19. September 2020 / 14:14 Uhr

Schalke-Legende Olaf Thon nach Fehlstart entsetzt: "Blamabel" - Trainer David Wagner "unter Druck"

Schalke-Legende Olaf Thon nach Fehlstart entsetzt: "Blamabel" - Trainer David Wagner "unter Druck"

Christian Müller
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schalke-Legende Olaf Thon (l.) war entsetzt über die Vorstellung der Königsblauen im Bundesliga-Eröffnungsspiel beim FC Bayern. Trainer David Wagner (r.) ist laut Thon unter Druck, gleichzeitig gibt er dem Coach Rückendeckung.
Schalke-Legende Olaf Thon (l.) war entsetzt über die Vorstellung der Königsblauen im Bundesliga-Eröffnungsspiel beim FC Bayern. Trainer David Wagner (r.) ist laut Thon "unter Druck", gleichzeitig gibt er dem Coach Rückendeckung. © RHR/MIS/v. d. Laage/Imago Images (Montage)
Anzeige

Olaf Thon ist über die deutliche Niederlage von Schalke 04 zum Bundesliga-Auftakt beim FC Bayern überrascht. Gegenüber dem SPORTBUZZER beschreibt der langjährige S04-Kapitän das 0:8 als "blamabel". Trainer David Wagner gibt er zwar Rückendeckung, sieht diesen aber auch "unter Druck".

Anzeige

Durch die 0:8-Klatsche zum Bundesliga-Start beim FC Bayern München hat der FC Schalke 04 seine Sieglos-Serie auf nunmehr 17 Liga-Begegnungen verlängert. Klar, dass auch Schalke-Legende Olaf Thon mit dem Auftritt der Königsblauen in der Allianz Arena am Freitagabend alles andere als zufrieden war. "Wenn Robert Lewandowski Glück in seinen Aktionen gehabt hätte, wäre es zweistellig geworden. Von daher ist das blamabel gewesen", sagte Thon am Samstag im Gespräch mit dem SPORTBUZZER. Der Weltmeister von 1990 spielte als Profi von 1983 bis 1988 und von 1994 bis zu seinem Karriereende 2002 für Schalke und war Kapitän der "Eurofighter"-Mannschaft, die 1997 den UEFA-Cup gewann. Inzwischen fungiert Thon als offizieller Repräsentant des Revierklubs.

Wagner "unter Druck" - trotzdem Rückendeckung von Thon

Zum "Eurofighter"-Team gehörte auch der aktuelle S04-Trainer David Wagner, dem Sportvorstand Jochen Schneider im August trotz der desaströsen Rückserie der vergangenen Spielzeit weiter seine Unterstützung zugesagt hatte. Thon sieht Wagner nach der Schmach von München "unter Druck, darüber braucht man gar nicht zu reden." Dennoch wirbt der 54-Jährige um Rückendeckung für seinen ehemaligen Mitspieler. "Ich drücke jedem Trainer, der bei uns ist, immer bis zur letzten Sekunde die Daumen. Was Trainer in solchen Situationen brauchen, ist Rückhalt - und nicht irgendwelche Spekulationen, was passieren könnte", ergänzte Thon.

Mehr vom SPORTBUZZER

Dass die Gelsenkirchener in München so arg unter die Räder kamen, hatte Thon trotz der eindeutigen Favoritenrolle der Bayern nicht erwartet. "Die Vorzeichen waren so, dass man an eine Überraschung glauben konnte, weil Paris Saint-Germain in der französischen Liga zum Auftakt auch zweimal verloren hatte", zog der Ex-Libero einen Vergleich zum Gegner des FCB im Champions-League-Finale der vergangenen Saison. "Bayern München ist erst seit zehn Tagen im Training. Da habe ich nicht gedacht, dass sie diese tolle Leistung hinbekommen können", fügte Thon hinzu - und gab zu bedenken, dass der Rekordmeister mit Alphonso Davies, David Alaba und Kingsley Coman sogar auf mehrere Stammkräfte verzichten musste, zudem jüngst Thiago zum FC Liverpool transferiert hatte.

Schalker Hoffnungen auf Ibisevic und Paciencia

Die nicht nur sportlich, sondern durch die Auswirkungen der Corona-Krise auch wirtschaftlich stark gebeutelten Schalker dagegen setzen Hoffnungen in erfahrene Akteure, die in der vergangenen Saison ausgeliehen gewesen waren. Aber weder der von Wagner überraschend wieder zur Nummer eins ernannte Ralf Fährmann (Thon: "Bei ein, zwei Toren sah er nicht so gut aus, hat ansonsten aber noch gut gehalten") noch Sebastian Rudy (zurück von der TSG Hoffenheim) oder Nabil Bentaleb (zuletzt Newcastle United) hatten der bayerischen Maschinerie etwas entgegen zu setzen. "Sie hatten in München wie alle anderen einen schweren Stand", so Thon.

Der frühere Nationalspieler, der auch sechs Jahre beim FC Bayern unter Vertrag stand, setzt nun nicht zuletzt auf die neu verpflichteten Stürmer Vedad Ibisevic (Vertrag bei Hertha BSC ausgelaufen) und Goncalo Paciencia (von Eintracht Frankfurt mit Kaufoption ausgeliehen). "Wenn Ibisevic in der Box eingesetzt wird, ist er durch seine Erfahrung und Verbissenheit auch gefährlich", charakterisierte Thon den 36-Jährigen. Außerdem richtet Thon den Fokus auf den zweiten Spieltag, wenn Werder Bremen auf Schalke gastiert: "Das wird ein ganz anderes Spiel. Ich hoffe, dass wir das Heft in die Hand nehmen." Denn in den Wochen drauf folgen für S04 die happigen Auswärtsaufgaben bei RB Leipzig (3. Oktober) und beim Erzrivalen Borussia Dortmund (24. Oktober). "Die sind sehr schwer und machen einem schon ein bisschen Angst", gab Thon zu.