01. Mai 2021 / 08:22 Uhr

Schmidt baut bei Dynamo Dresden auf Hilfe des verletzten Hartmann

Schmidt baut bei Dynamo Dresden auf Hilfe des verletzten Hartmann

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Marco Hartmann gab den Mitspielern auch am Mittwochabend gegen Duisburg Tipps - sogar von der Tribüne aus.
Marco Hartmann gab den Mitspielern auch am Mittwochabend gegen Duisburg Tipps - sogar von der Tribüne aus. © Steffen Manig
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Marco Hartmann kann zwar nicht mehr auf dem Platz für Akzente sorgen, der neue SGD-Trainer setzt den noch in der Reha steckenden Ex-Kapitän aber als Berater für die Standards ein.

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Dresden. Wer denkt, dass die Saison für Marco Hartmann nach seiner Knie-Operation gelaufen ist, der liegt nicht falsch. Aber ganz richtig ist dieser Gedanke auch nicht, denn der Eichsfelder bringt sich weiter in der Mannschaft ein, wie er es in seinen vielen Verletzungspausen der Vergangenheit immer getan hat. Spielen kann der Eichsfelder definitiv in dieser Spielzeit zwar nicht mehr, aber sein Rat im Training und auch während der Spiele ist weiter gefragt. Der neue Trainer Alexander Schmidt betraute den 33-Jährigen in seiner ersten Woche als Dynamo-Übungsleiter auch gleich mit einem Spezialauftrag: Hartmann soll die Mannschaft in Sachen Standards coachen, ihr aus seiner Sicht erfolgversprechende Varianten aufzeigen.

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“Ich bin froh, dass er dabei ist”, sagte Schmidt auf der Online-Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den KFC Uerdingen (Sonnabend, 14 Uhr), “er hat einen guten Draht zum Team.” Er selbst habe den dienstältesten Dynamo-Profi gefragt, ob er die Aufgabe übernehmen will, sagte Schmidt. Und Hartmann, der nach seiner Knie-OP am 23. März in München noch mit einer stabilisierenden Schiene unterwegs ist, habe ohne Zögern zugesagt. “Bei den Standards habe ich ihn um seinen Rat gebeten und gefragt, ob er sich vorstellen könne, sich mit einzubringen. Er hat mit den Jungs die offensiven Standards trainiert”, so Schmidt. Alles, was ihm auffällt, solle Hartmann an ihn herantragen, betonte Schmidt, der alle Reserven der Schwarz-Gelben in den letzten fünf Spielen ausschöpfen will.

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Dem neuen Chefcoach ist in den letzten Jahren auch als Beobachter aus der Distanz nicht entgangen, dass der kopfballstarke und extrem wuchtige Hartmann als Aktiver immer für ein Tor bei ruhenden Bällen gut ist. Zweimal klappte das auch in dieser Saison nach Freistößen des inzwischen leider ebenfalls verletzten und operierten Patrick Weihrauch. Und fast hätte Hartmanns neuer Job als Trainerassistent auch beim 1:0-Sieg gegen den MSV Duisburg Ertrag gebracht, denn Tim Knipping köpfte in der ersten Halbzeit nach einer Ecke von Paul Will ein blitzsauberes Tor, doch der auch ansonsten schwache Schiedsrichter Asmir Osmanagic erkannte das vermeintliche 1:0-Führungstor nicht an, weil er ein Foul von Kevin Ehlers an Aziz Bouhaddouz gesehen haben wollte. Ein Foul, das kein anderer gesehen hatte. “Das war eigentlich ein reguläres Tor”, ärgerte sich Schmidt.

Der neue Dresdner Chefcoach regte sich aber nicht weiter über die Fehlentscheidung des 29-Jährigen aus Stuttgart auf und hofft, dass Knipping, Mai & Co. am Sonnabend in Lotte gegen die Uerdinger erneut treffen - gern auch nach Eckbällen oder Freistößen. Wie man sich als aufgerückter Verteidiger in Position bringt und am besten durchsetzt, das hat Hartmann seinen Mitspielern jedenfalls noch einmal gezeigt. Vielleicht ist dieser neue Job für den Routinier, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, auch der Einstieg in eine zweite Fußballkarriere. Als ausgebildeter Lehrer für Mathematik und Sport besitzt er bereits jede Menge pädagogische Kenntnisse und auch theoretisches Knowhow in Sachen Trainingssteuerung.