17. Oktober 2021 / 21:38 Uhr

Nach dem Derby: Scorpions Erster, Indians verlieren - und es fliegen Giftpfeile

Nach dem Derby: Scorpions Erster, Indians verlieren - und es fliegen Giftpfeile

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Derbysieger: Christoph Kabitzky von Scorpions im Siegestaumel.
Derbysieger: Christoph Kabitzky von Scorpions im Siegestaumel. © Debbie Jayne Kinsey
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Am Freitag gewannen die Hannover Scorpions das Derby in der Eishockey-Oberliga bei den Indians mit 7:4 - und hinterher flogen Giftpfeile. Am Sonntag holten sich die Scorpions durch ein 9:2 gehen Diez-Limburg die Tabellenführung, die Indians verloren bei den Tilburg Tappers mit 2:4. 

Das war ein perfektes Wochenende aus Sicht der Hannover Scorpions: Sie gewannen Freitag das Derby bei den Hannover Indians mit 7:4 und übernahmen Sonntag nach einem 9:2 (6:0, 1:1, 2:1) gegen die EG Diez-Limburg die Tabellenführung in der Eishockey-Oberliga.

Mario Trabucco eröffnete den Torreigen in Unterzahl (11.). Dann ging es Schlag auf Schlag weiter, mehr als drei Minuten später stand es bereits 5:0. Jan-Niklas Pietsch, Patrick Klöpper, Robin Just und Louis Trattner waren erfolgreich. Pietsch gelang 0,4 Sekunden vor Drittelende noch das 6:0. Die weiteren Tore erzielten Thomas Supis (34.), Trattner (50.) und Tyler Gron (60.) für die Scorpions sowie Kyle Brothers (27.) und Thomas Voronov (50.) für die EG.

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Die Indians verloren bei den Tilburg Trappers mit 2:4 (0:2, 2:1, 0:1). Reno de Hondt (10.) und Ex-Indianer Brett Bulmer (12.) sorgten für eine 2:0-Führung der Niederländer. Joe Kiss (27./Überzahl) verkürzte. Erneut traf Bulmer (34./Überzahl), nur 30 Sekunden später stellte Niko Esposito-Selivanov auf 3:2. Max Hermens (55.) gelang der 4:2-Endstand.

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Derby-Spektakel wirkt nach

Das Derby zwischen Indians und Scorpions war auch am Wochenende noch Gesprächsthema – und das lag vor allem am zweiten Drittel, das für Rekorde und Besonderheiten in der eigentlich an Spektakel schon reichen Derby-Historie sorgte. In diesem Spielabschnitt fielen neun Tore, so viel gab es in einem Drittel noch nie in den seit 2013 in der Oberliga ausgetragenen Nachbarschaftsduellen.

Torhüter-Fight sorgt für Aufregung

Die Gemüter erregte zudem eine Szene zur Mitte des zweiten Drittels. Bei einem Gerangel vor dem Tor stieß Scorpions-Stürmer Julian Airich mit einem Schlag gegen den Helm Indians-Torhüter David Miserotti-Böttcher zu Boden, dieser revanchierte sich. Plötzlich lief Scorpions-Keeper Brett Jaeger quer übers Eis und krallte sich den ECH-Goalie – völlig unnötig, weil es bei einer 6:2-Führung seiner Mannschaft passierte und diese danach noch in Schwierigkeiten geriet. Wie auch immer, einen Torhüter-Fight gab es in einem Derby noch nie.

Wir haben das Spiel verloren, aber David hat den Fight gewonnen"

Kleinere Giftpfeile gab es auch außerhalb des Eises. Die Scorpions-Bank erhielt aus dem Zuschauerbereich hinter sich eine Bierdusche –ebenso völlig unnötig. Auf der anschließenden Pressekonferenz ging es nochmals um den Torhüter-Zweikampf. „Wir haben das Spiel verloren, aber David hat den Fight gewonnen“, sagte ECH-Trainer Lenny Soccio. „Wichtig ist, dass wir die drei Punkte haben“, konterte Scorpions-Coach Tobias Stolikowski.


Es folgte der verbale Schlagabtausch zwischen Soccio und Scorpions-Sportchef Eric Haselbacher, die sich gegenseitig Respektlosigkeit vorwarfen. Wer dafür einen Anlass hatte oder nicht – schwer zu beurteilen. Die Diskussion begann aus einem zufälligen Grund, denn Moderator Markus Casper hatte von Jaegers Aktion „auf dessen letzten Tagen“ gesprochen, meinte damit aber in Bezug auf den 38-Jährigen nur eine gängige Formulierung wie „im Herbst der Karriere“. Haselbacher verließ die Pressekonferenz vorzeitig. So oder so: Spätestens beim nächsten Derby am 10. Dezember in Mellendorf sehen sich Spieler und Verantwortliche wieder.