27. September 2021 / 08:17 Uhr

RB Leipzig und der Ticketverkauf: Wenn die Dauerkarte keine mehr ist

RB Leipzig und der Ticketverkauf: Wenn die Dauerkarte keine mehr ist

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Abstand halten ist das Gebot der Stunde.
Abstand halten ist das Gebot der Stunde. © © PICTURE POINT / Petzsche
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Bei RB Leipzig müsste derzeit jedes Heimspiel von vornherein ausverkauft sein. Dem ist aber nicht so. Auch für den Heimauftakt in der Champions League gingen Tickets in den freien Vorverkauf. Wir haben nachgefragt, woran das liegt.

Leipzig. Eigentlich ist die Rechnung einfach. 23.500 Fans dürfen derzeit die Heimspiele von RB Leipzig besuchen. Rund 20.000 Tickets können tatsächlich an Mann, Frau und Kind gebracht werden. Der Rest wird für Gästefans, Partner und Sponsoren gebraucht. Der Bundesligist hat nach eigenen Angaben 31.000 Dauerkarten-Besitzerinnen und -Besitzer. Heißt: Jede Partie müsste eigentlich von vornherein ausverkauft sein.

Keine Frage von 2G oder 3G

Dem ist aber mitnichten so. Für das Duell mit Hertha BSC am Samstag trommelte der Club bis zuletzt, um schließlich melden zu können: Kapazität ausgeschöpft. Für das erste Champions-League-Spiel daheim gegen Club Brugge (Dienstag, 21 Uhr) gab es am Sonntag noch Karten. Ganz offensichtlich hat RB im Moment also Mühe, die Red Bull Arena zu füllen, nehmen reichlich Fans ihr dank Dauerkarte bestehendes Anrecht auf einen oder mehrere Plätze nicht wahr. Woran liegt’s?

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Galavorstellung von RB Leipzig: Das Team von Trainer Jesse Marsch ließ der Berliner Hertha nicht den Hauch einer Chance und gewann auch in dieser Höhe verdient mit 6:0. Zur Galerie
Galavorstellung von RB Leipzig: Das Team von Trainer Jesse Marsch ließ der Berliner Hertha nicht den Hauch einer Chance und gewann auch in dieser Höhe verdient mit 6:0. ©

Eher nicht an der Frage von 2G oder 3G. „Wir erhalten nach jedem Spiel unterschiedliche Rückmeldungen. Es gibt Fans, die sich wünschen, dass sie ausschließlich von Geimpften und/oder Genesenen umgeben sind“, so Ulrich Wolter, Direktor Club Competitions & Relations. „Dann schreiben uns wiederum Fans, dass sie sich wünschen, dass alles viel lockerer gehandhabt wird. Die derzeitige Lösung ermöglicht ein unbeeinträchtigtes Fanerlebnis am Platz und wird von den meisten Zuschauern befürwortet.“ Dort darf die Maske abgenommen werden.

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„Es gibt permanent neue Vorgaben“

Deutlich schwerer wiegt da aus Clubsicht die Tatsache, dass auch diejenigen sich für jede Partie ihr Ticket kaufen müssen, die eigentlich eine Dauerkarte besitzen. Aufgrund der sich ständig ändernden Rahmenbedingungen lässt sich das nicht anders regeln. Eine Dauerkarte bei RB garantiert aktuell ein Vorkaufsrecht, aber keine Sorglosigkeit. Nicht einmal der eigentlich ausgesuchte Platz ist aufgrund des Abstandsgebotes in jedem Fall fix.

„Wir haben kürzlich die zum vierten Mal angepasste Version unseres Hygienekonzepts alleine für diese Saison abgeschickt“, erklärt Wolter. „Es gibt permanent neue Vorgaben, weil die Verordnungen immer nur für vier Wochen, also für ungefähr drei Spiele gelten.“ Diese Kurzfristigkeit nervt die Fans ebenso wie der stets wiederkehrende Kaufprozess.