28. Juli 2020 / 16:12 Uhr

Neuer Kabinen-DJ: Batuhan Cimen heizt den Plockhorstern ein

Neuer Kabinen-DJ: Batuhan Cimen heizt den Plockhorstern ein

Peter Konrad
Peiner Allgemeine Zeitung
Discjockey Batuhan Cimen soll beim SSV Plockhorst nicht nur auf dem Feld für Schwung sorgen, sondern auch in der Kabine für die richtige Stimmung.
Discjockey Batuhan Cimen soll beim SSV Plockhorst nicht nur auf dem Feld für Schwung sorgen, sondern auch in der Kabine für die richtige Stimmung. © Foto: privat
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Batuhan Cimen ist der Mann, der beim Fußball-Kreisklassisten SSV Plockhorst den Takt angibt. Denn der offensive Mittelfeldspieler, der wegen einer Verletzung im Knie elf Monate zuschauen musste, ist für die Kabinen-Beschallung zuständig und bereitet seine Teamkollegen mit Musik mental auf das Spiel vor. 

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Fast ein Jahr hat er wegen eines vorderen Kreuzbandrisses im rechten Knie pausiert, nun ist Batuhan Cimen wieder ins Training eingestiegen – und der 21-Jährige ist so etwas wie ein Neuzugang beim SSV Plockhorst. Zwar wechselte er schon im Sommer 2019 vom TSV Edemissen zum SSV, doch nach nur einer Trainingseinheit musste er operiert werden. „Die Verletzung hatte ich mir allerdings schon in Edemissen zugezogen“, erklärt Cimen, der beim SSV eine wichtige Aufgabe übernommen hat: er ist der Heißmacher in der Kabine. Denn der offensive Mittelfeldspieler bringt das Team in die passende Stimmung, sorgt dafür, dass sie mit Schwung auf den Rasen gehen. Was sich der Student (Wirtschaftsinformatik), der gerade seine Bachelor-Arbeit schreibt, für die neue Saison in der 1. Fußball-Kreisklasse vorgenommen hat und wie er zu seinem Spitznamen „König Batelhan“ gekommen ist, erläutert er im Gespräch mit der PAZ.

Herr Cimen, auf der Homepage des SSV steht, dass Sie der Kabinen-DJ sind und damit eines der wichtigsten Ämter innerhalb der Mannschaft übernommen haben.

(lacht) Ja, das stimmt, ich mache das zusammen mit Denis Karahan, der jetzt aus Edemissen zu uns gekommen und einer meiner besten Kumpels ist. Vor ein paar Wochen hatten wir die Idee, in der Kabine die Stimmung mit Musik anzuheizen – und da die Mannschaft keine Einwände hatte, haben wir diesen Job übernommen.

Stellen Sie die Playlist zusammen, oder werden auch Wünsche berücksichtigt?

Wir haben von den anderen schon Komplimente bekommen, dass wir das ziemlich gut hinbekommen. Aber klar, Wünsche erfüllen wir auch – Schlager dürfen es allerdings nicht sein.

Hip-Hop oder auch mal Deutsch-Rap

Welche Musik favorisieren Sie?

Hip-Hop aus dem amerikanischen Bereich, weil das eigentlich jeden in Schwung bringt. Ab und zu gibt es aber auch Deutsch-Rap. Da wir insgesamt noch ein junges Team sind, gibt es eben Gemeinsamkeiten beim Musikgeschmack. Wir hoffen jedenfalls, dass die Jungs diese Stimmung dann mit auf den Platz nehmen.

Sie haben lange nicht mehr auf dem Platz gestanden. Wie fühlt es sich an, wieder dabei zu sein?

Einfach nur geil. Die erste Zeit habe ich noch isoliert trainiert, bin gelaufen und habe im Kraftbereich viel gemacht. Vor gut zwei Wochen bin ich dann ins Mannschaftstraining eingestiegen – das war ein tolles Gefühl.

Ist Ihr Knie schon wieder voll belastbar?

Im Prinzip schon, aber der Kopf spielt eine ganz entscheidende Rolle. Auf das Tor zu schießen bereitet mir mental kein Problem, obwohl ich mir die Verletzung an meinem Standbein – also dem rechten Bein – zugezogen habe. In Spielformen und in Zweikämpfen hingegen bin ich noch sehr vorsichtig. Ich verzichte derzeit noch darauf, schnell die Richtung zu wechseln, da ich mich bei einer solchen Aktion verletzt habe – und solange Drehbewegungen für mich noch nicht selbstverständlich sind, werde ich diese auch nur mit Bedacht ausführen.

Glauben Sie denn, dass Sie bis zum Saisonstart, der eventuell Mitte September erfolgen soll, wieder einsatzbereit sind?

