16. April 2021 / 23:25 Uhr

Hand-Frust bei RB Leipzig - Hoffenheims Baumgartner gesteht: "Bin nicht größter Fan der Regel"

Hand-Frust bei RB Leipzig - Hoffenheims Baumgartner gesteht: "Bin nicht größter Fan der Regel"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das Handspiel von Leipzig-Profi Yussuf Poulsen in der Nachspielzeit gegen Hoffenheim für Wirbel. Selbst TSG-Profi Christoph Baumgartner stellte den Sinn der Regel in Frage. 
Das Handspiel von Leipzig-Profi Yussuf Poulsen in der Nachspielzeit gegen Hoffenheim für Wirbel. Selbst TSG-Profi Christoph Baumgartner stellte den Sinn der Regel in Frage.  © Getty Images (2)/Montage
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Eine leichte Hand-Berührung des Balls bei einem Tor von Yussuf Poulsen hat RB Leipzig gegen die TSG Hoffenheim um zwei Punkte und im Titelkampf um die vielleicht letzte Chance gebracht. Schiedsrichter Manuel Gräfe lag mit seiner Entscheidung richtig - doch selbst TSG-Profi Christoph Baumgartner stellte den Sinn der Regel in Frage.

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95 Minuten plätscherte die Partie zwischen RB Leipzig und der TSG Hoffenheim am Freitagabend ohne große Höhepunkte dahin - dann schien die Begegnung doch noch eine von großen Emotionen getragene Wendung zu nehmen. Yussuf Poulsen köpfte den vermeintlichen Siegtreffer für die Sachsen, bei denen es im Anschluss an den Treffer kaum ein Halten gab. Mit dem 1:0 hätten die Leipziger Tabellenführer FC Bayern warm in den Nacken atmen können. Bei einer Niederlage der Münchner am Samstag beim VfL Wolfsburg wäre RB bis auf zwei Punkte an den Spitzenreiter herangerückt. Meisterträume. Doch wenige Momente nachdem Poulsen für Ekstase gesorgt hatte, war dann doch wieder alles anders.

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Vom Kopf des Stürmers war der Ball leicht an die eigene Hand und danach ins TSG-Tor gerutscht. Schiedsrichter Manuel Gräfe bemühte zunächst den Videoassistenten, sah sich die Szene selbst noch einmal an und verweigerte dem Treffer schließlich die Anerkennung. So endete die Partie 0:0. Bayern kann mit einem Sieg beim VfL nun um sieben Punkte enteilen und den neunten Titel in Serie fünf Spiele vor dem Saisonende ein wenig mehr perfekt machen. "Wir müssen damit leben", sagte RB-Sportdirektor Markus Krösche zu dem aberkannten Treffer bei DAZN: "Es ist eine extrem harte Auslegung. Aber das Regelwerk sieht vor, dass der Treffer aberkannt werden muss. Das ist seht bitter für uns."

Das sah sogar der Gegner so, der sich durch den Punktgewinn ein wenig näher an den Klassenerhalt herankämpfte. "Für uns war das natürlich super", sagte TSG-Mittelfeldspieler Christoph Baumgartner: "Laut der Regel muss er das Tor abpfeifen, aber als Fußball-Fan bin ich nicht immer ein Freund davon.“

Trainer Julian Nagelsmann bezeichnete die entscheidende Szene als "ein bisschen Pech", hatte bei seiner Mannschaft aber Defizite ausgemacht, die für den Ausgang der Partie weitaus schwerwiegender waren. "Wir haben gespielt wie ohne Tore", meinte der 33-Jährige mit Blick auf die nur wenigen zwingenden Aktionen: "Es war nicht unser bestes Spiel." Seine Mannschaft habe sich "zu wenig Torchancen" herausgespielt und sei kaum einmal "aggressiv" in den gegnerischen Strafraum eingedrungen. War es also mit dem Titel? "Bayern muss auch erstmal spielen", meinte Nagelsmann, gestand aber, dass die noch ausstehenden Spiele für eine Aufholjagd "immer weniger" werden.