18. Oktober 2021 / 14:27 Uhr

Nach Rücktritt des Trainers: Wismar verliert das Derby

Nach Rücktritt des Trainers: Wismar verliert das Derby

Stefan Ehlers
Ostsee-Zeitung
Er ist nicht mehr Trainer der TSG Wismar: Jörn Harder.
Er ist nicht mehr Trainer der TSG Wismar: Jörn Harder. © Peter Preuß
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Nach dem überraschenden Rücktritt von Jörn Harder sucht die TSG Wismar einen neuen Trainer für die Damen-Mannschaft. Die TSG-Handballerinnen haben das Oberliga-Derby bei der zweiten Mannschaft des Rostocker HC mit 24:26 verloren und sind weiter sieglos.

Bei der TSG Wismar stand am Montagabend eine Krisensitzung an. Doch weniger die sportliche Situation der Damen-Mannschaft, die in der Oberliga Ostsee-Spree weiterhin sieglos ist, rief die Klubführung und Abteilungsleitung auf den Plan. Vielmehr ist der Verein nach dem überraschenden Rücktritt von Trainer Jörn Harder zum Handeln gezwungen.

Harder hatte die Mannschaft am Donnerstagabend beim Training über den Schritt informiert und diesen tags darauf der Vereinsführung mitgeteilt. „Die Chemie im sportlichen Bereich hat zwischen mir und Teilen der Mannschaft nicht gestimmt“, begründet Harder seine Entscheidung. Er gehe „nicht mit Verdruss oder in Ärgernis, sondern weil ich von der Richtigkeit dieses Schrittes überzeugt bin“, heißt es in einem an Präsident Torsten Wehr sowie Abteilungsleiter Sven Hünerbein und dessen Stellvertreterin Antje Funke adressierten Schreiben.

Jörn Harder, der die TSG-Damen seit Mai 2019 als Coach betreut hatte, wurde am Sonnabend beim Derby in Rostock von Eva-Maria Passow vertreten, die aber als Trainerin der A-Jugend von Grün-Weiß Schwerin in der Bundesliga gefordert ist. Die frühere TSG-Spielerin Christin Wolter saß in den ersten Saisonspielen mit auf der Bank, ist aber beruflich stark eingebunden. „Wir müssen schauen, wie wir das Training und das Spiel am kommenden Wochenende absichern“, sagte Sven Hünerbein mit Blick auf das Duell am Sonntag mit Grün-Weiß Werder (15 Uhr, Sporthalle Dorf Mecklenburg).

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Der erhoffte Befreiungsschlag blieb im Derby bei der zweiten Mannschaft des Rostocker HC aus. Die TSG rangiert nach der 24:26 (13:10)-Niederlage mit 1:9 Punkten auf dem drittletzten Platz.

Dabei sah die TSG acht Minuten vor dem Abpfiff wie der sichere Sieger aus. Die Gäste führten 23:18, doch in der Schlussphase war das Momentum aufseiten der Rostockerinnen. „Unsere Abwehr stand viel besser, wir sind mit mehr Selbstbewusstsein aufgetreten“, meinte RHC-Torhüterin Lena Clasen. „Der Gegner hat nichts mehr getroffen und wir alles – das war einfach geil“, fügte sie hinzu.

Aufseiten der Jungdolphins übernahmen in den letzten Minuten vor allem Aenna Charlize Schult, Annemarie Görwitz und Jette Köppen Verantwortung. Zweieinhalb Minuten vor dem Abpfiff gelang Görwitz der 24:24-Ausgleich. Köppen brachte die Gastgeberinnen mit 25:24 in Führung und setzte mit einem verwandelten Strafwurf auch den Schlusspunkt.


„Wir haben uns gegen Wismar sehr lange sehr schwergetan. Für mich ist total positiv, dass die Mädels nie aufgegeben haben, und so die Chance, das Spiel am Ende zu drehen, genutzt haben“, freute sich RHC-Coach Dominic Buttig.

Die TSG-Damen indes schlichen mit gesenkten Köpfen enttäuscht vom Feld. „Wir müssen das Positive rausziehen und mit in die nächsten Spiele nehmen“, meinte Abteilungsleiter Sven Hünerbein. Und auch der ehemalige Coach Jörn Harder fühlte mit seinen ehemaligen Schützlingen mit: „Schade, ich hätte es den Mädels sehr gegönnt.“

RHC: Clasen, Schelske – Selle 1, Schultz, Görwitz 3, Dethloff 2, Köppen 7/4, Pieth 3, Schult 8/2, Schön 2, Dalchow.

TSG: Knoop, Drews – Laas 1, Heitzig, Ehlers 4, Martin 2, Fischer 1, Lübke 4/2, Rambow 1, Dürl 3, Pinkohs 2, Plüm 5, Deffge 1.

Siebenmeter: RHC 8/6, TSG 2/2.

Strafminuten: RHC 2, TSG 8.