Schwer zu sagen. Man fiebert zwar dem Zeitpunkt entgegen, an dem man wieder spielen kann, aber ich möchte trotzdem das Risiko so gering wie möglich halten. Deshalb nehme ich mir auch die Zeit, die ich brauche, um ohne Angst vor einer erneuten Verletzung wieder spielen zu können. Jedenfalls werde ich erst dann wieder auflaufen, wenn ich meine Bachelor-Arbeit abgegeben habe – und das ist Ende September.

"Wir haben an Qualität gewonnen"

Welche Ziele haben Sie sich für Ihr Comeback gesetzt?

Priorität hat für mich, verletzungsfrei zu bleiben. Zudem möchte ich so oft wie möglich spielen – und ich hoffe, dass ich dabei der Mannschaft weiterhelfen kann. Schließlich haben wir uns einiges vorgenommen, wollen oben angreifen.

Ist der Aufstieg ein Thema?

Mittelfristig auf jeden Fall. Denn schon in der vergangenen Saison war zu sehen, dass die Mannschaft über ein gewisses Potenzial verfügt – und jetzt haben wir durch die Zugänge noch einmal an Qualität dazu gewonnen.

Das heißt aber auch, dass die interne Konkurrenz größer geworden ist.

Richtig, aber um erfolgreich zu sein, braucht man einen großen Kader, weil sich dann keiner hängen lassen darf. Zu merken war dies schon beim Auftakttraining, denn die 24 Leute, die da waren, sind alle mit großem Ehrgeiz dabei gewesen. Egal ob Spieler, Trainer oder Betreuer – alle haben Riesenbock auf Fußball und die neue Saison.

Spielen möchten aber alle.

Na klar wird das aufgrund des großen Kaders für unseren Trainer Lukas Schulze nicht einfach. Und dass jemand enttäuscht oder gefrustet ist, wenn er nicht nominiert wird, ist auch nachvollziehbar. Aber trotzdem gehe ich davon aus, dass solche Entscheidungen keine Probleme nach sich ziehen, da der Zusammenhalt hier super ist – das zeichnet die Mannschaft aus.

Sie zeichnet ein starker linker Fuß und eine tolle Technik aus – das sagt Ihr Coach. Welche Defizite gibt es?

Momentan auf jeden Fall noch im konditionellen Bereich – da ist noch viel Luft nach oben. Ich bin zwar regelmäßig gelaufen, aber Fußball ist doch eine ganz andere Belastung. Verbesserungswürdig ist auch mein Kopfballspiel, da muss ich unbedingt noch zulegen.

Einen Kaiser gibt es schon lange im Fußball, in Plockhorst nun auch den König Batelhan – diesen Spitznamen haben Ihnen Ihre Mitspieler verliehen. Wie kam es dazu?

(lacht) Oh nein, das ist eine komplett verrückte Geschichte, zu der ich nichts kann. Nach meinem Wechsel zum SSV Plockhorst wurde ich dort das 500. Mitglied und bin deshalb auch in einer Broschüre namentlich erwähnt worden. Allerdings wurde mein Name falsch geschrieben, anstatt Batuhan Cimen stand dort Batelhan. Das haben einige aus der Mannschaft gesehen, und seitdem bin ich König Batelhan. Ich glaube, das wird eine nie endende Geschichte.

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Der Kader des SV Plockhorst

Zugänge: Tim Seidel, Denis Karahan (beide TSV Edemissen), Dominic Mahler (TVJ Abbensen), Michel Köster (MTV Dedenhausen) und Jarne Busse (eig. A-Jugend).

Abgänge: Keine.

Tor: Oliver Rzeniecki, Enrico Hoffmann.

Abwehr: Ansgar Krüger, Claas Sparringa, Fynn Köhler, Leon Spickschen, Marco Lotz, Marvin Isensee, Nils Karge, Thorben Krüger, Timo Behr, Daniel Gasik.

Mittelfeld: Dominic Mahler, Gerrit Knieling, Gunnar Lonnemann, Hannes Kopper, Jarne Busse, Lennart Scholz, Luca Krenz, Malte Freiknecht, Michel Köster, Nico Lewe, Niels Köhler, Tim Seidel, Batuhan Cimen, Torben Potz.

Angriff: Ali Gören, Denis Karahan, Hauke Schwerdtner, Jonas Zemke, Marcel Ruth, Mathis Luther, Florian Krasnic.

Trainer: Lukas Schulze.Co-Trainer: Thomas Ebel.

Ziel: Obere Tabellenhälfte.

Favoriten: Marathon Peine, Adler Handorf.

Von Peter Konrad