17. November 2017 / 06:53 Uhr

Not-Abwehr in Bremen? Hannover 96 muss umbauen

Not-Abwehr in Bremen? Hannover 96 muss umbauen

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
André Breitenreiter muss für das Spiel gegen die Bremer umplanen.
André Breitenreiter muss für das Spiel gegen die Bremer umplanen. © dpa/Petrow/imago/Fotomontage
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Die Einsätze von Waldemar Anton, Julian Korb und Philipp Tschauner stehen auf der Kippe. André Breitenreiter, Trainer von Hannover 96, wird seine Elf wohl ordentlich durchrotieren müssen. Michael Esser könnte indes zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz für die Roten kommen.

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Wie schwer ist Waldemar Anton wirklich verletzt? 96 bestätigte am Donnerstag „eine starke Prellung des rechten Kniegelenks“. Das habe eine MRT-Untersuchung ergeben. 

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Über die notwendige Heilungs- und damit Auszeit gab es noch keine Prognose. Eine klare Aussage dürfte aber auch schwerfallen – die Schwellung verhindert einen genauen Blick in mögliche tieferliegende Schädigungen. Insofern bleibt offen, ob Anton am Sonntag in Bremen spielen kann. Es ist aber sehr unwahrscheinlich.

Gegen diese Gegner spielte Hannover 96 seit der Gründung der Bundesliga 1963/64 bis zur Saison 2016/17 am häufigsten:

<b>1. SV Werder Bremen:</b> 67 Spiele, 14 Siege, 17 Unentschieden, 36 Niederlagen, Torverhältnis: 90:155</br>Gegen Bremen hat Hannover nicht nur am häufigsten gespielt, die Roten haben auch gegen keinen anderen Gegner öfter getroffen. Zur Galerie
1. SV Werder Bremen: 67 Spiele, 14 Siege, 17 Unentschieden, 36 Niederlagen, Torverhältnis: 90:155
Gegen Bremen hat Hannover nicht nur am häufigsten gespielt, die Roten haben auch gegen keinen anderen Gegner öfter getroffen. ©

​Wird die 96-Defensive zur Problemzone?

Der 21-Jährige hatte sich am Dienstag beim Aufwärmen vor dem Spiel der deutschen U 21 in Israel verletzt. Nach zwölf Minuten verließ er den Platz mit schmerzverzerrtem Gesicht.

Anton wurde am Donnerstag bereits behandelt, die medizinische Abteilung kümmert sich intensiv um das zurzeit wichtigste 96-Knie. Antons Ausfall wird die Mannschaft hart treffen, denn er bringt die Abwehr zum Wackeln. Die bisher so sichere Defensive entwickelt sich gerade durch Verletzungen und Krankheiten zur Problemzone.

Anton war ja eigentlich sogar als defensiver Mittelfeldspieler eingeplant, musste aber den Ausfall von Felipe ausgleichen. Der Brasilianer war Stammspieler bis zur vierten Saisonpartie, beim 2:0 gegen den HSV riss eine Sehne im Oberschenkel. „Im Januar oder Februar soll er zurückkommen“, sagt Manager Horst Heldt. Vielleicht wird’s aber auch März oder April.

Diese Spieler waren oder sind bei Hannover 96 verletzt oder angeschlagen.

Angreifer Jonathas zog sich vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart im Training einen Sehnenteilriss im Oberschenkel zu. Er befindet sich aktuell im Aufbautraining. Zur Galerie
Angreifer Jonathas zog sich vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart im Training einen Sehnenteilriss im Oberschenkel zu. Er befindet sich aktuell im Aufbautraining. ©

​96 steht vor fünf wichtigen Wochen

Anton und Salif Sané standen dann als Duo sicher im Abwehrzentrum, zuletzt hatte Trainer André Breitenreiter jedoch eine Dreierkette mit Oliver Sorg als drittem Mann installiert. Doch was gegen Dortmund und in Leipzig passte, wird in Bremen nicht möglich sein. Denn Rechtsverteidiger Julian Korb wird wohl wegen Grippe ausfallen, Sorg ihn rechts ersetzen müssen.

Auch Torhüter Philipp Tschauner plagt sich erneut mit Problemen an der Schulter herum. Sollte Tschauner am Sonntag passen müssen, käme Michael Esser zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz für die Roten. In der Offensive droht der Ausfall von Ihlas Bebou.

Für die Innenverteidigung bleibt damit nur noch Florian Hübner als Partner von Sané übrig. Sicher keine Ideallösung, aber Breitenreiter hat keine Wahl. Von rechts nach links dürfte die neu zusammengestellte 96-Abwehr dann wieder als Viererkette so aussehen: Sorg, Hübner, Sané, Ostrzolek.

Das sind die Spieler, die nur ein einziges Mal für Hannover 96 aufliefen:

<b>Daniel Haas (Jahrgang 1983):</b> Der gebürtige Erlenbacher spielte von 2002 bis 2005 bei Hannover 96. In den drei Spielzeiten pendelte Haas zwischen Bank, zweiter Mannschaft und Tribüne. Am 34. und letzten Spieltag der Saison 2003/04 stand er gegen den VfL Bochum im Tor von Hannover 96, allerdings erst ab Beginn der zweiten Halbzeit, und fing sich zwei Gegentreffer - einen von Ex-96er Frank Fahrenhorst - bei der 1:3 Niederlage. Aktuell steht er beim FC Erzgebirge Aue unter Vertrag. Zur Galerie
Daniel Haas (Jahrgang 1983): Der gebürtige Erlenbacher spielte von 2002 bis 2005 bei Hannover 96. In den drei Spielzeiten pendelte Haas zwischen Bank, zweiter Mannschaft und Tribüne. Am 34. und letzten Spieltag der Saison 2003/04 stand er gegen den VfL Bochum im Tor von Hannover 96, allerdings erst ab Beginn der zweiten Halbzeit, und fing sich zwei Gegentreffer - einen von Ex-96er Frank Fahrenhorst - bei der 1:3 Niederlage. Aktuell steht er beim FC Erzgebirge Aue unter Vertrag. ©

Vor allem im Abwehrzentrum darf sich bloß keiner weiter verletzen. 96 steht vor wichtigen fünf Wochen – noch sechs Spiele sind es bis zum Ende der Hinrunde. Sollte Anton doch noch länger nicht helfen können, müsste 96 mit einer Notabwehr bis Weihnachten auskommen.

Allerdings ist es auch ein hausgemachtes Problem. Vor der Saison hat 96 darüber nachgedacht, einen weiteren Innenverteidiger zu verpflichten, das dann aber verworfen, obwohl es einen bezahlbaren Spieler gegeben hätte. Jetzt ist der Abwehr-Notfall eingetreten, den 96 erst im Januar an der Transfermarktkasse beheben kann.