14. Juli 2020 / 16:24 Uhr

Schwitzen auf dem Laufband: Otavios Sommer-Urlaub fällt aus

Schwitzen auf dem Laufband: Otavios Sommer-Urlaub fällt aus

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Paulo Otavio
Schwitzt für das Comeback und hat seine Familie dabei: Paulo Otavio vom VfL Wolfsburg.
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Nach einem Frustjahr mit zwei Verletzungen schaut Paulo Otavio auf die neue Saison mit dem VfL Wolfsburg. Der Linksverteidiger arbeitet derzeit in seiner Heimat Brasilien hart, um möglichst bald wieder für den VfL auf dem Platz stehen zu können.

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Sommer? Sonne? Strand? Der Urlaub in diesem Jahr ist nicht so, "wie ich mir Urlaub mit meiner Familie vorstelle", sagt Paulo Otavio. Der Linksverteidiger des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten muss wegen seiner Sprunggelekenks-Verletzung Extraschichten einlegen, für die Sonne von Sao Paulo bleibt da weniger Zeit. "Morgens und abends", sagt der stets gut gelaunte Südamerikaner, "bin ich am Arbeiten". Denn er hat sein Comeback fest im Blick: "Bis zu unserem Europa-League-Spiel am 5. August gegen Donezk schaffe ich es glaube ich nicht, wieder fit zu sein. Aber danach kann ich wieder mit der Mannschaft trainieren."

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Die VfL-Brasilianer in der Bundesliga ©

In der vergangenen Woche ist der 25-Jährige erstmals wieder gelaufen. "Das war sehr gut, ohne Schmerzen", freut sich Otavio über die Kilometer auf dem Laufband. Otavio schaut wieder nach vorn, nachdem sein erstes Jahr in Wolfsburg alles andere als rund gelaufen war. Erst am 12. Dezember in der Europa League gegen die AS St. Etienne hatte er wegen Schambein-Problemen sein erstes Pflichtspiel für den VfL absolvieren können.

Danach lief es ordentlich: Bundesliga-Debüt für Wolfsburg im Hinrunden-Finale bei den Bayern. Auch nach der Winterpause bekam er regelmäßig Einsätze, dann war er nach dem Re-Start der Liga überraschend erste Wahl, zeigte beim beim 2:1 der Wolfsburger in Augsburg eine gute Leistung. Doch in der Woche danach verletzte er sich ohne Fremdeinwirkung schwer. Saisonaus. Otavio: "Erst lange verletzt, dann gespielt, dann wieder verletzt - das war alles nicht normal."

Paulo Otavio beim Training in Brasilien

Doch der Frust ist mittlerweile verflogen. "Ich arbeite hier so hart, damit ich fit bin, wenn ich nach Deutschland zurückkehre", sagt Otavio, den die Wolfsburger im vergangenen Sommer als Backup für Jerome Roussillon aus Ingolstadt geholt hatten. Doch der Franzose hat keine gute Saison gespielt, nach dem Re-Start setzte Trainer Oliver Glasner dann auf Otavio, der sich jedoch nicht lange beweisen durfte.

Paulo Otavio beim Training in Brasilien mit Ball

"Ich wollte aufs Tor schießen, eine normale Bewegung, aber in dem Augenblick habe ich gedacht: Mein Bein ist gebrochen", beschreibt Otavio den Moment, als er sich im Training verletzte. Ohne Fremdeinwirkung. "Ich hatte nie wirklich große Schmerzen, wenn ich mal verletzt war." Aber an diesem Tag im Mai sei das anders gewesen. "Die Schmerzen waren brutal", so Otavio, der in der nächsten Woche wieder nach Wolfsburg zurückkehren wird. Sein Ziel ist es, spätestens Mitte August wieder mit der Mannschaft trainieren zu können.

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Seine Wünsche für die neue Saison sind klar. "Ich möchte gesund bleiben", sagt der Familienvater. "Denn die vergangenen drei Jahre waren schon ziemlich schwer für mich. Immer wieder gab's eine kleine Verletzung." Deshalb sei es sein erstes Ziel, über einen längeren Zeitraum "fit zu bleiben. Und mein zweites Ziel ist, mehr als zehn Spiele in der neuen Saison machen zu können." Neun waren es in der vergangenen Frust-Runde. "Wenn ich mein zweites Ziel erreiche, dann wäre ich schon ein bisschen happy", sagt Otavio grinsend.

In der neuen Runde hätte Otavio seinen Ex-Verein FC Ingolstadt gern in der 2. Liga gesehen, aber die Schanzer verpassten nach dem Relegations-Drama gegen den 1. FC Nürnberg den Aufstieg und bleiben somit Drittligist. Im vergangenen Jahr war Otavio mit dem FCI in der Relegation abgestiegen. Otavio: "Ich hatte mir so sehr gewünscht, dass sie es schaffen. Denn das ist ein Top-Verein, eine Top-Stadt. Sie müssen in der 2. Liga spielen." Nach dem 0:2 im Hinspiel hatten die Ingolstädter im Rückspiel bereits mit 3:0 geführt, ehe der Club in der Nachspielzeit doch noch traf. Der VfL-Profi: "Manchmal ist Fußball leider so."