11. Dezember 2018 / 18:26 Uhr

Nach hitzigen Szenen in Liebenwalde: Ist Rüdnitz/Lobetal unerwünscht?

Nach hitzigen Szenen in Liebenwalde: Ist Rüdnitz/Lobetal unerwünscht?

Knut Hagedorn
Märkische Allgemeine Zeitung
Steffen Misdziol (l.) und Ulf Kerstan kollidierten am Sonnabend in Liebenwalde miteinander. 
Steffen Misdziol (l.) und Ulf Kerstan kollidierten am Sonnabend in Liebenwalde miteinander.  © Robert Roeske/privat
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Der Kreisoberligist aus Rüdnitz/Lobetal bezieht Stellung zu Fast-Abbruch beim FV Liebenwalde und fühlt sich ungerecht behandelt. Am Rande der Partie geriet Rüdnitz-Coach Ulf Kerstan mit Linienrichter Steffen Misdziol aneinander. 

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Hektisch und teilweise chaotisch ging es am Samstagnachmittag in der Schlussphase des Fußball-Kreisoberligaspiels zwischen dem FV Liebenwalde und dem SV Rüdnitz/Lobetal (4:1) zu. Nach Rangeleien zwischen Spielern und Zuschauern sowie verbalen Auseinandersetzungen stand die Partie sogar kurz vor dem Abbruch. Für die Liebenwalder hatten diese Szenen zur Folge, dass sie noch am selben Abend den SV Rüdnitz/Lobetal vom eigenen Hallenturnier im kommenden Jahr wieder ausluden. „Für mich war das alles absolut unnötig und völlig überzogen. Ich denke, es ist aber richtig, diesen Schritt zu vollziehen. Ich finde, das unser Ordnungsdienst gut reagiert und Schlimmeres verhindert hat“, erklärt Liebenwaldes Trainer Olaf Otte.

Im Lager des SV Rüdnitz/Lobetal sieht man das ein wenig anders, zumal sich die Barnimer schon seit längerer Zeit ungerecht behandelt fühlen. „Das ist ganz eindeutig so, wir fühlen uns in dieser Liga unerwünscht, diesen Eindruck hat man uns schon des Öfteren vermittelt“, gibt Trainer Ulf Kerstan unumwunden zu. Zu den Ereignissen am Sonnabend bezieht der Rüdnitzer Cheftrainer ebenfalls klar Stellung: „In der Schlussminute wurde unser Torwart völlig unnötig sehr hart angegangen und dabei auch verletzt. Danach sind die Emotionen hochgekocht. Sicherlich haben sich auch Vertreter von uns nicht korrekt verhalten, das klären wir intern. Aber dazu gehören immer zwei Seiten. Die Provokationen und Beleidigungen kamen von beiden Seiten.“

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<b>2007/2008:</b> Der FV Liebenwalde sicherte sich den Pott im Endspiel im benachbarten Krewelin - und das als Vertreter der 2. Kreisklasse. 4:2 stand es am Ende gegen den Kreisligisten FSV Germendorf.  Zur Galerie
2007/2008: Der FV Liebenwalde sicherte sich den "Pott" im Endspiel im benachbarten Krewelin - und das als Vertreter der 2. Kreisklasse. 4:2 stand es am Ende gegen den Kreisligisten FSV Germendorf.  ©
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Für die Rüdnitzer sei das Maß voll, man wolle sich nicht mehr als „ewiger Buhmann“ hinstellen lassen. „Es geht ja schon eine ganze Weile so. Dazu fallen Entscheidungen, die manchmal überhaupt nicht mehr nachvollziehbar sind. So wurden uns auch schon Tore aberkannt, obwohl der Ball schon am Mittelkreis lag. Ich glaube, bei unseren Spielen gibt es den Videobeweis.“

Kerstan geht es vor allem um Respekt und um den Spaß. „Natürlich reicht es sportlich aktuell nicht für die Liga, aber das hat auch Gründe. Wir haben verdammt viele verletzte Spieler, klagen aber nicht darüber, denn das zieht sich schon länger. Wir wollen nur fair und mit Respekt behandelt werden. Sonst macht es einfach keinen Spaß mehr. Aber wir empfinden, dass gegen uns mit zweierlei Maß entschieden wird.“ Das die sportliche Situation in Rüdnitz momentan kritisch ist, bestreitet Kerstan keineswegs, zeigt sich aber kämpferisch: „Natürlich sind wir personell sehr eng besetzt, daher auch die Abmeldung der Reserve. Aber sportlich werden wir alles geben, ob man uns will oder nicht.“

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Einen Zusammenstoß der besonderen Art erlebte Ulf Kerstan noch während des Spieles mit Linienrichter Steffen Misdziol, der ihm während einer Spielsituation den Arm in die Magengrube drückte. „Ich unterstelle ihm keine Absicht, aber eine Entschuldigung wäre schon schön gewesen“, so Kerstan, der wegen der Szene etwas perplex war.

Misdziol selbst erinnert sich an die Szene: „Ich habe ihn sogar mehrfach touchiert im Laufe des Spiels. Die Begrenzungen sind in Liebenwalde sehr eng und irgendwo muss ich ja auch lang. Einmal könnte es etwas mehr gewesen sein, aber das war im Eifer des Gefechts und garantiert keine Absicht. Mir da Vorsatz zu unterstellen, wäre eine Frechheit und würde nicht den Tatsachen entsprechen. Als Linienrichter braucht man halt Platz, um den Spielverlauf verfolgen zu können. In der Oberliga habe ich mal Frank Rohde aus Versehen nahezu in die Trainerkabine geschubst, das passiert ab und an mal – aber er nahm es mit Humor.“

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