07. Mai 2020 / 17:28 Uhr

Oliver Zapel kein Trainer-Kandidat bei Altona 93

Oliver Zapel kein Trainer-Kandidat bei Altona 93

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
LN-Reporter Volker Giering interviewt Fussballlehrer Oliver Zapel. Fehlender Sicherheitsabstand? Keine Sorge. Das Foto entstand im November 2018 bei einem älteren Interview.
LN-Reporter Volker Giering interviewt Fussballlehrer Oliver Zapel. Fehlender Sicherheitsabstand? Keine Sorge. Das Foto entstand im November 2018 bei einem älteren Interview. © Agentur 54°
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Im Gespräch mit dem LN-Sportbuzzer erzählt Zapel, welche Optionen in Zukunft für ihn in Frage kommen könnte und warum Altona kein "Filetstück" ist.

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Wer wird neuer Trainer bei Altona 93? Zahlreiche Namen werden gehandelt, mache sind Kandidaten, andere waren nie welche. So wie der drittligaerfahrene Oliver Zapel, der den in dieser Woche freigestellten Berkan Algan nicht beerben wird.

Zapel wegen Richard Golz im Gespräch

Der Name von Zapel fiel im Zusammenhang mit der Berufung von Ex-Profi Richard Golz zum neuen Sportlichen Leiter beim abstiegsbedrohten Regionalligisten. Beide kennen sich seit vielen Jahren und waren einst Klienten der Hamburger Agentur Team One Sportsmanagemt. Als Zapel seinen Job als Nachwuchscoach bei der U23-Elf vom SV Werder Bremen antrat, hat Golz den Vertrag des 52-Jährigen an der Weser ausgehandelt und formal abgewickelt. „Das war damals unsere erste berufliche Schnittstelle. Wir haben früher mit unseren Schulmannschaften bei Jugend trainiert für Olympia gegeneinander gespielt, verstehen uns super und schätzen uns“, sagt Zapel.

VfB Lübeck - Altona 93 2:0 (21.12.2019)

Patrick Hobsch (l.) und Florian Riedel jubeln nach einem Tor. Zur Galerie
Patrick Hobsch (l.) und Florian Riedel jubeln nach einem Tor. ©

"Es müsste aber schon ein ambitioniertes Projekt sein."

Der ehemalige Coach des SV Eichede (2012 bis 2016) ist zwar zurzeit vereinslos, hat aber andere Pläne. „Ich schätze Altona als Verein sehr. Das ist eine tolle Adresse. Ich mag das Umfeld dort und kenne auch Präsident Dirk Barthel schon lange. Mit Richie haben sie eine gute Wahl getroffen. Dass Berkan gehen musste, dass wünscht man keinem Kollegen. Denn er hat in den letzten Jahre gute Arbeit geleistet und für den Verein gelebt“, sagt der Fußballlehrer gegenüber dem LN-Sportbuzzer und ergänzt: „Ich habe den Weg ins Profigeschäft nicht eingeschlagen, um diesen jetzt zurückzugehen. Was nicht heißt, dass ich mir die Regionalliga grundsätzlich nicht vorstellen kann. Es müsste aber schon ein ambitioniertes Projekt sein. Ansonsten wäre Altona ein Filetstück.“ Bis Dezember 2019 hat Zapel den Drittligisten SG Sonnenhof-Großaspach trainiert. Es war seine zweite Station beim selbsternannten Dorfklub, nachdem er diesen schon in der Saison 2016/17 trainiert hatte. Dazwischen lagen kurze Engagements bei Werder Bremen II und SC Fortuna Köln.

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Zapel muss nicht mit Drittligisten im Existenzkampf sein

Die letzten Monate hat Zapel dazu genutzt, um sich laut eigener Aussage zu reflektieren und neu zu sortieren. „Ich möchte versuchen, das Heft des Handels selber in Hand zu nehmen. Was in den ersten drei (Bundes-)Ligen in Deutschland schwer ist. Es gibt unterschiedliche Optionen für mich“, erzählt er. So könne er sich auch einen Job im Ausland vorstellen. Hier habe er gute Gespräche geführt, bevor die Corona-Krise kam. „Denkbar wäre eine Aufgabe, die darin besteht, Spieler für den Profibereich zu entwickeln. Es ist eine Stärke von mir, mit ambitionierten Spielern, die wissbegierig sind, zu arbeiten“, erzählt er. „Daran hätte ich viel Freude. Ich muss nicht zwingend wieder bei einem Drittligisten an der Seitenlinie und im Existenzkampf stehen. Ich suche nicht mehr unbedingt das schnelllebige Drittligatheater. Ich habe in dieser Zeit extrem viel erlebt.“

Corona-Krise erschwert die Jobsuche

Zapel macht derweil keinen Hehl daraus, dass die Corona-Krise die Suche nach einem neuen Job erschwert. „Schon andere Kollegen haben gesagt, wenn das Karussell aufhört zu drehen, dann ist es schwierig, sich proaktiv ins Schaufenster zu stellen. Das gehört sich auch nicht“, sagt er. „Jeder Trainer hofft, dass der Ball bald wieder rollt. Dann kommt auch das Trainerkarussel wieder in Bewegung“, glaubt er. Vor der Pandemie lag ihm eine interessante Perspektive vor. Zapel hofft, dass diese schon bald wieder konkreter werden könnte.