13. Januar 2022 / 08:11 Uhr

RB Leipzigs Joško Gvardiol: "Ich war überrascht, wie schnell ich auf dem Platz stand"

RB Leipzigs Joško Gvardiol: "Ich war überrascht, wie schnell ich auf dem Platz stand"

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Joško Gvardiol hat sich bei RB Leipzig bisher stark präsentiert.
Joško Gvardiol hat sich bei RB Leipzig bisher stark präsentiert. © Getty Images
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RB-Neuzugang Joško Gvardiol schlug bei den Roten Bullen direkt ein und spielt nach den Abgängen von Upamecano und Konate eine wichtige Rolle in der Abwehr. Im SPORTBUZZER-Interview spricht der 19-Jährige unter anderem über seine Liebe zum Beruf und das Wir-Gefühl der Leipziger.

Leipzig. Er kam im Sommer, sah und spielte Fußball. Mit zarten 18 und der Selbstverständlichkeit eines gut abgehangenen Routiniers. RB-Neuzugang Joško Gvardiol ist mittlerweile 19, hat 24 überwiegend gute Pflichtspiele für die Roten Bullen absolviert und sich das Etikett „Bester Transfer der jüngeren Vergangenheit“ verdient. Der bärtige kroatische Nationalspieler (Vertrag bis 2026), der in Stürmerkreisen Angst und Schrecken verbreitet, spricht im SPORTBUZZER-Interview über RB und Leipzig, seine Heimatstadt Zagreb, Sergio Ramos, das Spiel in Stuttgart (Sonnabend, 15.30 Uhr) und seine Ähnlichkeit mit Gerald Butler im Spartaner-Epos „300“.

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Sie sehen ähnlich furchteinflößend-entschlossen aus wie Mister Butler im Hollywood-Blockbuster 300. Nennt man Sie in der Kabine Leonidas?

Nein, nach wie vor Joško. Danke fürs Kompliment, ich kenne den Film, Sie sehen da offenbar mehr als ich.

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Im Normalfall sucht man mit 18, 19 Jahren vorm Spiel mehrfach die Toilette auf, ist nervös und von Versagensängsten geplagt. Woher nehmen Sie das offenkundige Selbstvertrauen, das Sie an den Tag legen?

Ich bin die ganze Woche über fokussiert auf das, was zu tun ist, was uns der Trainer sagt, arbeite zusammen mit der Mannschaft jeden Tag hart. Ich liebe Fußball, habe einen Traumberuf. Warum sollte ich vorm Anpfiff nervös und negativ eingestellt sein?

An Ihnen kommt entweder der Gegner oder der Ball vorbei, selten bis nie sowohl als auch.


So soll es im Idealfall sein.

Sie hatten auch andere Angebote vorliegen. Wie intensiv und wichtig war auf dem Weg nach Leipzig Ihr Austausch mit Ihrem ehemaligen Zagreber Kollegen Dani Olmo?

Wir haben viel gesprochen. Über den Verein, die Philosophie, Ziele, die Stadt. Und ehrlich gesagt war ich überrascht, wie schnell ich dann auf dem Platz stand und gespielt habe. Ich hatte mich auf eine gewisse Zeit der Anpassung an die Mannschaft und die Liga eingestellt. Ich freue mich, hier zu sein, fühle mich im Club und in der Stadt gut aufgehoben. Leipzig ist vergleichbar mit Zagreb.

Ihre Leistungen haben sich im In- und Ausland rumgesprochen, könnten Begehrlichkeiten wecken.

Ich verschwende keinen Gedanken an solche Dinge, bin absolut happy hier.

Sie sind auch schnell, zweikampfstark, können einen geraden Pass spielen, dribbeln mit Tempo durchs tiefe Mittelfeld, haben die altdeutsche Grätsche wiederbelebt. Worin müssen Sie besser werden?

Grundsätzlich kann und muss man sich ständig und in jeder Hinsicht verbessern. Aber können wir bitte weniger über mich sprechen?

Das ist in einem Interview schwierig, Herr Gvardiol.

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Dann überlasse ich es Ihnen, über meine Stärken und Schwächen zu urteilen. Ich bin ein Teamspieler, die Mannschaft steht über allem. Wir wollen gemeinsam Erfolg, wieder Champions League spielen. Und das geht nicht mit einem Joško Gvardiol, sondern nur als Team.

Jesse Marsch hat Sie zum Stammspieler gemacht, musste unlängst gehen. Gibt es Dankbarkeit im Fußball?

Natürlich bin ich ihm dankbar. Leider waren wir nicht gut genug unter ihm, hatten nicht die Ergebnisse, die wir wollen und brauchen. Auch das ist Fußball.

Das 4:1 gegen Mainz

… war wichtig und ein guter Start ins neue Jahr. Wir wissen aber, dass wir in Stuttgart nachlegen müssen und dort für einen Sieg unser höchstes Level brauchen.

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Sehr souverän: RB Leipzig ist mit einem klaren 4:1-Erfolg gegen den 1. FSV Mainz in die Rückrunde gestartet Zur Galerie
Sehr souverän: RB Leipzig ist mit einem klaren 4:1-Erfolg gegen den 1. FSV Mainz in die Rückrunde gestartet ©

Haben Sie ein Idol?

Als ich klein war, war Messi meine Nummer eins. Auf die Position bezogen ist es Sergio Ramos. Ein kompletter Abwehrspieler.

Sie spielen in der kroatischen Nationalmannschaft zusammen mit Real-Ikone Luka Modrić. Wie fühlt sich das an?

Er ist auf dem Platz und neben dem Platz ein absolutes Vorbild. Ich bin stolz, mit ihm und allen anderen spielen zu dürfen.

Fußball ohne Fans ist ...

… hoffentlich bald Geschichte. Die Fans bringen Stimmung, kitzeln die letzten Prozentpunkte heraus. Und so oft durfte ich in der Red Bull Arena ja noch nicht mit Fans spielen. Ich wünsche sie mir sehr zurück.