19. September 2019 / 10:25 Uhr

Prib statt Horn? Die verflixte linke Seite bei Hannover 96 braucht mehr Wucht

Prib statt Horn? Die verflixte linke Seite bei Hannover 96 braucht mehr Wucht

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Auf links hat Mirko Slomka drei nominelle Optionen in Miiko Albornoz, Matthias Ostrzolek und Jannes Horn, doch auch Edgar Prib könnte wieder rausrücken. Horn, derzeit im Ranking vorne, präsentierte sich bisher nicht in seiner besten Form. 
Auf links hat Mirko Slomka drei nominelle Optionen in Miiko Albornoz, Matthias Ostrzolek und Jannes Horn, doch auch Edgar Prib könnte wieder rausrücken. Horn, derzeit im Ranking vorne, präsentierte sich bisher nicht in seiner besten Form.  © imago/Petrow/Montage
Anzeige

Auf links hinkt's. Hannover 96 hat zwar Jannes Horn verpflichtet, um über mehr Durchschlagskraft und Stabilität auf der linken Abwehrseite zu verfügen, doch das Talent ist noch nicht ganz auf dem Dampfer. Was sind die Alternativen? Kommt eine Rückkehr von Edgar Prib auf die linke Seite in Frage? 

Anzeige

Es gibt mehr als nur eine Baustelle bei 96. Fans und Umfeld wünschen sich spielerische Dominanz, warten weiter auf den großen Schritt nach vorne. Vor allem in der Offensive passt und passiert zu wenig. Mirko Slomka nach dem 0:2 gegen Bielefeld: „Wir hatten zwei Chancen. Wenn das bei einem guten Spiel rauskommt an Tormöglichkeiten, wo es brennt, dann ist das zu wenig gewesen.“ Vor allem über die Außen braucht 96 mehr Power.

Anzeige
Mehr zu Hannover 96

Horn: Verheißungsvoll und wacklig

Bei 96 halten sie große Stücke auf Jannes Horn (22). Der Linksverteidiger gilt als sehr talentiert, auch wenn er in Köln aussortiert worden war. Doch die 96-Zeit des Leihprofis ist bisher alles andere als glücklich. Zwar schaffte er es schnell an Miiko Albornoz und Matthias Ostrzolek vorbei in die Startelf.

Doch statt neuer Stabilität brachte er bisher eher Wackelauftritte. Offensiv bringt er wenig bis keine Akzente, defensiv leistete er sich auch gegen Bielefeld Patzer. Das 0:1 ging doppelt auf seine Kappe: Erst verursachte er den Freistoß am Strafraumrand, dann ging er vorm Kopfballtreffer von Fabian Klos nicht energisch genug in den Zweikampf.

Eine Idee, die 96 intern diskutiert: Edgar Prib könnte aus dem Zentrum wieder auf die linke Außenbahn wechseln, um Horn zu helfen. Vizekapitän Prib bringt die nötige Ruhe und Erfahrung mit, dazu offensiven Drang und defensives Bewusstsein.

Das sind die restlichen Spiele von Hannover 96 in der Saison 2019/20 in der 2. Bundesliga nach der Corona-Zwangspause:

28. Spieltag (Mittwoch, 27. Mai, 18.30 Uhr): Karlsruher SC (H) Zur Galerie
28. Spieltag (Mittwoch, 27. Mai, 18.30 Uhr): Karlsruher SC (H) ©

Prib auf links und Muslija zentral?

Im Gegenzug könnte Florent Muslija, den Slomka sehr schätzt, von links ins Zentrum rücken. Auch Hannovers Flügel-Flo sah zuletzt nicht immer glücklich aus: Er hatte zwar Drang nach vorne, aber schlechtes Timing. Muslijas Offensiv-Aktionen sahen oft nur bis zur Strafraumkante gut aus.

Horns Wackler bremsen eine weitere Option. Denn die Kombination mit Emil Hansson könnte Slomka defensiv zu dünn erscheinen. Anders sähe es aus, wenn Horn erstmal draußen bleibt. Gut möglich fürs Kiel-Spiel: Hansson startet, Horn sitzt auf der Bank, hinten verteidigt stattdessen Ostrzolek. Er gilt als besserer Verteidiger als Alternativkandidat Albornoz.

Die Krisen-Analyse: Die Vertrauensfrage bei Hannover 96 vor Holstein Kiel

Schon früh nach dem Abstieg in die 2. Bundesliga hat Ernüchterung die Euphorie in Hannover ersetzt. Fans sind enttäuscht, Profiboss Martin Kind hat noch Geduld und Trainer Mirko Slomka braucht einen Plan. Wie die Lage bei 96 aussieht, welche Optionen und Szenarien existieren, lest Ihr in der SPORTBUZZER-Analyse. Zur Galerie
Schon früh nach dem Abstieg in die 2. Bundesliga hat Ernüchterung die Euphorie in Hannover ersetzt. Fans sind enttäuscht, Profiboss Martin Kind hat noch Geduld und Trainer Mirko Slomka braucht einen Plan. Wie die Lage bei 96 aussieht, welche Optionen und Szenarien existieren, lest Ihr in der SPORTBUZZER-Analyse. ©

Stabile rechte Bahn

Auf der rechten Seite hat Slomka weniger Auswahl, aber auch weniger Probleme. Statt des angeschlagenen Linton Maina stürmte zuletzt immer Cedric Teuchert. Er war mal besser mal schlechter. Als Rechtsverteidiger ist Julian Korb die einzige Option, weil Sebastian Jung verletzt fehlt. Aber: Das Duo für rechts funktioniert etwas stabiler als auf der Gegenseite.

Doch die Unwucht macht 96 berechenbar, das Ungleichgewicht muss Slomka schnell in den Griff bekommen. Für mehr Power – und Saisonsieg zwei.