21. Februar 2020 / 15:52 Uhr

Schiris wollen mehr durchgreifen

Schiris wollen mehr durchgreifen

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Verwarnungen und Platzverweise trägt der Schiedsrichter auf der Spielnotizkarte ein.
Die schärfere Vorgehensweise soll auch im Amateurfußball umgesetzt werden. © Dirk Knofe (Symbolbild)
Anzeige

Unparteiische können schneller Gelb zücken. In der Bundesliga wird die härtere Linie seit Januar umgesetzt.

Wer kennt diese Szenen nicht im Fußball: Mehrere Spieler rennen nach einer umstrittenen Entscheidung hysterisch zum Schiedsrichter. Schier endlose Diskussionen finden statt. Der Unparteiische hat Mühe, sich bei aller Anspannung zu erklären und den Überblick zu behalten. Gerade auf der großen Bühne Bundesliga haben solche Situationen eine große Wirkung. Die Übertragungen werden von Millionen Menschen verfolgt.

Anzeige

Seit dem Beginn der Rückrunde im Fußball-Oberhaus im Januar soll die Konfrontation zwischen den Akteuren und Schiris eingedämmt werden. Die Referees sollen schneller Gelbe Karten zücken, wenn sich Spieler zu vehement beschweren oder eine Rudelbildung auslösen. Doch gilt die verschärfte Vorgehensweise auch für den Amateurfußball?

Mehr Nachrichten aus M-V

Die striktere Auslegung war vor einem Monat auch ein Thema auf dem Winterlehrgang der Unparteiischen, die Landesliga oder höher pfeifen. Die Veranstaltung in Rostock diente dazu, die Schiris auf das zweite Halbjahr vorzubereiten. Mit dabei war auch Enrico Barsch. Der Schiedsrichter-Lehrwart des Landesfußballverbandes meint zur härteren Linie mit Gelben Karten: „Es geht darum, dass das Regelwerk konsequenter und einheitlicher umgesetzt wird. Das gilt nicht nur für die Bundesliga, die eine Vorbildwirkung hat, sondern auch für den Amateurfußball.“

Auf der Tagung der Unparteiischen stand neben der strengeren Linie auch der Umgang mit Sonderberichten und Fremdenfeindlichkeit sowie Gewalt gegen Schiedsrichter auf dem Programm. Das Stellungsspiel der Referees sowie die Bewertung des Handspiels wurde ebenfalls aufgegriffen.