16. Oktober 2019 / 16:07 Uhr

Nach Rassismus-Eklat gegen England: Bulgarische Fans festgenommen

Nach Rassismus-Eklat gegen England: Bulgarische Fans festgenommen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
SOFIA, BULGARIA - OCTOBER 14: Bulgarian fans gesture during the UEFA Euro 2020 qualifier between Bulgaria and England on October 14, 2019 in Sofia, Bulgaria. (Photo by Catherine Ivill/Getty Images)
Hitlergruß und rassistische Beleidigungen: Bulgarische Fans wurden festgenommen. © 2019 Getty Images
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Die bulgarische Polizei hat am Mittwoch vier Fans festgenommen, die an den Rassismus-Vorfällen beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Bulgarien und England beteiligt gewesen sein sollen.

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In Bulgarien sind nach den Rassismus-Vorfällen beim EM-Qualifikationsspiel gegen England sechs bulgarische Fußballfans festgenommen worden. Die Männer werden verdächtigt, an den Entgleisungen im Stadion beteiligt gewesen zu sein. Drei weitere Fans werden gesucht. Das teilte die bulgarische Polizei zum Auftakt einer Aktion zur Feststellung der Verantwortlichen für die Rassismus-Vorfälle vom Montagabend im Wassil-Lewski-Stadion in Sofia mit. Die Aktion sollte weiter gehen.

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Bei der Partie in Sofia waren die englischen Nationalspieler Raheem Sterling und Tyrone Mings mit Affenlauten von der Tribüne attackiert worden. Zudem zeigten einige Zuschauer den Hitlergruß.

Mehr zu den Rassismus-Vorfällen

Bulgarien-Staatschef fordert "drakonische Maßnahmen"

Staatschef Rumen Radew warnte davor, nach den rassistischen Entgleisungen von bulgarischen Fußballfans Rückschlüsse auf das ganze Land zu ziehen: „Es ist äußerst unangenehm, dass Bulgarien, das 50.000 Juden gerettet hat, nun durch Rassismus dargestellt wird“, sagte Radew am Mittwoch in Sofia. Er verwies damit auf die Weigerung des damaligen, mit Deutschland verbündeten Königreichs Bulgarien, im März 1943 seine Juden auszuliefern.

Radew forderte „drakonische Maßnahmen“ gegen Fußball-Hooligans. Bei einem Großteil der Festgenommenen handelt es sich um Mitglieder radikaler Fan-Klubs von Fußballmannschaften, wie die Polizei weiter mitteilte. Die Ergebnisse der Aktion sollen der Staatsanwaltschaft in Sofia vorgelegt werden.


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Präsident Michailow nach Eklat zurückgetreten

Wegen der Ereignisse trat der Präsident des bulgarischen Fußballverbandes, Borisslaw Michailow, am Dienstag nach Aufforderung des bulgarischen Regierungschefs Boiko Borissow zurück. In der Verbandszentrale in Bojana bei Sofia begann kurz darauf eine polizeiliche Überprüfung wegen Korruptionsverdachts. Zudem leitete die UEFA ein Ermittlungsverfahren gegen Bulgarien ein.