29. April 2021 / 10:00 Uhr

Panagiotis Vlachodimos schöpft bei Dynamo Dresden neue Hoffnung

Panagiotis Vlachodimos schöpft bei Dynamo Dresden neue Hoffnung

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Panagotis Vlachodimos (l.) von Dynamo Dresden
In der Partie gegen Duisburg leitete Panagiotis Vlachodimos den Siegtreffer ein. © imago images/Dennis Hetzschold
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Der Deutsch-Grieche stand lange auf dem Abstellgleis, doch nun spielte er als Joker einen ganz wichtigen Pass. Unter Dynamos neuen Trainer Alexander Schmidt, welcher Panagiotis Vlachodimos noch aus Stuttgart kennt, tankt der Stürmer neues Selbstvertrauen.

Dresden. Der 1:0-Sieg im Nachholspiel gegen den MSV Duisburg war für die ganze Mannschaft von Dynamo Dresden ein Befreiungsschlag aus der Schockstarre nach vier sieglosen Spielen. Für einen Spieler war die Partie am Mittwochabend aber ganz besonders wichtig: für Panagiotis Vlachodimos. Der 29-Jährige kam in der 62. Minute für Philipp Hosiner auf den rutschigen Rasen, hatte einige Mühe, dort in Tritt zu kommen. Doch „Pana“ verzweifelte nicht und spielte am Ende den entscheidenden Pass. Seine Flanke auf Chistoph Daferner, dem in der 77. Minute der erste Dynamo-Treffer nach 515 Minuten Torflaute gelang, machte den Sieg der Schwarz-Gelben erst möglich.

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Mitspieler freuen sich mit „Pana“

Vlachodimos, als potenzieller Stammspieler geholt, aber monatelang außen vor, wirkte nach dem Spiel erschöpft, aber er war heilfroh, wie die Partie gelaufen ist: „Ich bin happy, dass ich was dzu beigetragen habe und dass wir das Spiel gewonnen haben. Ich würde lügen, wenn ich nicht sagen würde, ich bin überglücklich.“ Der Deutsch-Grieche, der es erst auf 336 Minuten Spielzeit bei den Dresdnern gebracht hat und bei Ex-Trainer Markus Kauczinski keinen guten Stand hatte, brauchte eine solche Szene wie vor dem 1:0 mehr als jeder andere, um Selbstvertrauen zu tanken.

DURCHKLICKEN: Die Noten zum Spiel gegen Duisburg

(1) Kevin Broll: Nach seinem schlimmen Fehlpass im Aufbauspiel ist der Torwart im Glück, dass Bouhaddouz den Ball nur an den Pfosten setzt (12.). Dafür mit Riesenreflex, als Mai einen Flankenball aufs eigene Tor abfälscht (31.). Leistet sich einen zweiten kapitalen Fehler, erneut wird das Abspiel abgefangen, im postwendenden Gegenstoß schießt Vermeij knapp drüber (68.). Ansonsten aber auch bis in die dreiminütige Nachspielzeit immer auf dem Posten. Note: 3,5 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Nach seinem schlimmen Fehlpass im Aufbauspiel ist der Torwart im Glück, dass Bouhaddouz den Ball nur an den Pfosten setzt (12.). Dafür mit Riesenreflex, als Mai einen Flankenball aufs eigene Tor abfälscht (31.). Leistet sich einen zweiten kapitalen Fehler, erneut wird das Abspiel abgefangen, im postwendenden Gegenstoß schießt Vermeij knapp drüber (68.). Ansonsten aber auch bis in die dreiminütige Nachspielzeit immer auf dem Posten. Note: 3,5 ©

„Es war sehr wichtig für ihn, er hat sich auch sehr gefreut, denn er war lange hintendran“, meinte Mittelfeldspieler Julius Kade. Torschütze Daferner stieß ins gleiche Horn: „Ich freue mich extrem für ihn.“ Der Stürmer frohlockte auch für Dynamo, das nun wieder eine Option mehr hat: „Bei uns ist jeder Spieler wichtig. Das sagt man nicht nur so, das ist auch so. Wir brauchen jeden, haben jetzt Englische Wochen – da ist jeder Spieler gefragt.“


Vlachodimos, dessen zwei Jahre jüngerer Bruder Odysseas Torwart bei Benfica Lissabon ist, sieht nun auch wieder Licht am Horizont. Unter Kauczinski ging für ihn gar nichts mehr, selbst im Testspiel gegen Jena (5:0) versagten ihm wiederholt die Nerven, verschoss er einen Elfmeter, ehe er am Ende doch noch eine „Bude“ machte. „Es war eine schwierige Zeit für mich“, blickt er ungern zurück. Mit dem neuen Coach Alexander Schmidt scheint er besser klarzukommen: „Er ist ein sehr sympathischer und ehrgeiziger Trainer, der offensiven Fußball spielen will – mit Pressing, offensivem Verteidigen. Ich glaube, das passt ganz gut zu uns, da wir viele Spieler sind, die dynamisch und schnell sind.“

Vlachodimos: „Da geht noch mehr!“

Dass er noch nicht in Bestform ist, weiß der gebürtige Stuttgarter, der letztes Jahr aus Großaspach nach Dresden kam, ganz genau: „Ich merke selber, dass noch mehr geht, dass mir die Spielpraxis fehlt, dass ich ab und zu wacklige Beine habe.“ Er werde aber mit jeder Minute besser werden, glaubt er. Und Schmidt denkt das auch: „Ich kenne ja Vlachodimos, seit er in der Jugend beim VfB Stuttgart gespielt hat. Er hat eine hohe Qualität, deswegen spielt er ja auch hier. Es gilt jetzt einfach, dass man ihn stärkt, dass man ihm neues Selbstvertrauen gibt.“ Man habe deutlich gesehen, „dass ihm der Spielrhythmus fehlt, dass er in Umschaltsituationen die Intensität noch nicht gehen kann, was auch ganz normal ist“, so Schmidt.

Mit mehr Spielpraxis könne sich Vlachodimos – oder auch ein Kicker wie Niklas Kreuzer – deutlich steigern. Vlachodimos hat jetzt jedenfalls neuen Mut geschöpft und glaubt, dass er auch in den letzten fünf Punktspielen oder im Landespokal noch seine Chancen bekommen wird: „Ich hoffe, dass ich der Mannschaft im Endspurt weiterhin helfen kann.“ Bringt er solche passgenauen Flanken wie die gegen Duisburg, kann er noch sehr wertvoll für Dynamo sein.