschafft.“

Seawolves: Nelson 7 Punkte, de Oliveira 10, Carter 14, Ilzhöfer 1, Roland 23, Gloger, Theis 13, Jost, Pearson 15, Loesing 4