21. Januar 2020 / 21:07 Uhr

Nach Clausen-Rückzug: Jetzt reden die Protagonisten!

Nach Clausen-Rückzug: Jetzt reden die Protagonisten!

Finn Hofmann
Lübecker Nachrichten
Pascal Lorenz wird nach dem Rücktritt von Ex-Trainer Michael Clausen nun mehr Verantwortung beim Oberligisten übernehmen.
Pascal Lorenz wird nach dem Rücktritt von Ex-Trainer Michael Clausen nun mehr Verantwortung beim Oberligisten übernehmen. © Agentur 54°
Anzeige

Pascal Lorenz und Jan Christian Hack bilden das neue Trainer-Duo beim Oberligisten

Anzeige
Anzeige

Am gestrigen Montagabend kündigte Oberliga-Aufsteiger Preußen Reinfeld per Pressemitteilung das sofortige Ende der Zusammenarbeit mit Erfolgscoach Michael Clausen an und sorgte damit für einen Paukenschlag. Auch für die neue Abteilungsleitung um Uwe Franzki, Jan-Hendrik Schmidt und Daniel Seperant kam der Schritt überraschend. „Michael teilte mir in einem persönlichen Gespräch mit, dass er privat derzeit sehr eingespannt ist und den Aufwand in der Oberliga nicht mehr in dieser Intensität stemmen könnte“, so Franzki.

Michael Clausen stieß schon während der Hinrunde an Grenzen

Bereits vor vier Wochen fasste Clausen jenen Entschluss und bat schließlich um das persönliche Gespräch mit Abteilungsleiter Uwe Franzki, welches vor zwei Wochen stattfand. „Ich habe darum gebeten, dass das noch so lange vertraulich bleibt, bis ich die Mannschaft beim Trainingsauftakt persönlich davon in Kenntnis setzen kann.“, so Clausen. Die Mannschaft habe betroffen reagiert, jedoch auch Verständnis gezeigt. „Private Gründe machen es mir derzeit unmöglich, die erforderliche Zeit aufzubringen und die Erwartungen zu erfüllen. Ich kann die Verantwortung gegenüber mir selbst, aber auch gegenüber der Mannschaft so nicht tragen. Daher war es wichtig, einen Schlussstrich zu ziehen, zumal es auch nicht absehbar ist, wie lange ich zeitlich eingespannt sein werde. Hier bin ich schon in der Hinrunde ein ums andere Mal an meine Grenzen gestoßen.“

SV Preußen Reinfeld schnuppert am SHFV-Hallenmasters

Der 61-Jährige führte den SV Preußen in der letzten Saison zum Aufstieg und spielte mit seiner von vielen als Abstiegskandidat gehandelten Mannschaft eine phasenweise furiose Hinrunde. Zur Winterpause steht Platz neun zu Buche, wobei sich die Reinfelder lange sogar berechtigte Hoffnungen auf eine Teilnahme am Hallenmasters machen konnten. Sportlich gesehen also alles im Lot am Bischofsteicher Weg. „Das hat es mir dann auch ein Stück weit leichter gemacht. Wir haben eine herausragende Hinrunde gespielt und der Klassenerhalt ist greifbar nah. Mit 28 Punkten aus 18 Spielen haben wir den Klassenerhalt zu 85% gesichert! Nichtsdestotrotz fiel mir der Entschluss enorm schwer“, erklärt Clausen.

Mehr zum SV Preußen Reinfeld

Kapitän Witten im Urlaub von Nachricht überrascht

20 Spieler versammelten sich gestern zum ersten Aufgalopp nach der Winterpause. Einige wenige waren dienstlich oder privat verhindert. So wie Kapitän Patrick Witten, der erst am Mittwoch aus Südafrika zurückkehrt. „Das hat mich total überrascht. Keiner aus der Mannschaft war vorab informiert. Die Spieler, die im Urlaub oder anderweitig verhindert waren, wurden unmittelbar nach der Besprechung von „Kalle“ informiert, damit es keiner aus der Presse erfährt.“ Den Rückzug von Michael Clausen bezeichnet der 29-Jährige mit Blick auf die letzten Erfolge zwar als herben Verlust. Den seit vielen Jahren als Spieler aktiven und mittlerweile zum Co-Trainer umfunktionierten Pascal Lorenz zu befördern werde in der Mannschaft jedoch sehr gut ankommen: „Die Lösung mit der Beförderung von „Kalle“ wird dafür sorgen, dass dieser Weg fortgeführt wird. Gemeinsam im Gespann mit „Hacki“ bin ich guter Dinge, dass Trainerteam und Mannschaft die gemeinsamen Ziele in Zukunft erreichen werden!“

