28. November 2021 / 19:29 Uhr

RB Leipzig in der Einzelkritik: Die Noten zum 1:3 gegen Bayer 04 Leverkusen

RB Leipzig in der Einzelkritik: Die Noten zum 1:3 gegen Bayer 04 Leverkusen

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Jeremie Frimpong (30, Leverkusen), Christopher Nkunku (18, RB Leipzig) und Florian Wirtz (27, Leverkusen) beim Kampf um den Ball.
Jeremie Frimpong (30, Leverkusen), Christopher Nkunku (18, RB Leipzig) und Florian Wirtz (27, Leverkusen) beim Kampf um den Ball. © Picture Point
Anzeige

RB Leipzig hat offensichtlich keine Lehren gezogen aus dem tollen Auftritt in Brügge, verliert sang- und klanglos 1:3 (0:2) gegen Bayer 04 Leverkusen. Guido Schäfer hat die Leistung der RB-Elf unter die Lupe genommen und Noten verteilt.

Leipzig. RB Leipzig ist sich treu geblieben. Dem tollen Auftritt beim 5:0 gegen den FC Brügge in der Königsklasse folgte am Sonntag eine 1:3-Niederlage (0:2) vor leeren Rängen gegen Bayer 04 Leverkusen in der Bundesliga. Auch dieselbe Startaufstellung wie in Belgien, dieselbe Grundordnung halfen da nicht. Die Hausherren präsentierten sich vor allem bei Kontern anfällig. Damit haben die Sachsen einmal mehr bewiesen: Konstanz geht ihnen in dieser Spielzeit gänzlich ab. Die Folge: Der Vizemeister der Vorsaison ist in der Tabelle auf Rang acht abgerutscht, hat nun wieder zwei Zähler Rückstand auf einen Europa-League-, vier auf einen Champions-League-Platz.

Anzeige

Glück hatte RB gleich zu Beginn: Moussa Diaby eilte im Rücken von Lukas Klostermann davon, passte nach innen zu Amine Adli (8.). Sah toll aus, Ball war auch drin, aber nach minutenlangen Diskussionen zwischen VAR Felix Zwayer und Schiri Benjamin Cortus sowie dessen Gang an den Bildschirm hieß die Entscheidung: Abseits. In der 21. Minute gab es dann aber nichts mehr zu wackeln. Florian Wirtz schnappte sich den Ball. Angelino, der dem U21-Nationalspieler zwar folgte, aber ihn nicht entscheidend attackierte, konnte beim Torschuss dann nur zusehen – 0:1. Beim 0:2 (34.) hieß der Düpierte Klostermann. Ein Pass von Jonathan Tah auf Diaby, der sich das Leder sehenswert selbst auflegte, machte mehr als deutlich: Die vor allem in der ersten Halbzeit in Brügge so starke Viererkette war dem Spiel von Bayer nicht gewachsen. Dass sie durchaus anfällig ist, hatte sich allerdings schon in Halbzeit zwei gegen die Belgier gezeigt. Die Reaktion der Leipziger Bank, wo erneut Achim Beierlorzer seinen Chef Jesse Marsch vertrat: In der 43. Minute kam Dominik Szoboszlai für Brian Brobbey. Für den jungen, erst zum zweiten Mal von Beginn an aufgebotenen Stürmer die absolute Höchststrafe, demütigend und menschlich fragwürdig.

DURCHKLICKEN: Die RB-Elf in der Einzelkritik

(31) Josep Martinez: Chancenlos und alleingelassen bei den Toren, rettet stark gegen Adli, bester Leipziger. Note 3. Zur Galerie
(31) Josep Martinez: Chancenlos und alleingelassen bei den Toren, rettet stark gegen Adli, bester Leipziger. Note 3. ©

Mit Wiederbeginn zeigten sich die Hausherren dann deutlich verbessert, hatten mehr Zug zum Tor, auch wenn die wirklich großen Chancen auf sich warten ließen und es erst einmal "nur" schön aussah. Immerhin: Die Körpersprache war jetzt klarer, da war mehr Willen zu spüren. André Silva belohnte das Bemühen schließlich, indem er eine Flanke von Christopher Nkunku zum 1:2 einköpfte (62.). Sollte hier noch was gehen? Die Hoffnung hielt nur wenige Augenblicke. Jeremie Frimpong stellte den alten Abstand wieder her, großzügig unterstütz von Angelino, der den eigentlich wenig gefährlichen Schuss derart ungünstig abfälschte, dass er über Josep Martinez hinweg ins Tor segelte (64.). Diaby hatte das 1:4 auf dem Fuß, sein Schuss knallte aber ans Aluminium. In der Schlussphase hätte es Szoboszlai noch einmal spannend machen können. Schiri Cortus zeigte nach Handspiel von Edmond Tapsoba und Videostudium auf den Punkt. Doch der Ungar setzte den Strafstoß an den Pfosten.