16. April 2021 / 07:17 Uhr

Nächste Stufe im Corona-Chaos: Abbruch-Szenario kein Thema - aber wie geht es weiter?

Nächste Stufe im Corona-Chaos: Abbruch-Szenario kein Thema - aber wie geht es weiter?

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Im Saisonendspurt trifft die Corona-Pandemie einige Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga noch einmal hart.
Im Saisonendspurt trifft die Corona-Pandemie einige Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga noch einmal hart. © IMAGO/Sportfoto Rudel/ANE Edition (Montage)
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Bei Hertha BSC muss die gesamte Mannschaft in Quarantäne, Spielverlegungen in beiden Ligen machen der DFL zu schaffen. Ein Trainingslager im Saisonendspurt ist denkbar – ein Abbruchszenario gibt es nach SPORTBUZZER-Informationen aber nicht.

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Was für ein Chaos! Für einige Klubs der 1. und 2. Bundesliga kommt es ausgerechnet im Saisonendspurt knüppeldick. Durch zahlreiche neue Corona-Fälle werden generelle Fragen zum Profifußball in der schwierigen Phase der Pandemie neu aufgeworfen.

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Bei der abstiegsbedrohten Berliner Hertha, bei der Fredi Bobic im Sommer Geschäftsführer Sport wird, wurden Trainer Pál Dárdai, sein Assistent Admir Hamzagic und Stürmer Dodi Lukebakio positiv getestet. Am späten Donnerstagabend dann die bittere Meldung: auch Marvin Plattenhardt wurde positiv getestet, weshalb das komplette Team in der bevorstehenden englischen Woche mit Partien gegen Mainz, Freiburg und Schalke in Quarantäne muss. Der Klub beantragte deshalb die Absetzung der drei Spiele gegen Mainz 05, den SC Freiburg und den FC Schalke 04. Nun ist der Spielbetrieb gefährdet – wie schon seit Wochen im Unterhaus.

Nach den jüngsten Corona-Fällen bei Holstein Kiel, dem Karlsruher SC und dem SV Sandhausen mussten in der 2. Liga diverse Partien verschoben und neu angesetzt werden. Auf Aufstiegsaspirant Kiel, der zum zweiten Mal binnen weniger Wochen wegen Corona zur Auszeit gezwungen ist, wartet nach dem Neustart das härteste Programm aller Zweitligisten. Der Tabellenvierte muss bis zum geplanten Saisonende am 23. Mai noch acht Punktspiele und das DFB-Pokal-Halbfinale am 1. Mai beim Bundesligisten Borussia Dortmund bestreiten. Auf den Hamburger SV warten drei neue Ansetzungen. „Natürlich macht das was mit uns, diese Terminhatz. Wir wissen darum“, sagte Trainer Daniel Thioune. „Aber es sind Dinge, die liegen nicht in unserem Einflussbereich.“ Er und seine Profis wüssten noch immer um ihre privilegierte Position, „dass wir Fußball spielen können“.

Um die Saison wie geplant zu Ende zu bringen, wird weiterhin auch über Quarantäne-Trainingslager für die Profiklubs – vor allem in der 2. Liga – diskutiert. Präsident Oke Göttlich vom FC St. Pauli hatte sich angesichts der angespannten Corona-Situation offen für eine solche Maßnahme gezeigt. „Ein Quarantäne-Trainingslager macht keinen Spaß, ist aber unter Umständen eine notwendige Risikominimierung, um das wesentliche Ziel, nämlich die Beendigung der Saison, zu erreichen“, sagte er. „Jede Entscheidung am grünen Tisch ist schlechter als eine Entscheidung auf dem grünen Rasen.“

Saison-Abbruch ist kein Thema

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hatte zunächst auf Empfehlung der Taskforce Sportmedizin/Sonderspielbetrieb unter Leitung von Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer beschlossen, angesichts steigender Infektionszahlen ihr Hygienekonzept weiter zu verschärfen. Dies wurde den Klubs in einem Brief mitgeteilt, in dem es zehn Hinweise gibt, um die Spielzeit durchzubringen. Unter anderem sollen alle Teammitglieder auch in geschlossenen Räumen FFP2-Masken tragen und dies fotografisch dokumentieren sowie mehrere Busse für die An- und Abfahrten genutzt werden. Hundertprozentige Sicherheit aber kann auch dies nicht gewährleisten, wie die jüngsten Fälle zeigen. Für die offensichtlich unterschiedliche Bewertung von 1. und 2. Liga sei übri­gens nicht die DFL verantwortlich, sondern die Verantwortung dafür trügen die jeweiligen Ämter, heißt es. Ein Abbruchszenario soll es nach Informationen des SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), nicht geben.

Denkbar ist, dass die Quarantäne-Trainingslager (die acht Tage Vorlaufzeit benötigen) vor dem 33. und 34. Spieltag verordnet werden, um den Spielbetrieb hintenraus abzusichern und in diesem Zeitraum auch Luft für etwaige weitere Nachholspiele zu haben. Auch das Pokalwochenende am 1. Mai stünde als Ausweichtermin zur Verfügung.