Lorenz und Hack bilden Trainer-Duo

Die Karpfenstädter stellen sich im Trainerteam somit neu auf. Clausens bisheriger Co-Trainer Pascal Lorenz übernimmt nun mehr Verantwortung. Dazu haben die Reinfelder mit Jan Christian Hack ein neues Gesicht verpflichtet. Beide sollen ein weitestgehend ebenbürtiges Team abgeben. „Wir beide wollen keine klare Hierarchie und denken, dass das so auch nicht mehr zeitgemäß ist, weil unser Team vor allem durch die Kameradschaft lebt. Jan und ich werden alle Fälle durchsprechen und sind gleichberechtigt. Wenn es mal hart auf hart kommen sollte, habe ich aber das letzte Wort.“, stellt Lorenz klar.

Hack trifft auf alte Bekannte

Die Personalie Hack am Bischofsteicher Weg macht Sinn – denn „Hacki“ absolvierte gemeinsam mit Uwe Franzki die Trainerlizenz – und Jan-Hendrik Schmidt war bereits unter Hack in Pölitz als spielender Co-Trainer aktiv. Somit war der Kontakt zum seit November vom Fußball pausierenden Neu-Coach schnell geknüpft. „Eigentlich wollte ich nach meinem Engagement in Pölitz erstmal ruhiger machen. Aber als dann die Anfrage von Reinfeld kam und die Gespräche so gut liefen, musste ich nicht lange überlegen. Für mich ist das nach zwölfeinhalb Jahren in Pölitz natürlich auch eine sportliche Herausforderung.“

Jan Christian Hack: "Wir sind auf einer Wellenlänge!"

Sowohl auf die Zusammenarbeit mit „Kalle“ Lorenz, als auch mit der Mannschaft blickt der 37-Jährige voller Vorfreude voraus: „Kalle und ich haben schnell festgestellt, dass wir viele gemeinsame Aspekte und Ansichten haben, wie wir die Arbeit fortführen wollen. Wir sind auf einer Wellenlänge. Das passt und harmoniert auch zwischenmenschlich. Ich glaube, dass die Truppe eine sehr intakte und der sehr gute Zusammenhalt die Basis dafür ist.“

Sportliche Ziele bleiben bestehen

An der ursprünglichen Zielsetzung, schnellstmöglich den Klassenerhalt zu sichern, ändert sich nichts. „Da wollen wir nichts umkrempeln. Die erste Einheit war trotz der Umstände sehr gut und intensiv. Neben dem Oberliga-Klassenerhalt wollen wir aber auch diese Saison wieder den Kreispokal verteidigen!“, gibt Lorenz die Marschroute vor.

Drei Testspiele und ein Turnier geplant

Mehr anzeigen

Die letzten zehn Trainer des VfB Lübeck - und was sie heute machen

Stefan Böger (l., vom 01.07.2004 - 24.05.2006) und sein Co-Trainer Marco Grote (r.). Sowohl Böger als auch Grote sind heute Trainer im Jugendbereich. Während der ehemalige Cheftrainer aktuell die U19 des chinesischen Klubs Guangzhou Evergrande trainiert, ist Grote noch vergleichsweise in der Nähe geblieben - in der U19-Bundesliga Nord/Nordost coacht er die A-Junioren von Werder Bremen.  Zur Galerie
Stefan Böger (l., vom 01.07.2004 - 24.05.2006) und sein Co-Trainer Marco Grote (r.). Sowohl Böger als auch Grote sind heute Trainer im Jugendbereich. Während der ehemalige Cheftrainer aktuell die U19 des chinesischen Klubs Guangzhou Evergrande trainiert, ist Grote noch vergleichsweise in der Nähe geblieben - in der U19-Bundesliga Nord/Nordost coacht er die A-Junioren von Werder Bremen.  ©

Am kommenden Samstag steht das erste Testspiel beim FC Schönberg 95 (14 Uhr) an, eine Woche später gehts zum Landesligisten Lübecker SC (13 Uhr). Am 8.2. sind die Stormarner beim Elektro-Laack-Cup vom Landesliga-Primus TSV Pansdorf zu Gast und duellieren sich in zwei 60-Minuten-Spielen gegen den Gastgeber und gegen Oberliga-Spitzenreiter und Masters-Gewinner SV Todesfelde. Der letzte Test steht dann am 15.02. um 14 Uhr beim VfR Neumünster (Landesliga) an.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Sport aus Lübeck
Sport aus aller Welt