17. Oktober 2021 / 07:53 Uhr

Norberts Einwurf: "Ein großmütig geschenktes Remis" für RB Leipzig

Norberts Einwurf: "Ein großmütig geschenktes Remis" für RB Leipzig

Norbert Wehrstedt
Leipziger Volkszeitung
Zufrieden konnten Leipzigs Kicker in Freiburg nicht sein.
Zufrieden konnten Leipzigs Kicker in Freiburg nicht sein. © Picture Point / Montage
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So richtig auf Touren kamen RB Leipzigs Kicker beim SC Freiburg nicht, mussten sich über das 1:1 freuen. LVZ-Kolumnist Norbert Wehrstedt legt den Finger gewohnt scharfzüngig in die Wunde, sagt unter anderem: "Tempo ist gut, ohne Genauigkeit nichts."

Ja, ist denn schon Weihnachten? Oder liegt Freiburg sehr nah bei der Werkstatt der Wichtel? Fleißige Freunde von RB Leipzig sind die Advents-Werktätigen jedenfalls allemal. Ein Elfer geschenkt, zwei Elfer schnöde der Gegenseite entzogen. Über so ein Paket kann man sich nur freuen.

Aber: Was ist eigentlich los mit den so großzügig Beschenkten von der Pleiße? Ernüchternde Antwort: Sie können keine Tore schießen. Nach dem Drang und Druck der ersten 20 Minuten war die Luft raus. Klar, Freiburg ist immer eine tückische Wundertüte. Wer wüsste das nicht! Nur muss man dann so hektisch, hitzig, hastig spielen, dass der Ball nur mit Zauberpassagen (gab es) und Glückspässen (ja, gab es auch) tatsächlich ankommt? Tempo ist gut, ohne Genauigkeit nichts.

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Angriffe liefen über links. Wie so oft. Allerdings ohne Energie. Dafür zog es Gvardiol zu oft in die Mitte. Rechts hingegen: tote Hose. Das war zuletzt gegen Bochum anders - mit dem agilen Adams. Nun fehlte er. Spürbar. Kampl konnte noch so robust den Ball treiben und hinten Löcher stopfen, Szoboszlai noch so oft rotieren, Forsberg noch so pfiffig Ball und Gegner laufen lassen, Nkunku noch so kraftvoll und trickreich angreifen, es lief wenig zusammen. Manch Einzelner sah famos aus. Dumm, dass Fußball nur kollektiv wirklich funktioniert.

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Als Klostermann nach links musste, weil Mukiele für rechts kam, war´s das! Ein großmütig geschenktes Remis. Danke, Freiburg! Schwarzwaldmilch muss ein Zaubertrank sein. Gallien liegt ja auch nicht weit weg!

Norbert Wehrstedt ist den Leserinnen und Lesern der Leipziger Volkszeitung seit drei Jahrzehnten als gern auch mal scharfzüngiger Film- und Fernsehkritiker bekannt. "Nebenbei" schlägt sein Herz heftig für RB Leipzig. Dass Fan-Sein und kritische Begleitung sich nicht ausschließen müssen, beweist der Journalist in seiner Spieltagskolumne "Norberts Einwurf".