19. Januar 2020 / 09:05 Uhr

Ralf Minge würde gern Toni Leistner heim zu Dynamo Dresden holen

Ralf Minge würde gern Toni Leistner heim zu Dynamo Dresden holen

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Am Sonnabend stellte sich Ralf Minge (2.v.l.) den Fragen der Dresdner Medienvertreter.
Am Sonnabend stellte sich Ralf Minge (2.v.l.) den Fragen der Dresdner Medienvertreter. © Jochen Leimert
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Trotz geringer Erfolgsaussichten hat der Sport-Geschäftsführer auch beim 29 Jahre alten Profi von den Queens Park Rangers angefragt.

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Mijas. Nach der verkorksten Hinrunde haben Sport-Geschäftsführer Ralf Minge und seine Mitarbeiter alle Hände voll zu tun, den Kader von Dynamo Dresden wieder konkurrenzfähig zu machen. Vier Neuzugänge konnte der Tabellenletzte der 2. Fußball-Bundesliga bislang präsentieren, nach einem Verteidiger wird noch gesucht. Anderthalb Wochen vor dem ersten Punktspiel gegen den Karlsruher SC (29. Januar, 20.30 Uhr) zeigt sich Minge zuversichtlich, dass Dynamo auf dem richtigen Weg ist: „Grundsätzlich können wir ganz zufrieden sein. Wir wissen, dass eine Wintertransferperiode nicht unproblematisch ist. Das Feedback vom Trainerteam ist sehr, sehr positiv. Auch bei den Ergebnissen sieht man, wo die Schwerpunkte lagen. Stand heute sind wir gut im Plan.“

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Dynamo Dresdens Sport-Geschäftsführer Ralf Minge beantwortet in Mijas Fragen der Medienvertreter

Leihgeschäfte im Abstiegsfall von Vorteil

Bewusst habe der Verein überwiegend Leihgeschäfte getätigt: „Man muss verschiedene Szenarien abdecken. Es ist ganz einfach so, dass man als Geschäftsführer dann auch mal über die Saison hinaus denken muss. Wir haben uns bei drei Spielern eine Option gesichert, das unter verschiedenen Voraussetzungen fortzuführen. Wir haben es dann in der Hand und das war uns letztendlich auch wichtig.“ Die Neuen, so hofft Minge, sollen nicht nur ihre fußballerische Klasse, sondern auch ihre Unbeschwertheit einbringen und damit auf die anderen Spieler ausstrahlen: „Das soll im ersten Schritt auch dazu führen, dass unsere Jungs ihr Leistungsvermögen wieder erreichen.“

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Sport-Geschäftsführer sieht bessere Stimmung im Team

Inzwischen sei schon eine deutlich verbesserte Stimmung bemerkbar, die Neulinge hätten sich gut integriert. Nur im Defensivbereich könnte man noch einen Mann gebrauchen, glaubt Minge: „Dort sind wir noch am Gucken. Aber es ist klar: Es muss ein Mehrwert da sein für die Mannschaft.“ Leider sei ein Toni Leistner, der jetzt bei den Queens Park Rangers in der 2. englischen Liga Stammspieler ist, nicht zu bekommen. Den Ex-Dynamo habe man trotz vorher absehbar geringer Chancen kontaktiert: „Toni Leistner – wenn ich mir etwas wünschen könnte – wäre immer ein Thema. Gerade mit seiner Dresdner Vergangenheit ist das schon toll. Aber ich glaube, die Gesamtkonstellation würde es jetzt im Moment nicht hergeben, sich ernsthaft damit auseinander zu setzen. Wir prüfen alles, auch wenn es im ersten Augenblick vielleicht sogar unrealistisch erscheint. Den Vorwurf werden wir uns nicht machen, dass wir nicht alles versucht hätten.“

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Dynamos Startelf bildet einen Kreis und schwört sich auf das Team aus Jeonbuk ein. Zur Galerie
Dynamos Startelf bildet einen Kreis und schwört sich auf das Team aus Jeonbuk ein. ©

Koné muss nicht verkauft werden

Wie es mit Moussa Koné, der zum Duljevic-Club Olympique Nîmes nach Frankreich wechseln will, weitergeht, kann Minge noch nicht sagen; „Es gibt keinen neuen Stand.“ Ein Verkauf des besten Torjägers (6 Saisontreffer) sei aber nicht nötig, um die getätigten Verpflichtungen und den noch gesuchten Abwehrspieler gegenzufinanzieren, bestätigten Minge und sein Geschäftsführer-Kollege Michael Born unisono. Verscherbeln werde man Koné nicht. Grundsätzlich gelte: „Wir sind nicht gezwungen, irgendwelche Spieler abzugeben“, so Minge. Klar sei der Kader jetzt mit 30 Mann sehr groß, aber mit dem gestiegenen Konkurrenzdruck müsse jeder Profi fertigwerden. „Wir sind über die Zielgröße hinaus, die wir uns immer so ein kleines bisschen auferlegt haben, aber wir haben auch eine spezielle Situation. Das ist in Sachen Konkurrenzkampf natürlich schon eine sehr sportliche Angelegenheit, aber den braucht es auch.“

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Minges Zukunft im Sommer noch offen

Wie es mit Minge selbst, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, in ein paar Monaten weitergeht, das ist auch noch offen. Der 59-Jährige machte aber deutlich, dass Verein und er beide von einer Vertragsverlängerung überzeugt sein müssten. Noch aber widme man sich dem Tagesgeschäft, versuche, die Karre aus dem Dreck zu ziehen: „Wir haben im Dezember schon gesprochen. Man muss ganz klar sagen, dass es in der Situation überhaupt keine Tabus gibt. Mit dem Aufsichtsratschef und dem Stellvertreter haben wir das Thema analysiert, gefragt: Was ist jetzt für den Verein gut? Nicht für die Person oder die Person, sondern: Was hilft dem Verein? Wir haben uns auch zwischen den Tagen noch mal zusammengesetzt. Jetzt zählt das Hier und Jetzt. Nicht irgendwas, was später mal kommt. Das können wir im Moment erst mal beiseiteschieben. Es ist hier kein Wunschkonzert. Ich bin nicht das Maß der Dinge und ich bin weit davon entfernt. Letztendlich läuft es doch auf zwei Sachen hinaus. Es darf auf beiden Seiten keine Zweifel geben.“