29. November 2021 / 07:56 Uhr

Norberts Einwurf: RB Leipzig wird das "Gespenst von Sinsheim" nicht los

Norberts Einwurf: RB Leipzig wird das "Gespenst von Sinsheim" nicht los

Norbert Wehrstedt
Leipziger Volkszeitung
Die Gesichter der RB-Akteure nach dem Abpfiff sprachen Bände.
Die Gesichter der RB-Akteure nach dem Abpfiff sprachen Bände. © Picture Point / Montage
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0:2 bei der TSG Hoffenheim, 5:0 in Brügge, 1:3 gegen Leverkusen: RB Leipzig schwankt zwischen den Extremen und ließ im Duell gegen Bayer so Vieles vermissen. LVZ-Kolumnist Norbert Wehrstedt, der das Geisterspiel notgedrungen daheim verfolgte, konstatiert nüchtern: Das war wieder ein RB ohne RB-Gen.

Advent, Advent, wenn wieder mal kein Lichtlein brennt … Nach dem Feuerwerk von Brügge ein später Nachmittag ohne Lichtblicke. Das Gespenst von Sinsheim stand der gleichen Truppe, der in Flandern Flügel wuchsen, auf den Füßen. Die liefen müde, versuchten dies und das, wussten aber nicht, wo das Tor steht – und wie man den Ball da hineinbekommt. Tranigkeit statt Tempo, kein Druck, kein Pressing. Ratlosigkeit um und im 16er. Kam der Ball ins Tor-Arreal, landete er an blauen Beinen. Oder auf Köpfen.

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Leverkusen lernte aus Brügge – überlief, überspielte, überlistete die Kette, die Tore verhindern sollte. Leverkusen zog direkt, schnell und zügig zum RB-Tor. Machte alles besser. Von der Verdichtung im Mittelfeld bis zum Umschalten. Die Pressing-Versuche von RB blieben ohne Glauben an den Erfolg - und unterblieben irgendwann. Der Geist von Brügge war weg, die Geister von Hoffenheim spukten herum.

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Das war wieder ein RB ohne RB-Gen. Planlos, ziellos, ratlos. Emsig, aber ertragfrei. Ohne roten Faden. Ohne eine Idee. Leverkusen war zu clever. Dafür setzte bei RB früh erneut ein hektisches Wechseln ein. Brachte nichts. Die Harmlosigkeit blieb. Bis zum Elfer. Forsberg, nur redlich bemüht, saß schon draußen. Der ungarischen Vertretung erging es wie der portugiesischen bei PSG. Nur eine Fahrkarte. Platz 8 für RB. Zwei Punkte vor dem 13. Tabellen lügen nicht.


Norbert Wehrstedt ist den Leserinnen und Lesern der Leipziger Volkszeitung seit drei Jahrzehnten als gern auch mal scharfzüngiger Film- und Fernsehkritiker bekannt. "Nebenbei" schlägt sein Herz heftig für RB Leipzig. Dass Fan-Sein und kritische Begleitung sich nicht ausschließen müssen, beweist der Journalist in seiner Spieltagskolumne "Norberts Einwurf".